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Lokales Behörden warnen vor den Risiken von Dauerfrost in Dresden
Dresden Lokales Behörden warnen vor den Risiken von Dauerfrost in Dresden
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14:40 11.03.2018
Eis an der Prießnitzmündung der Elbe Freitagmorgen bei minus sieben Grad.  Quelle: ANJA SCHNEIDER
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Dresden

 Der Frost kommt - und mit ihm die Gefahren. Denn nicht nur für Obdachlose auf den Straßen wird es in kommenden Tagen richtig ungemütlich, sondern auch von zugefrorenen Seen, Teichen und Flüssen gehe eine große Gefahr aus, wie Stadt, Land und Feuerwehr warnen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht für das Wochenende und den Beginn der nächsten Woche eine Warnung vor Dauerfrost aus. Während uns in den Morgenstunden am Sonnabend und Sonntag Temperaturen von bis zu minus Zwölf Grad bevorstehenden, können zu Wochenbeginn auch vereinzelt bis zu minus 15 Grad herrschen. Zudem spricht der DWD von „sehr strengem Nachtfrost“.

Kommunale und öffentliche Angebote für Wohnungslose

Für Obdachlose stehen neben den Übergangswohnheimen der Stadt auch bis zu 15 zusätzliche Notschlafplätze in der Hubertusstraße 36c bis zum 15. April zur Verfügung. Das Heim ist rund um die Uhr besetzt. Die Notbetten ergänzen als kurzfristige Übernachtungsmöglichkeit von 22 bis 7 Uhr die reguläre Unterbringung in Übergangswohnheimen und Gewährleistungswohnungen. Die Zuweisung erfolgt zu den regulären Dienstzeiten über das Sozialamt, Junghansstraße 2. Außerhalb dieser Zeiten erfolgt der Zugang über das Heim auf der Hubertusstraße.

Wer die kommunalen Angebote nicht nutzen will, kann Hilfe in den Nachtcafés der Diakonie finden. Geöffnet ist jeweils eines der Nachtcafés von 20 bis 7 Uhr. Der Einlass ist bis 24 Uhr möglich. Außerdem führt die Heilsarmee Dresden in kalten Nächten Kältestreifen durch, um obdachlosen Menschen heiße Getränke und Schlafsäcke anzubieten.

Dresdner Nachtcafés

Montag: Dreikönigskirche - Haus der Kirche / Haltestelle Albertplatz, Hauptstraße 23, 01097 Dresden

Dienstag: Ev. Gemeindehaus Laubegast / Haltestelle H.-Seidel-Str. Hermann Seidelstr. 3

Mittwoch: Kath. Pfarrei Heilige Familie, Meußlitzer Straße 108

Donnerstag: Ev. Gemeindehaus Loschwitz / Nähe Körnerplatz, Grundstr. 36

Freitag: Ev. Zionskirche / Nähe Nürnberger Ei Bayreuther Str. 28

Sonnabend: Evangelisch-methodistische Kirche „Immanuel-Gemeinde“ / Hühndorfer Str. 22

Sonntag: Kath. Pfarrei St. Petrus / Nähe Pit-Stop Dohnaer Str. 53

Die Stadtverwaltung nimmt hier auch die Bürger in der Pflicht. „Alle Dresdnerinnen und Dresdner die vor allem abends und nachts in unserer Stadt unterwegs sind, sollten sich nicht scheuen, schnelle Hilfe zu holen und die 112 wählen, wenn sie Mitmenschen sehen, die unter dieser bitteren Kälte offensichtlich leiden“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus

Warnung vor Eisflächen

Durch den bevorstehenden Dauerfrost werden auch zugefrorene Seen, Teiche und Kiesgruben den ein oder anderen mutigen Dresdner auf die wilden Eisflächen locken. Doch die Gefahr ist groß, sagen die Verantwortlichen von Stadt, Land und Feuerwehr. Die Faustregel, dass Eisflächen ab einer Dicke von acht bis zehn Zentimetern gefahrlos begehbar wären, verweist beispielsweise die Landestalsperrenverwaltung ins Reich der Fabeln.

