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Lokales Baustart: DVB verlegen bis März 2018 neue Gleise auf der Oskarstraße
Dresden Lokales Baustart: DVB verlegen bis März 2018 neue Gleise auf der Oskarstraße
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15:24 23.03.2018
Auf dem Gustav-Adolf-Platz sind die Arbeiten schon in vollem Gange. Bis März 2018 soll die neue Streckenführung fertig sein.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Wir sind ein bisschen aufgeregt, dass es nun losgeht“, sagt Andreas Hemmersbach, der als Vorstand sonst mit kühlem Kopf die Finanzen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Blick hat. Gemeint ist das Großprojekt „Stadtbahn 2020“, an dem seit Mittwoch in einem Teilabschnitt auf der Oskarstraße gewerkelt wird. „Nach sechs Jahren intensiver Planung“, wie DVB-Vorstandskollege Lars Seiffert anfügt, um die allgemeine Aufregung etwas zu erklären. Vom Auftakt bis zur Verwirklichung der ganzen Strecke wird es allerdings noch Jahre dauern.

Worum geht es?

Konkret geht es um einen Abschnitt der sogenannten Campuslinie, bei der die überlastete Uni-Buslinie 61 mit täglich etwa 32 000 Fahrgästen durch eine neue Straßenbahntrasse über den Zelleschen Weg ersetzt wird. Gebaut wird im letzten Teilstück dieser Route in Strehlen zwischen dem Wasaplatz und der Tiergartenstraße. Das vor allem, weil sich die Planungen dort als am weitesten fortgeschritten erwiesen haben und weil der etwa 1,2 Kilometer lange Abschnitt auch für sich genommen Sinn hat.

Bis zum Sommer wird im Umfeld der Oskarstraße und der Tiergartenstraße neue Straßenbahnschienen gebaut. Wir zeigen, wie die Bahnen umgeleitet werden.

Was genau wird gebaut?

Zunächst werden auf der Oskarstraße und der Tiergartenstraße auf etwa 1,2 Kilometern neue Gleise verlegt und eine neue Straßenbahnhaltestelle am S-Bahn-Haltepunkt Strehlen eingerichtet. Weil dafür auch Leitungen, vor allem eine wichtige Fernwärmetrasse, verlegt werden müssen, dauert die Gesamtbauzeit mit etwa einem Jahr relativ lange. Auf der Tiergartenstraße wird die noch nicht barrierefreie Seite der Haltestelle „Querallee“ umgebaut. Auch wird der Straßenasphalt entlang der Trasse erneuert. Anschließend werden die alten Gleise aus der Wasastraße und der Franz-Listz-Straße herausgerissen. Sie werden nicht mehr benötigt, weil die Linie 9 und 13 nach dem Trassenneubau am Haltepunkt Strehlen entlangfahren und halten.

Warum ist das sinnvoll?

Weil dadurch das direkte Umsteigen von S-Bahn in Straßenbahn ermöglicht. Langfristig wollen die DVB dadurch mehr Passagiere gewinnen. Wirksam wird das wohl vor allem, wenn die Campuslinie tatsächlich einmal bis zu den Universitätseinrichtungen am Zelleschen Weg führt. Doch aus so hoffen die DVB das Umsteigen zwischen Bus und Bahn, das laut Vorstand Seiffert derzeit etwa 3000 Menschen täglich am Wasaplatz unternehmen, an der neuen Haltestelle deutlich attraktiver zu gestalten.

Wer bezahlt den Ausbau?

Vor allem der Bund und der Freistaat, wie Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) vorrechnet. Mehr als 20 Millionen Euro werden die Baukosten demnach insgesamt kosten, rund elf Millionen Euro fließen über Fördermittel des Bundes und Landes. Die Verkehrsbetriebe tragen rund acht Millionen Euro der übrigen Kosten, die Stadt lediglich eine Million Euro, von denen allerdings 300 000 Euro als Fördermittel beim Verkehrsverbund Oberelbe eingeworben werden.

Und was passiert mit dem Bahnhofsgebäude in Strehlen?

Auch das wird saniert. Die DVB haben das Bahnhofgrundstück kaufen müssen, weil sie es zur Unterbringung technischer Anlagen im hinteren Teil benötigen. Dort haben Archäologen bei Grabungen 5000 Jahre alte Scherben geborgen, wie DVB-Sprecher Falk Lösch informiert. Das Gebäude selbst haben die DVB vor zwei Wochen an die Allgemeine Beratungs- und Treuhandgesellschaft mbH (ABG) abgegeben, die in direkter Nachbarschaft eine Niederlassung mit 40 Mitarbeitern unterhält. Geplant sei eine denkmalgerechte Sanierung, an deren Ende eine Markthalle im Erdgeschoss, Büro- oder Praxisräume im Obergeschoss und unterm Dach Räume für die DVB-Fahrer entstehen, wie ABG-Geschäftsführer Friedrich Geise sagt. Man werde dafür länger brauchen als die DVB und eine Millionensumme bezahlen.

Wie geht es mit der Campuslinie weiter?

Sehr zögerlich. Im insgesamt rund 169 Millionen Euro teuren Ausbauprojekt zwischen Löbtau und Strehlen ist der Ausbau der Zentralhaltestelle „Tharandter Straße“ als nächstes dran. Der Planfeststellungsbeschluss dafür werde in Kürze erwartet, heißt es aus dem Rathaus. In diesem Jahr sollen vorbereitende Arbeiten an umliegenden Straßen beginnen, im nächsten Jahr dann die tatsächliche Haltestelle angegangen werden. Für den Abschnitt bis zur Nürnberger Straße, bei dem auch die Nossener Brücke neu gebaut werden soll, werden derzeit noch die Unterlagen fürs Planfeststellungsverfahren zusammengestellt. Der Abschnitt Zellescher Weg und Caspar-David-Friedrich-Straße ist in einem noch früheren Stadium. In beiden Abschnitten wird bis 2020 nichts passieren.

Von Uwe Hofmann

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