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Lokales Baustart für Boschs Milliarden-Chipfabrik in Dresden
Dresden Lokales Baustart für Boschs Milliarden-Chipfabrik in Dresden
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07:44 25.04.2018
Spatenstich bei Bosch in Dresden: Dr. Patrick Leinenbach; Dirk Hilbert; Jens Fabrowsky; Alexander Lenk; Otto Graf. (v.l.) Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Bosch hat am Dienstag im Dresdner Norden die bisher größte Einzelinvestition in der Geschichte des Elektronikkonzerns offiziell begonnen: Bis zu eine Milliarde Euro will das Unternehmen in seine erste Chipfabrik stecken, die Autoelektronik-Chips auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafer) produzieren kann. Bis Weihnachten will Werkleiter Otto Graf 125 Mitarbeiter anheuern – im Endausbau sollen es bis zu 700 sein.

Die ersten 32 Mitarbeiter sind bereits eingestellt

Als „klares Bekenntnis zum Hightech-Standort Deutschland und Dresden“ bezeichnete Bosch-Vorstand Jens Fabrowsky den Fabrikbau. Dresden habe sich gegen andere internationale Standorte durchgesetzt. „Wir wollen eng mit den lokal ansässigen Halbleiterfirmen und Universitäten kooperieren, um unser Unternehmen nach vorne zu bringen“, kündigte er an. „Bosch hat sich bewusst für Dresden entschieden“, ergänzte Otto Graf. „Wir haben hier ein hervorragendes Umfeld für die Halbleiter-Industrie vorgefunden.“ Nicht zuletzt hat die öffentliche Hand dem Konzern die Ansiedlung in Sachsen mit Subventionen versüßt.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) freute sich: „Durch einen starken Player wie Bosch wird das Cluster weiter an Fahrt aufnehmen.“

Tatsächlich hat Bosch längst mit dem Fabrikbau begonnen und die ersten 32 Mitarbeiter eingestellt. In Sichtweite zum Chipmaskenzentrum AMTC und zur entstehenden Philip-Morris-Fabrik haben die Arbeiter an der Knappsdorfer Straße schon tiefe Betonpfähle in den Hellerauer Grund getrieben. Diese Pfähle sollen die empfindlichen Belichtungsanlagen in der Chipfabrik erschütterungsfrei fundieren. Zu Weihnachten soll der Rohbau stehen, im Herbst will Graf parallel dazu mit der Inneninstallation beginnen.

„Wir suchen ab Techniker und Ingenieur aufwärts“

Der Produktionsstart ist für Ende 2021 geplant. „Wir wollen schnell durchstarten und produzieren“, gab Fabrowsky als Devise aus. Herstellen wird Boschs neue Top-Fabrik zunächst Spezial-Schaltkreise (ASICs) für Autos. Und weil die großen Trends zum Elektroauto und zum Roboterauto immer mehr Bordelektronik erfordern werden, ist dem Marktführer in diesem Sektor anscheinend auch nicht bange, seine Fabrik auslasten zu können.

Die neue Fabrik soll hochautomatisiert und mit selbstlernenden Computersystemen ausgestattet sein. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an die Bewerber: „Wir suchen ab Techniker und Ingenieur aufwärts“, sagt Graf. Sorgen macht er sich nicht, genug Leute zu finden: Schon jetzt habe das Unternehmen rund 500 Bewerbungen vorliegen.

Für den Dresdner Arbeitsmarkt sind Mitnahme-Effekte zu erwarten: Wenn Bosch einmal die 700 versprochen Stellen geschaffen hat, dürften daran weitere 1000 hängen – bei Zulieferern, Kunden und Dienstleistern.

Von Heiko Weckbrodt

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