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Lokales Baumpflege kontra Naturschutz: Dresdner Stadtbaumtage diskutieren den Konflikt
Dresden Lokales Baumpflege kontra Naturschutz: Dresdner Stadtbaumtage diskutieren den Konflikt
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20:34 09.09.2015
Frisch geklopft. Höhle in einem Baumstamm im Tharandter Wald. Quelle: Jürgen Matthes

B. ein Tier oder eine Pflanze einer streng geschützten Art fängt bzw. aus der Natur entnimmt, verletzt, tötet bzw. zerstört? Ein solches Verhalten kann sogar mit Gefängnis bestraft werden.

Bis zu 50 000 Euro Geldbuße drohen laut Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich auch demjenigen, der wild lebende Tiere mutwillig beunruhigt, ohne vernünftigen Grund fängt, verletzt oder tötet. Petra Kirchhoff de Llamas vom Dresdner Umweltamt machte das gestern in ihrem Vortrag bei den Dresdner Stadtbaumtagen deutlich.

Die werden seit acht Jahren von der Professur für Forstbotanik der TU Dresden und dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft der Stadt Dresden veranstaltet und finden derzeit auf Schloss Burgk in Freital statt. Diesmal beschäftigen sie sich mit der Baumpflege und den Anforderungen, die diesbezüglich aus dem Naturschutz erwachsen. Ein Thema, dass Vertretern von Kommunen, Planungsbüros, Baumpflegeunternehmen, Gartenmeistern großer Parks und natürlich Naturschützern immer mehr auf den Nägeln brennt. Denn "das Artenschutzrecht ist durch die Umsetzung der europarechtlichen Regelungen verschärft worden", erläuterte Kirchhoff. Und das wirft für alle Beteiligten viele Fragen auf. Demzufolge waren die Stadtbaumtage beizeiten ausgebucht. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus dem Raum Dresden, sondern aus ganz Deutschland und sogar aus Wien.

Noch immer gebe es "zwischen Naturschutz und Baumpflege ein erhebliches Konfliktpotenzial", konstatierte Jörg Lorenz vom Naturschutzinstitut Dresden. Die Risikoabwägung sei nicht selten unverhältnismäßig. "Wenn ein Baum umfällt, werden gleich alle unter Generalverdacht gestellt." Und es gebe eine an Hysterie grenzende Furcht davor, dass alte Bäume mit morschen, hohlen Stammpartien jeden Moment umzubrechen drohen. "Warum stellen wir nicht Schilder auf ,Ein Spaziergang durch diesen Park könnte tödlich sein?'", meinte Lorenz provokativ.

"Auch wir haben gesetzlichen Regelungen zu folgen. Die Ziele des Artenschutzes können nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit verwirklicht werden", entgegnete Steffen Löbel vom Dresdner Amt für Stadtgrün. "Vitale, gesunde, verkehrssichere und alte Bäume" seien jedoch erklärtes Ziel der Baumpflege. Allerdings müsste die Art und Weise der Umsetzung der Verkehrssicherheit einer Prüfung unterzogen werden, um sie im Sinne des Artenschutzes umzusetzen. Von artenschutzrechtlichen Prüfungen vor Pflegearbeiten bzw. Baumfällungen zum Beispiel war die Rede. Zudem gab es viele interessante Beispiele, wie man in Dresden bei der Baumpflege bereits versucht, dem Artenschutz Rechnung zu tragen.

Eins jedoch wurde ebenfalls deutlich. Artenschutz kostet Geld. Für Gutachter, die im Zweifel hinzugezogen werden müssten, für Schutzmaßnahmen. Und eben dieses Geld ist in den kommunalen Haushalten nicht eingeplant. "Wenn wir alles aus dem laufenden Haushalt für die Baumpflege begleichen, fehlt dann wieder Geld für die Herstellung der Verkehrssicherheit", so Löbel.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.03.2014

Catrin Steinbach

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