„Durch die schwankenden Wasserspiegel ist das Eis nicht tragfähig. Bei Betreten besteht Lebensgefahr“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. So könnten sich auch in stehenden Gewässern bei sinkenden Wasserständen gefährliche Hohlräume bilden. „Wir empfehlen, zugefrorenen Gewässern generell fern zu bleiben“, ergänzt Dresdens Kreisbrandmeister Rainer Jonas.

In den vergangenen Jahren musste die Feuerwehr aber nur selten ausrücken, um auf dem Eis eingebrochene Menschen zu retten. „Das liegt möglicherweise an dem großzügigen kommunalen Angebot an Eislaufflächen“, so Jonas. Dennoch habe man in den Reihen der Feuerwehr Spezialisten und besondere Technik für solche Fälle zur Verfügung. Generell solle man aber nicht alleine aufs Eis gehen, um im Fall der Fälle schnell Hilfe holen zu können. Dabei gehe es im Minuten, so Jonas. „Zu allererst sollte man die 112 wählen, erst dann kann man entscheiden, ob und wie man helfen kann.“

Die Stadt Dresden teilte auch noch einmal mit, dass es auf keinen Fall offiziell von der Stadt freigegebene wilde Eisflächen geben wird. „Die Verantwortung kann keiner übernehmen“, sagt Sprecher Karl Schuricht. Insbesondere warne man auch vor den Kiesseen im Osten der Stadt, die aufgrund des ständigen Wasseraustausches sehr unsicher seien. Wer sich trotzdem aufs Eis begibt muss keine Angst vor einer Strafe oder einem Bußgeld haben. „Allerdings werden die Sicherheitskräfte, wenn so etwas beobachtet wird, die Betroffenen vom Eis schicken“, so Schuricht.

Auf keinen Fall sollten laut Stadt vereiste Bäche oder Flüsse aufgebrochen werden. Sobald sich Eismassen in Bewegung setzen, kann an Engstellen, scharfen Krümmungen, Abflusshindernissen und insbesondere an Brücken gefährlicher Eisversatz entstehen. Dies kann beispielsweise zur Folge haben, dass Brücken und Anlagen zerstört werden, ein Deich bricht oder durch Rückstau in kurzer Zeit Überflutungen entstehen.

Kein Schneewahnsinn trotz Kältewelle

Immerhin muss man laut DWD in Dresden mit keinem heftigen Schneefall rechnen. Dennoch warnt die Polizei die Autofahrer vor den Risiken der sogenannten trockenen Kälte. „Winterreifen sind bei diesen Temperaturen auch ohne Schnee zwingend notwendig“, so Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Zudem könnte es vor allem in den Morgenstunden zu Reifglätte kommen. Auch komplett zugefrorene Scheiben werden in den kommenden Tagen auf die Autofahrer zukommen. „Hier gilt es, die kompletten Scheiben zu enteisen, nicht nur ein Guckloch“, so Ulbricht.

Die Stadt hält ihren Winterdienst aufgrund der Temperaturen zudem in erhöhter Einsatzbereitschaft. „Der Winter kann im Extremfall bis Ende März/Anfang April gehen. Deshalb haben wir noch keine „Schaufeln“ an den Räumfahrzeugen demontiert. Die Technik ist sofort einsatzbereit, wenn erforderlich“, sagt Schuricht. Bislang habe die Stadt erst rund 900 Tonnen Streusalz einsetzen müssen. 2016 waren es im gesamten Winter 1700 Tonnen, im vergangenen Jahr 7000 Tonnen.

Die Drewag teilte auf DNN-Anfrage mit, dass die bevorstehende Kältewelle keine Auswirkung auf die Versorgungsleistung hätte. Durch das Heiztraftwerk in Reick, dass man in besonders kalten Perioden zuschalte, seien tägliche Wärmeleistungen von bis zu 800 Megawatt lieferbar. Zum Vergleich: Am 6. Februar, wo eine Durchschnittstemperatur von minus 7,6 Grad herrschte, arbeitete die Drewag mit einer Wärmeleistung von 583 Megawatt. Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann weißt aber darauf hin, dass man auch bei solch niedrigen Temperaturen ordentlich lüften solle, um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden. Zudem solle man auch die Heizkörper beim Verlassen der Wohnung nicht gänzlich abschalten, um ein Auskühlen der Räume zu vermeiden und so Energie zu sparen.

Von Sebastian Burkhardt

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