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Lokales Bauverzug an der Augustusbrücke
Dresden Lokales Bauverzug an der Augustusbrücke
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14:41 11.04.2018
Letzte Arbeiten an der Behelfsbrücke. Wenn alles funktioniert, geht sie am Wochenende in Betrieb.  Quelle: Fotos (2) Dietrich Flechtner
Dresden

 Die Arbeiten an der Augustusbrücke liegen drei Wochen hinter dem Zeitplan zurück. Das erklärte am Mittwoch Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. „Wir hoffen, dass wir die Zeit wieder herausholen können.“ Ein milder Winter wäre da mehr als hilfreich, meinte Andreas Gruner, Abteilungsleiter für Brücken und Ingenieurbauwerke in der Stadtverwaltung.

Keine dorischen Säulen – Amtsleiter Reinhard Koettnitz zeigt ausgebaute Masten für die Fahrleitung. Quelle: Dietrich Flechtner

Böse Überraschungen seien für den Verzug verantwortlich, so Koettnitz. So hätten die Bauarbeiter nach dem Abtragen des Fahrbahnbelags eine Dichtung aus „klassischem Steinkohleteermaterial“ gefunden. Die einen halben bis einen Zentimeter dicke Dichtung mussten die Bauarbeiter mit Schutzanzug und Atemmaske ausbauen und als Sondermüll entsorgen.

Der zwischen 1907 und 1910 eingebaute Stampfbeton erweise sich als sehr fest und lasse sich nicht so ohne weiteres entfernen, der von den Vorvätern verwendete Fugenmörtel besitze keine mineralischen Zusätze. Das sorge für eine hohe Festigkeit, mache sich aber jetzt beim Abriss beispielsweise der Sandsteinbrüstungen äußerst schlecht. Es komme zu Beschädigungen des weichen Matarials, wenn nicht die nötige Sorgfalt walte, und Sorgfalt koste Zeit. „Die Arbeiten sind sehr intensiv“, so Koettnitz.

Jetzt müssen auch die Straßenbahnen weichen: An der Dresdner Augustusbrücke beginnt im August die nächste Bauphase.

Immerhin: Die Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer ist fast fertig. Laut Gruner laufen gegenwärtig die Abnahmen. Geben die Statiker Grünes Licht, könnte die Brücke am Wochenende in Betrieb gehen. Die glatten Holzplatten werden noch asphaltiert, außerdem sollen Rampen für Radfahrer und Nutzer mit Kinderwagen oder Rollatoren angebaut werden. Hochwassersicher ist die 39 Meter lange Behelfsbrücke auf alle Fälle, ihr Stahlbetonfundament wurde 1,20 Meter tief in den Boden das Terrassenufers gerammt.

Der marode Brückenbogen über das Terrassenufer soll ab November abgerissen werden, die ersten Arbeiten dafür haben begonnen. An den kommenden Wochenenden wird die vielbefahrene Straße unter der Brücke wieder gesperrt: Vom 27. bis 30. Oktober für den Aufbau des Gerüsts für den Neubau des Bogens, vom 2. bis 6. November für den eigentlichen Abriss und vom 16. bis 20. November für das Absenken der Fahrbahn des Terrassenufers. Das ist laut Koettnitz erforderlich, um eine lichte Höhe von 4,50 Meter zu erhalten. Die normale lichte Höhe beträgt 5,20 Meter, doch das Gerüst für den Neubau liegt natürlich tiefer.

Während der Abrissarbeiten wird schwere Technik eingesetzt, die erheblichen Lärm produziert. Zumindest zur Messe in der Kathedrale am 5. November schweigen die Abbruchhämmer zwischen 10 und 12 Uhr, verspricht Gruner. Der Abteilungsleiter hat sich intensiv mit der Hofkirche beschäftigen müssen. Sollten an dem Gebäude Schäden entstehen, die auf die Bauarbeiten zurückzuführen sind, müsste die Stadt diese beheben. Da das Gebäude aber bereits andere Beschädigungen aufweist, wurden in den vergangenen Wochen umfangreiche Dokumentationen erarbeitet.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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