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Bau der B6 rasiert Kleingärten weg

Bauprojekt des Bundes Bau der B6 rasiert Kleingärten weg

Sie wurde 2015 zur Schönsten in Dresden gekürt: die Kleingartenanlage „Am Tummelsbach“ in Dresden-Cossebaude. Doch in ein paar Jahren soll in der grünen Oase an der Eisenbahnlinie und der Straße Am Hang nichts mehr so sein, wie es mal war. Denn neben die Eisenbahnlinie soll die neue B6 gebaut werden. Und dafür werden Gärten weggebaggert.

Udo Seiffert weist auf die Gärten unmittelbar an der Bahnlinie, die alle wegmüssen, wenn die B6 so gebaut wird, wie jetzt geplant.
 

Quelle: Catrin Steinbach

Dresden.  Sie wurde 2015 zur Schönsten in Dresden gekürt: die Kleingartenanlage „Am Tummelsbach“ in Dresden-Cossebaude. Doch wenn es nach dem Willen derjenigen geht, die die Bundesverkehrswege planen, dann wird in ein paar Jahren in der grünen Oase an der Eisenbahnlinie und der Straße Am Hang nichts mehr so sein, wie es mal war. Denn neben die Eisenbahnlinie soll die neue B6 gebaut werden. Und dafür werden Gärten weggebaggert.

„Nach derzeitigem Planungs- und Kenntnisstand müssen ca. sechs Parzellen aus der Kleingartenanlage Am Tummelsbach e.V. dem geplanten Straßenbauprojekt weichen“, gibt die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- u. -bau GmbH (Deges) gegenüber DNN Auskunft. Darüber hinaus seien „weitere ca. 19 Parzellen im Bereich Seegärten und Steilhang Kemnitz betroffen“.

Sechs Gärten am Tummelsbach – das klingt nicht viel. Doch Udo Seiffert, Vorsitzender der Kleingartenanlage, kennt andere Zahlen. „Allein in der ersten Reihe müssen zwölf an der Bahnlinie gelegenen Gärten komplett weg. Und man für den Bau der Straße und der Lärmschutzwand ja auch Baufreiheit braucht, dürften mindestens neun weitere Gärten in der zweiten Reihe betroffen sein“, macht Udo Seiffert seinem Ärger Luft. Und er erklärt die Auswirkungen für die 98 Vereinsmitglieder, die 49 Gärten beackern. „Mit dem Bau wird unser Brunnen weggebaggert und die gesamte Anlage von der Wasser- und Abwasserentsorgung abgeschnitten. Die Zufahrt zum Verein, der Parkplatz, ein Teil der Gemeinschaftsfläche fallen weg. Bäume, die die Stadt als Ausgleichsmaßnahmen auf dem Vereinsgelände gepflanzt hat, werden wieder gefällt.“

Dieser Weg „Am Hang“ soll zur Straße ausgebaut werden

Dieser Weg „Am Hang“ soll zur Straße ausgebaut werden.

Quelle: Catrin Steinbach

Zudem sei im Gespräch, auf der anderen Seite des Vereinsgeländes den jetzigen Fuß- und Radweg „Am Hang“ zu einer Straße auszubauen, damit zum Beispiel das Tierheim für Pkw erreichbar bleibt. Denn nach gegenwärtigem Stand bekommt die B6 nur an der Talstraße und am Grünen Weg Brücken. Ansonsten kann man in dem neu zu bauenden Abschnitt weder zu- noch abfahren. Der Bau besagter Straße bedeutet weitere Eingriffe in den Kleingartenverein, ist Udo Seiffert klar.

 „Parzellen entlang des Weges werden beschnitten und zum Teil so klein, dass man dort nicht mehr gärtnern kann, oder sie fallen ganz weg. Auch die Parkplätze entlang des jetzigen Fuß- und Radweges – eine Fläche, die zum Vereinsgelände gehört – gibt es dann nicht mehr.“ Und da die durch den B6-Bau betroffenen Gärten, die wegfallen sollen, allesamt von Vereinsvorstandsmitgliedern bewirtschaftet werden, ist der Verein mit einem Schlag kopflos.

Die Kleingärtner verstehen, dass die Situation der Anlieger an der jetzigen B6 unerträglich ist und dass eine Lösung gefunden werden muss, wie sie betonen. „Aber wir verstehen nicht, dass die Belastungen, die die Bundesstraße mit sich bringt, nur verlagert werden und man nicht nach einer Lösung sucht, die die Belastungen minimieren“, bringt es Udo Seiffert auf den Punkt. Zudem kritisieren die Kleingärtner, dass der Natur und dem städtischen Grün ein so geringer Stellenwert eingeräumt werde.

Die Kleingärtner haben bereits vor Herausgabe des Bundesverkehrswegeplanes gegenüber der Bundesregierung ihre Bedenken zur favorisierten B6-Variante mitgeteilt. „Aber dass man Stellungnahmen entgegennahm, war nur noch eine Formsache. Denn der Plan war schon fertig und nichts von all den Einwendungen auch anderer Betroffener hat dort einen Niederschlag gefunden“, gibt Udo Seiffert die Verbitterung der Kleingärtner wieder.

1507 Unterschriften hat der Verein gesammelt und eine Petition an den Bundestag geschickt. In dieser fordert er, dass das ressortübergreifend erarbeitete Weißbuch „Grün in der Stadt“ bei der Planung beachtet wird und dass andere Trassenvarianten für die B6, vor allem die direkte Trasse in südliche Richtung zum Autobahndreieck Dresden-West, erneut geprüft werden. Billig bauen dürfe – so Seiffert – bei einer solchen Baumaßnahme nicht das ausschlaggebende Kriterium sein. „Die Lebensqualität der Bürger muss im Mittelpunkt stehen. Und wir Kleingärtner gehören dazu.“

 

Von Catrin Steinbach

Dresden, Am Urnenfeld 51.080899 13.650006
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