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Lokales Begonien, die wie Rosen duften
Dresden Lokales Begonien, die wie Rosen duften
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13:58 28.06.2016
Beate Kollatz zeigt eine Begonie, die volle Sonne verträgt, deren Blüten aussehen wie Rosen und auch so duften. Quelle: Catrin Steinbach
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Dresden

Am 2. Juli ist in Pillnitz wieder Gartentag. Er bietet Gelegenheit, die Pillnitzer Versuchsfelder zu besuchen. Dort kann man sich über die neuesten Ergebnisse der angewandten Forschung der ansässigen Lehr-, Versuchs- und Züchtungseinrichtungen informieren.

Eine Gelegenheit, die Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber seit Jahren gerne nutzen, um neue Obstsorten kennenzulernen, sich über krankheitsunempfindliche Rosensorten zu informieren, Anregungen für die Heckenpflanzung oder auch Tipps für den Kauf von Tafeltrauben zu holen, denen Pilze nicht so schnell etwas anhaben können.

Wer Sommerblumen liebt, Beete und Kübel gern bunt bepflanzt, ist bei Beate Kollatz richtig. Die Referentin für Zierpflanzen im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie testet Beet- und Balkonblumen.

Jedes Jahr prüft sie Neuheiten auf ihre Eignung für den sächsischen Markt. Denn die Pflanzen, die oftmals von weit her kommen, müssen nicht nur mit den hier herrschenden klimatischen Bedingungen klar kommen. Sie sollten auch unempfindlich gegenüber Krankheiten sein, nicht allzu viel Aufwand bei der Aufzucht benötigen, am Ende natürlich üppig und ausdauernd blühen und nicht allzu viel Pflege benötigen.

Auf diese Weise nehmen Beate Kollatz und ihre Kollegen jedes Jahr 800 verschiedene Arten und Sorten Beet- und Balkonpflanzen unter die Lupe und helfen so mit harten Fakten den Gärtnereien und Anzuchtbetrieben bei der Qual der Wahl. Zudem sind die Versuchsanstalten in ganz Deutschland vernetzt, um ihre Forschungsergebnisse auszutauschen und auch länderübergreifend gemeinsame Tests durchzuführen.

Beate Kollatz in Dresden-Pillnitz testet die Neuheiten der Balkonblumenzüchter. Am 2. Juli kann man ihr über die Schultern schauen.

„Dieses Jahr haben wir uns dafür Bidens – auch Zweizahn oder Goldmarie genannt - herausgesucht. Denn bei diesen Pflanzen hat sich züchterisch immens viel getan“, so Beate Kollatz. So sind Sorten mit größeren bzw. mit gefüllten Blüten, mit besonderer Blühfülle und -ausdauer oder auch neuen Blütenfarben entstanden. Jede Versuchsstation, von Bad Zwischenahn bis Heidelberg – prüft die gleichen Sorten, so dass am Ende ein rundes Gesamtbild entsteht.

Doch auf dem Pillnitzer Versuchsfeld leuchten nicht nur Bidens, sondern die Blüten unzähliger weiterer Sorten. „Bei Männertreu haben jetzt schon einige Züchter Sorten herausgebracht, die relativ sonnenstabil sind, bis zum Herbst durchhalten und nicht mitten im August plötzlich schlapp machen“, weiß die Zierpflanzenexpertin. Auch ist Männertreu bei weitem nicht nur in verschiedenen Blauschattierungen und in Weiß zu haben, sondern ebenso in „Purple“ und sogar zweifarbig.

„Bei Petunien geht der Trend ebenfalls zur Zweifarbigkeit“, hat Beate Kollatz beobachtet. Hier gilt offenbar das Motto: „Auffallen um jeden Preis“. Grün-pinke Blumen lassen den Übergang zum Blattwerk verschwinden, dunkellila-braune Blüten mit gelben Sternen könnten glatt als Dynamo-Blüten durchgehen. ’Night Sky’ soll an den Sternenhimmel in einer lauen Sommernacht erinnern. Wie die Zierpflanzenexpertin beobachtet hat, scheint die Intensität der Blütenzeichnung von der Temperatur abhängig zu sein.

Am größten ist die Vielfalt bei den Pelargoniensorten auf dem Markt. Und jedes Jahr kommen wieder neue hinzu. „Züchter setzen u.a. auf intensive Blattzeichnungen und eine Mischung zwischen stehenden und hängenden Pelargonien. Einige von ihnen bilden halbrunde, üppig blühende, attraktive Polster“, weiß Kollatz.

Begonien galten noch bis vor einiger Zeit als klassische Pflanzen für Kästen und Töpfe, die an einem halbschattigen Standort stehen. Auch das ist Schnee von gestern. Heute gibt es Begoniensorten, die die Sonne lieben und in einer unglaublichen Fülle und Farbenpracht blühen. Begonia Cultivars ’Fragant Falls Peach’ – eine der vielen Neuheiten – bildet nicht nur üppig leuchtende Blüten in Apricot, die wie Rosen aussehen, sondern sogar so duften. Jetzt muss sich die Sorte - wie alle anderen - noch auf dem Versuchsfeld bewähren. Und vielleicht ist sie ja in der engeren Auswahl, wenn im August die Vertreter des Landesverbandes Gartenbau das Versuchsfeld inspizieren, um die Balkonblume des Jahres 2017 zu küren.

Pillnitzer Gartentag

Zeit: 2. Juli 2016, 9-18 Uhr

Ort: auf den gartenbaulichen Versuchsflächen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, des Julius-Kühn-Institutes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Lohmener Str. 12 (Tor 3), 01326 Dresden-Pillnitz

Programm: Beratung zur Sortenwahl bei Apfel und Birne sowie zum Kern- und Beerenobstbau im Garten; Vorstellung neuer Süß- und Sauerkirschen; Informationen zur Himbeerzüchtung in Pillnitz; Paprika und Tomaten für Balkon und Terrasse; Verkostung Snack-Paprika; Beratung zum Gemüsebau; Sommerblumen für Balkonkästen, Pflanzkübel und Rabatten; Balkonkästen für die Sinne; Duft und Farbe im Kräutergarten; Rosensortimente ohne chemischen Pflanzenschutz; Ziergehölze für den Garten; natürliche Zäune mit Hecken; Beispiele für Grabbepflanzungen; Spaliere mit pilzresistenten Tafeltrauben; Auskunft zu aktuellen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen im Haus- und Kleingarten

Von Catrin Steinbach

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