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Bahn schafft auf Dresden-Berlin-Strecke fast wieder Vorkriegsniveau

Von Dresden nach Berlin in 1:47 Stunden Bahn schafft auf Dresden-Berlin-Strecke fast wieder Vorkriegsniveau

Alle Intercitys und Eurocitys zwischen Dresden und Berlin fahren von Sonntag an wieder auf direktem Weg über Elsterwerda. Am Dienstag rollte ein Sonderzug mit deutlich mehr Halten als üblich von Berlin nach Dresden – und hatte nur drei Minuten Verspätung.

Eckart Fricke von der Deutschen Bahn (l.) und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig fuhren einen Teil der neuen Strecke mit.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Alle Intercitys und Eurocitys zwischen Dresden und Berlin fahren von Sonntag an wieder auf direktem Weg über Elsterwerda. Die Deutsche Bahn hat die seit August 2016 gesperrte Bahntrasse freigegeben. Am Dienstag rollte ein Intercity als Sonderzug für geladene Gäste und mit deutlich mehr Unterwegshalten als üblich von Berlin nach Dresden – und hatte nur drei Minuten Verspätung.

Zwischen Baruth/Mark und Hohenleipisch wurde die Trasse saniert sowie Gleise, Bahnsteige und Sicherungstechnik erneuert. Bahnübergänge wurden durch Brücken ersetzt. Nun sollen die Fernzüge abschnittsweise mit 160 Stundenkilometern durch Südbrandenburg rauschen, in drei Jahren sogar mit 200 Stundenkilometern.Gebaut und umgeplant wird bereits seit 1991 – und es gibt immer noch einiges zu tun auf der 1875 eröffneten Strecke.

Schon seit Wochenbeginn fahren die Regionalzüge der Linie RB 31 Dresden – Elsterwerda wieder durch, der Schienenersatzverkehr ist Geschichte. Und ab Sonntag können Fahrgäste, etwa aus Coswig oder Weinböhla, in Elsterwerda auch wieder in die Regionalexpresse Richtung Berlin umsteigen. Die Fernzüge sollen unterdessen mit Unterwegshalten in Dresden-Neustadt, Elsterwerda und Berlin-Südkreuz für die Strecke Dresden – Berlin noch 1:47 Stunde benötigen, etwa zehn Minuten schneller als bisher. Erklärtes Ziel ist es, die Reisezeit Dresden – Berlin in gut zehn Jahren auf 80 Minuten zu drücken. Dazu muss aber die sogenannte Dresdner Bahn im Berliner Süden fertig sein, damit entfiele der Umweg zwischen Südkreuz und Blankenfelde über den Außenring.

Zwischen 1936 und 1939 war bis zu zweimal täglich ein stromlinienverkleiderter Schnellzug, der legendäre Henschel-Wegmann-Zug, mit der aufgemotzten Dampflok 61 001 zwischen Dresden-Neustadt und Berlin Anhalter Bahnhof nonstop 1:40 Stunde unterwegs.

In den Ausbau der gesamten 125 Kilometer zwischen dem Berliner Eisenbahn-Außenring und dem Abzweig Kottewitz bei Böhla im Landkreis Meißen wollen Bahn, Bund, EU und die Länder Brandenburg und Sachsen rund 575 Millionen Euro investieren. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) betonte die Bedeutung der Trasse für den transeuropäischen Güterverkehr zwischen den Häfen an der Ostsee und der Adria. Erneut sprach er sich für den „Erzgebirgsbasistunnel“ aus, der das Elbtal entlasten soll. Ab 2019 soll eine neue Intercity-Linie stundenversetzt zu den bisherigen Eurocitys Richtung Norden fahren und Dresden mit Rostock verbinden, bekräftigten Bahnvertreter. Nach Berlin ergebe dies dann einen Stundentakt.

Weil der Sonderzug einen Stopp in Großenhain am Cottbusser Bahnhof einlegte, durften Fahrgäste die eingleisige Regionalstrecke über Priestewitz bei gemütlicher Fahrt genießen. Vom Cottbusser Bahnhof aus gibt es keine Gleisverbindung zur Berliner Strecke in und aus Richtung Dresden. Der Berliner Bahnhof wird schon seit 2002 nicht mehr bedient. Den gesamten Regionalverkehr hat der Verkehrsverbund Oberelbe mit Errichtung des neuen Haltepunktes Weinböhla über Priestewitz gebündelt. Das frühere Neucoswig, der alte Weinböhlaer Bahnhof und Böhla wurden aufgelassen. Seit 2010 nutzen auch Fern- und Güterzüge zwischen Dresden und Riesa bis Böhla die Berliner Trasse. Von dort wurde eine gut sieben Kilometer lange Verbindungskurve zur Leipziger Strecke gebaut, die diese bei Weißig erreicht und den Regionalknoten Coswig entlastet.

Von Lars Müller

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