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Bauzaun statt Fußweg: Ämterposse um ein kleines Stück Weg in Bühlau

Bauzaun statt Fußweg: Ämterposse um ein kleines Stück Weg in Bühlau

Plötzlich steht der Fußgänger vor einem Bauzaun: Abrupt wird der Eschdorfer Weg in Bühlau auf einer Strecke von gut 30 Metern unterbrochen. Warum das so ist, erfährt der Fußgänger nicht.

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Peter Frey von der Bürgervertretung Bühlau vor dem Zaun des Anstoßes.

Quelle: Dietrich Flechtner

Er muss einen Umweg über die Quohrener Straße laufen. Das wird sich auch nicht so schnell ändern: Obwohl der Bauausschuss des Stadtrates längst beschlossen hat, dass der Eschdorfer Weg als Wanderweg nach dem Naturschutzgesetz ausgewiesen werden soll, hebt die Verwaltung die Schultern und verweist auf einen Personalmangel.

"Es ist wirklich wie im falschen Film", schimpft CDU-Stadträtin Christa Müller. Sie hatte sich für die Öffnung des Eschdorfer Weges starkgemacht, nachdem 852 Bühlauer eine Petition an den zuständigen Ausschuss des Stadtrates eingereicht hatten. "Wir haben uns intensiv mit dem Thema befasst, waren vor Ort, haben mit Anwohnern und dem Straßen- und Tiefbauamt gesprochen", so Müller.

Ergebnis sei die Beschlussvorlage für den Bauausschuss gewesen, die mehrheitlich verabschiedet wurde. Doch jetzt flatterte eine Beschlusskontrolle ins Haus. Darin heißt es wörtlich: "Die Personalstelle für die Bearbeitung der Wander- und Reitwege im Umweltamt ist seit November 2014 nicht besetzt. Daher können wir derzeit nur die dringendsten Arbeiten wie z. B. die Beseitigung von Gefahrenquellen oder Abschlüsse bereits begonnener Projekte erledigen. Die Wiedereröffnung des Eschdorfer Weges hat dem gegenüber geringere Priorität. Die Bearbeitung ruht bis zur Nachbesetzung der Stelle."

"Ich fühle mich wie im falschen Film. Eine unglaubliche Arroganz. So kann man mit Bürgern nicht umgehen", findet die CDU-Stadträtin. Peter Frey von der Bürgervertretung Bühlau sieht es ähnlich. "Die Akte wird in der Verwaltung hin- und hergeschoben, aber es passiert nichts", ärgert er sich.

Der Eschdorfer Weg sei früher eine wichtige Verbindung bis zur Bautzner Straße gewesen, die besonders von den Schülern des Gymnasiums benutzt worden sei. Die parallel verlaufende Quohrener Straße habe nur einen Fußweg, der im Winter kaum zu passieren sei. Nach dem Brand einer Scheune habe ein Anwohner den Eschdorfer Weg rund um die Brandruine wegen Einsturzgefahr gesperrt. "Das haben wir auch eingesehen", erklärt Frey. "Aber die Ruine ist längst weg, doch der Weg ist immer noch zu."

Einziger Ausweg sei die öffentlich-rechtliche Widmung des Weges als Wanderweg. "Als der Bauausschuss das beschlossen hatte, gab es Hoffnung", so Frey, "aber uns war schon klar, dass wir einen langen Atem brauchen." Der schon 1990 gegründete Verein sei es gewöhnt, in der Verwaltung beim ersten Mal nicht für voll genommen zu werden. "Wir geben aber keine Ruhe", kündigt der Bausachverständige an. Mit Beharrlichkeit habe die Bürgervertretung schon viele Fehlentwicklungen in Bühlau stoppen können. So werde sie auch die Öffnung des Weges erreichen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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