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Lokales Bauen oder nicht bauen am Leutewitzer Park
Dresden Lokales Bauen oder nicht bauen am Leutewitzer Park
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11:12 08.12.2015
Das grüne Areal soll nach dem Willen der Bürgerinitiative ein "Außenbereich" bleiben. Der Investor will hier zwei Mehrfamilienhäuser bauen. Quelle: Karte: DNN
Dresden

Vor vier Jahren kaufte der Investor VSC aus Cossebaude die Grundstücke südlich des Leutewitzer Parks. Wie Geschäftsführer Uwe Köhn mitteilt, sollten auf der Fläche 27 bis 28 Eigenheime und zwei Mehrfamilienhäuser mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro entstehen. Doch eine der Anwohnerinnen machte VSC einen Strich durch die Rechnung und weigerte sich, ihr zur geplanten Fläche gehörendes Grundstück zu verkaufen. "Der Bebauungsplan war eigentlich schon durch, aber so konnte das Projekt nicht umgesetzt werden", sagt Köhn.

Der Investor gab klein bei und einigte sich mit der Stadt auf einen Kompromiss: Nur der nördlichste Teil des Areals wird im Besitz von VSC bleiben. Hier sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Für die restlichen Teilflächen laufen Kaufverhandlungen mit der Stadt. Rund 30 Cent soll Köhn nach eigener Aussage pro Quadratmeter bekommen. Dazu erklärt er sich bereit, die Schaumberger Straße bis zum Leutewitzer Park zu erweitern und so einen zusätzlichen Zugang zu schaffen. Das Problem: Die Verwaltung arbeitet langsam. Eine von der Stadt geplante Klarstellungs- und Ergänzungssatzung wurde bis heute nicht in den Stadtrat eingebracht.

Der wird jetzt selbst aktiv. Seit Anfang November gibt es einen Beschlussvorschlag der Stadtratsmehrheit aus Grünen, Linken und SPD, die fordert, die besagte Ergänzungssatzung einzubringen. "Uns geht es in erster Linie darum, dass das Gelände für den Leutewitzer Park erschlossen wird", sagte Stadtrat Johannes Lichdi (Grüne) jetzt während einer Pressekonferenz auf dem Gelände.

Der Bürgerinitiative "Erweiterung Leutewitzer Park", in der sich Anwohner der angrenzenden Mehrfamilienhäuser organisiert haben, geht die Klarstellungssatzung der Stadt nicht weit genug. Auch die Anwohner sind für die Erweiterung des Parkes. Doch auch die beiden nördlichsten Grundstücke, auf denen VSC zwei Mehrfamilienhäuser bauen will, sollen baurechtlich als "außen" definiert bleiben. Die Grundstücke könnten dann nicht als Bauland genutzt werden. "Dabei geht es um die persönlichen Belange der Anwohner", sagt Köhn. Diese hätten sich auf seinem Grundstück Feuerstellen eingerichtet und wollten nicht, dass ihr Blick ins Grüne verbaut wird, so der Investor.

Eine andere Position vertritt Peter Bartels, Vorsitzender des Dresdner Mietervereins und SPD-Stadtrat. "Dresden braucht 3000 Wohnungen im Jahr. Hier soll und muss wie ursprünglich geplant gebaut werden", sagte er bei der Pressekonferenz und stellte sich damit gegen seine Kollegen im Stadtrat. Lichdi antwortete dem Abweichler: Natürlich brauche man Wohnungsbau, aber nicht in dieser sichtexponierten Hanglage, die für die Temperaturregulierung der Stadt sehr wichtig sei. Darüber hinaus würden im Stadtrat permanent Bauvorhaben abgenickt, so Lichdi.

Der Investor trägt derweil seinen Teil dazu bei, dass die verworrene Interessenslage noch komplizierter wird. Im Frühjahr hat er den in den vergangenen Jahren natürlich gewachsenen Wald auf dem Nordteil des Grundstückes gerodet. Er wird die Fläche in den kommenden drei Jahren wieder aufforstem müssen, wenn die Forstbehörde einer sogenannten Waldumwandlung nicht zustimmt.

Am Donnerstag um 19 Uhr lädt die Bürgerinitiative "Erweiterung Leutewitzer Park" zu einer Informationsveranstaltung in den Gasthof Altes Gewölbe, Altleutewitz 6.

Hauke Heuer

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