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Lokales Bauern beschießen Saat mit Dresdner E-Kanonen
Dresden Lokales Bauern beschießen Saat mit Dresdner E-Kanonen
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14:00 08.07.2018
Außenansicht der ersten E-Vita-Anlage, die in Güstrow Saatgut mit Elektronenstrahlen desinfiziert. Quelle: Foto: Ceravis AG
Dresden/Güstrow

Bauern aus Mecklenburg-Vorpommern schwören auf Elektronen-Kanonen aus Dresden: Die Ceravis AG aus Güstrow hat im Vorfeld der Herbstaussaat 2018 eine zweite leistungsfähige „E-Vita“-Anlage in Betrieb genommen. Anstatt Saatgut chemisch zu behandeln, bestrahlen diese Anlagen das Korn mit Niedrigenergie-Elektronen, um es von Schädlingen, Bakterien und Viren zu befreien. Das teilte das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden mit, dass die Technologie dahinter entwickelt hatte.

Die Forscher sehen eine wachsende Akzeptanz für die neue physikalische Desinfektions-Methode, die aus ihrer Sicht besonders umweltfreundlich ist: „Allein die Tatsache, dass auf etwa jedem fünften Hektar der Getreidefläche in Mecklenburg-Vorpommern zur diesjährigen Ernte elektronenbehandeltes Saatgut zur Aussaat kam, beweist die hohe Akzeptanz des Verfahrens“, schätzten die FEP-Ingenieure ein. Diese hohe Nachfrage habe auch den Anlagenhersteller Ceravis bewogen, eine zweite E-Vita-Anlage in Güstrow zu errichten, teilte Andreas Prelwitz von der Ceravis AG ein.

„Diese neue Anlage ist auch eine Investition für die Landwirtschaft, die zunehmend unter dem Verlust von Wirkstoffen bei Pflanzenschutzmitteln leidet. Für die Saatgutbehandlung ist dank E-Vita daher zukünftig keine negative Auswirkung für die Landwirtschaft zu erwarten, wenn noch mehr chemische Beizmittel ihre Zulassung verlieren.“ Die neue E-Vita könne rund 25 Tonnen Getreide pro Stunde reinigen.

Bisher seien die Anlagen allerdings noch zu teuer gewesen, schätzen die Fraunhofer-Ingenieure ein und versprechen Abhilfe: Mit einer neuen Elektronenquelle, bei der keine Glühemitter für die Elektronenemission mehr benötigt werden, sollen die Kosten deutlich sinken. „Damit erhalten zukünftig auch kleinere Saatgutunternehmen die Möglichkeit, das Verfahren zu nutzen.“

fep.fraunhofer.de

Von Heiko Weckbrodt

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