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Lokales Bedrohung durch Pegida-Teilnehmer: Polit-Tunte blitzte mit Notruf bei Polizei ab
Dresden Lokales Bedrohung durch Pegida-Teilnehmer: Polit-Tunte blitzte mit Notruf bei Polizei ab
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12:14 22.10.2015
Patsy l'Amour laLove. Quelle: Dragan Simicevic Visual Arts
Dresden

"Polit-Tunte" ist nicht despektierlich gemeint. Denn so bezeichnet sich Pa­trick Henze alias Patsy l'Amour laLove selbst. Der Berliner, der sich auch wissenschaftlich mit Schwulen beschäftigt hat, war am Montag zum Pegida-Geburtstag in Dresden zu Gast. Mit seinem Freund marschierte er auf einer Pegida-Gegendemonstration und geriet danach - mangels Ortskenntnis - mitten zwischen Pegida-Anhänger und Nazis.

"Wir fanden uns schließlich an dem schlechtesten Ort für zwei auffällige Schwule in genau diesem Moment wieder: dem Dresdner Rummel und Umfeld. Es war nicht nur ein Spießrutenlauf, es kam uns eher vor wie in einem schlechten Zombie-Film, in dem die Monster immer mehr werden. Nur eben war die Gefahr real. Überall Nazibratzen, die uns ihre Schwulenfeindlichkeit spüren ließen, blöd anmachten, hinterherliefen, beschimpften, bedrängten. Und es gab für uns keinen Ausweg. Drei Taxiunternehmen schickten uns kein Taxi vorbei...", berichtet Patsy l'Amour laLove u.a. auf der Internetseite queer.de.

"Wir beide standen zitternd da, versuchten, eine sichere Ecke zu finden - was unmöglich war. Schließlich wurden wir weiter beschimpft, und ich rief um 21.37 Uhr den Notruf. Ich schilderte schnell die Situation, die Frau vom Notruf meinte: Tja, da können wir nix machen. Meinen Sie etwa, dass wir Sie abholen?"

"In Notsituationen wird uns nicht geholfen, wir werden ausgelacht", klagt Patsy l'Amour laLove, der ein ähnliches Erlebnis schon mal in Stuttgart hatte, nun die Dresdner Polizei an. Anja Eichhorn, Sprecherin für Gleichstellung und feministische Politik von Die.Linken Sachsen, wirft der Polizei fehlendes Einfühlungsvermögen und Unsensibilität vor. Zudem vermisse sie den Versuch, Hilfe zu organisieren, bevor Schlimmeres geschieht. "Ein Abwimmeln und sich selbst überlassen, wie nach Schilderungen der Aktivistin erfolgt, ist die gänzlich falsche Reaktion." Die Dresdner Polizei wertete das Geschehen und das Notrufprotokoll gestern aus. "Der Inhalt spiegelt nicht die Ausführungen wider, wie sie jetzt in dem Bericht des Betroffenen geschildert werden", so ein Polizeisprecher. "Eine Notsituation ist uns nicht dargelegt worden, sie war für uns nicht erkennbar. Er hat uns nicht vermittelt, dass er angegriffen wurde. Er wollte, dass wir ein Auto schicken, das ihn von dem Ort wegbringt."

Rettung für Patsy l'Amour laLove und seinen Begleiter wurde schließlich eine "dunkle Ecke" der Bar im Maritim-Hotel. Dort warteten die beiden, "bis sich der Pegida-Auto-Konvoi etwas lichtete und endlich ein Taxi für uns frei war".

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