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Lokales Bautzner Straße wird im Sommer 2019 ausgebaut
Dresden Lokales Bautzner Straße wird im Sommer 2019 ausgebaut
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17:45 26.07.2018
In den Sommerferien 2019 werden die maroden Gleise in der Bautzner Straße saniert. Um die Bäume an der Südseite (rechts) zu schützen, rücken Straße und Gleise etwas nach Norden (links). Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) dürfen an der Bautzner Straße bauen. Am Donnerstag hat die Landesdirektion Sachsen den Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben zwischen Hoyerswerdaer Straße und Glacisstraße fertiggestellt, informiert die Behörde. Bei den DVB hat man lange auf diese Nachricht gewartet, weil die Gleise dort in einem erbärmlichen Zustand sind. Die bange Zeit ist damit jedoch für die DVB noch nicht zu Ende.

Grund dafür ist, dass es wohl bis zu den Sommerferien 2019 dauern wird, ehe Bauleute das Regime an der vielbefahrenen Trasse übernehmen. Die DVB wollen zwar so schnell wie möglich bauen, heißt es. „Wir könnten uns eine Baustelle im Frühjahr gut vorstellen“, sagt Sprecher Falk Lösch. Die Stadt lehnt das oder gar eine Winterbaustelle jedoch ab. „Aus Sicht der Verwaltung soll die Hauptbauphase, die eine Sperrung und Umleitung der Bautzner Straße erfordert, ausschließlich innerhalb der verkehrsschwächeren Sommerschulferien erfolgen“, heißt es auf DNN-Anfrage. Halten die bereits mehrfach ausgeschliffenen Gleise so lange durch? „Das hoffen wir“, sagt DVB-Sprecher Lösch. Die mehr als 30 Jahre alten Schienen seien am Ende ihrer Lebensdauer angekommen, weshalb Bahnen dort wie auch dem benachbarten Albertplatz stellenweise nur noch Tempo 10 fahren.

Deswegen wollten die DVB den kurzen Abschnitt bereits seit Jahren sanieren, ziemlich konkrete Pläne dazu gab es für das Jahr 2017. Diese zerschlugen sich jedoch durch Bedenken des Denkmalschutzes. Konkret geht es um eine Reihe von Eibenbüschen am Rande der Straße, die zu einer 2015 unter Denkmalschutz gestellten Grünfläche gehören. Um die Pläne zu verwirklichen, hätte der bis auf den Gehweg gewucherte Bewuchs weichen müssen. Weil sich DVB, Straßen- und Tiefbauamt und Denkmalschutzbehörde über das Schicksal der Eibenbüsche nicht einigen konnten, wurde statt des verhältnismäßig raschen Plangenehmigungsverfahrens ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Sachsen angestrebt, das nun mit einem Kompromiss endet.

Der geht zum einen zu Lasten von Fußgängern und Radfahrern, die sich anders als bisher geplant einen gemeinsamen Weg in stadtauswärtiger Richtung teilen müssen. In der Gegenrichtung werden Radler dafür nicht über die Kleine Bautzner Straße, sondern direkt am Straßenrand geführt – so hatten es Radlervertreter gewünscht. Die DVB können sich zwar freuen, dass sie neue Gleise im für die breiteren Stadtbahnwagen geeigneten Drei-Meter-Mittelabstand verlegen können. Allerdings bessert sich die Lage für Straßenbahnen und Autos vor allem in stadtauswärtiger Richtung nicht. Dort müssen vor allem breitere Fahrzeuge wegen der schmalen Fahrbahnbreite neben dem Gleis immer wieder auf die Schienentrasse ausweichen, was zu gegenseitigen Behinderungen von Tram und Brummi führen kann. „Im Grunde eine Situation, wie wir sie jetzt auch haben“, sagt DVB-Sprecher Lösch. Er hoffe, dass sich die Engstelle nicht so stark auf den Fahrplan auswirkt, wenn auf dem Rest der Bautzner Straße freie Bahn herrscht.

Neu ist, dass nicht nur die Eiben ungeschoren davonkommen, sondern auch die Baumreihe direkt am Fahrbahnrand bis auf zwei Ausnahmen erhalten bleibt. Dafür sind in der Reihe drei Neupflanzungen geplant, weitere soll es im Umfeld an geeigneter Stelle geben, heißt es von den DVB. Um die Gewächse an der Südseite zu schützen, rücken Straße und Gleise etwas nach Norden, wo deshalb auch die Kleine Bautzner Straße umgestaltet werden muss. 14 Stellplätze fallen deshalb dort weg, insgesamt können nach dem Umbau noch 22 Autos dort parken.

Bis zum Baubeginn nächsten Sommer werden keinesfalls die Hände in den Schoss gelegt. Im Rathaus rechnet man damit, dass die Ausführungsplanung zwei Monate Arbeitszeit in Anspruch nehmen wird, anschließend wird einen Monat lang die Ausschreibung vorbereitet, die noch einmal ein halbes Jahr dauern soll.

Es wird mit einer viermonatigen Bauzeit gerechnet, wobei nach zweiwöchiger Vorbereitungszeit etwa eineinhalb Monate tatsächlich im Gleisbett und auf der Fahrbahn gearbeitet wird. In dieser Zeit wird es zu Sperrungen für Nah- und Individualverkehr kommen. Zwei Monate soll danach außerhalb von Gleis und Fahrbahn gebaut werden. Die Baukosten werden derzeit auf rund 2,37 Millionen Euro geschätzt.

Die Pläne werden vom 20. August bis 3. September im Technischen Rathaus an der Freiberger Straße 39, im Zimmer 2409 zur Einsichtnahme für jedermann während der Dienstzeit ausgelegt.

Von Uwe Hofmann

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