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Lokales Bäume oder Parkplätze: Wie kann die Dresdner Friedrichstadt aufgewertet werden?
Dresden Lokales Bäume oder Parkplätze: Wie kann die Dresdner Friedrichstadt aufgewertet werden?
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15:34 21.09.2017
Die Sanierungsbeauftragte der Friedrichstadt, Gudrun Hanzsch (Mitte), erläutert vor Ort die Pläne der Stadt im Viertel.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Plätze und Straßenzüge in der Friedrichstadt sollen bis Ende 2019 mit Straßensanierungen und Bepflanzungen attraktiver machen. Das wollen Dresdner Stadtplaner erreichen. Aktuell laufen die Vorplanungen für die Institutsgasse, Teile der Menageriestraße und einen Grünstreifen an der Schäferstraße durch die Planungsbüros „INC Noske“ und den TÜV Rheinland für Verkehr und Infrastruktur.

„In der Institutsgasse wollen wir Bäume Pflanzen, eine neue Parkordnung schaffen und für mehr Barrierefreiheit und sichere Überquerungsmöglichkeiten für Fußgänger sorgen“, sagt die Sanierungsbeauftragte der Friedrichstadt, Gudrun Hanzsch. Das Braunkohle-Schlackepflaster soll ausgetauscht werden und die 4,70 Meter breiter Fahrbahn erweitert werden, damit auch Transporter sicher passieren können. Außerdem sollen Teile des Gehwegs vorgelagert und mit Absenkungen versehen werden, um barrierefreies und sicheres Überqueren auch für Kinder zu erleichtern, die so die Straße mit den vielen parkenden Autos besser einsehen können. „Mit paarweise gepflanzten Tulpenbäumen, die eine Höhe von zehn bis 15 Metern erreichen, wollen wir durch einen sogenannten Himmelsstrich den historischen Neptunbrunnen in Szene setzen“, erläutert Hanzsch.

Zwei Varianten haben die Architekten ausgearbeitet, beide sehen eine drastische Verknappung der Parkplätze zugunsten neuer Bäume und Gehwegvorstreckungen vor. Momentan finden 54 Autos an der Institutsgasse einen Stelllplatz. Variante A ermöglicht noch 40 Plätze für Längs- und Querparker, sowie zwölf Tulpenbäume. Variante B sieht hingegen nur 25 Stellplätze für seitliches Parken und dafür einen breiteren Gehweg vor. An der Frage Baum oder Auto schieden sich bei der Diskussion der rund 30 Anwohner, die der Einladung der Stadt zum Bürgergespräch auf dem Koreanischen Platz gefolgt waren, die Geister. Die Stadt möchte das Parkplatzproblem rund um die Institutsgasse durch Tiefgaragen für Neubauten, Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus zu Parkmöglichkeiten für Patienten und Angehörige sowie Regelungen zum Anwohnerparken in den Griff bekommen. „Die Schwierigkeiten lauern unterirdisch, denn die Wurzeln der Bäume greifen in etwa gleicher Tiefe, in der die Fernwärme und Trinkwasserleitungen laufen“, beschreibt eine Mitarbeiterin des Ingenieurbüros Noske die Herausforderung bei der Umgestaltung der Institutsgasse.

An der Schäferstraße soll nach Vorstellung der Stadt und der Planungsbüros eine „grüne Raumkante“ entstehen. Konkret bedeutet das die Schaffung einer Rasenfläche, auf der in zwei Reihen voluminöse Gehweihbäume gepflanzt werden sollen, die bis zu 30 Meter hoch werden können und die Bebauung von der Straße abschirmen sollen. Dafür werden aber einige der dort stehenden Robinien gefällt werden müssen, die in ihrem Wuchs Schwierigkeiten verursachen. Zusätzlich sind Radmarkierungen auf der Fahrbahn geplant.

Die Maßnahmen, die an der Institutsgasse vorgenommen werden sollen, werden ähnlich auch für Teile der Menageriestraße geplant. Die Parkmöglichkeiten werden zu Gunsten von mehr Grün und Barrierefreiheit reduziert werden, damit die Friedrichstadt an Wohnqualität gewinnt. Darüber hinaus äußerten die anwesenden Bürger Missmut über die Fassaden der Platten am Anfang der Schäferstraße sowie die Ruine auf dem Koreanischen Platz. „Die Stadt kann auf Privateigentum wenig Einfluss nehmen“, sagt Hanzsch. Allerdings hofft sie, dass durch die Aufwertunsgmaßnahmen Wohnungen in der Friedrichstadt attraktiver werden und die Eigentümer von Mietshäusern dadurch Geld in die Instandhaltung ihrer Immobilien investieren.

Von Tomke Giedigkeit

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