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Lokales Bäume für Betonwüste im Zentrum
Dresden Lokales Bäume für Betonwüste im Zentrum
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16:42 22.06.2018
So stellen sich Grüne und SPD die Gestaltung der Westseite des Altmarktes vor. Quelle: PR
Dresden

Die Südseite des Altmarkts? Eine Betonwüste. Grün auf der Kramergasse oder Schreibergasse? Fehlanzeige. Die Kreuzstraße? Eine Einöde mit zerschlissener Fahrbahn. Bündnis 90/Die Grünen und SPD im Stadtrat wollen diese Zustände jetzt ändern. Die Fraktionen fordern in einem Antrag Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf, weitere Baumpflanzungen in der Innenstadt vorzunehmen und den innerstädtischen Freiraum gestalterisch aufzuwerten.

Statistisch beträgt in Dresden der Abstand zwischen zwei Straßenbäumen 30 Meter. Auf der gesamten Kreuzstraße steht aber ein einziger großer Baum. „Wir sollten über den gesamten Straßenraum reden“, findet Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender der Grünen, „der Raum vor dem Rathaus ist wenig gestaltet.“ Mit dem Verzicht auf Parkplätze könnte Raum für Stadtgrün geschaffen werden, die kaputte Fahrbahn sollte durch einen hellen Belag ersetzt werden. „Das ist besser als dunkler Asphalt, der sich im Sommer stark erhitzt“, so Löser.

Während die Weiße Gasse mit ihrem großzügigen Baumbestand sehr gelungen sei, so Hendrik Stalmann-Fischer, Baupolitiker der Sozialdemokraten, sei die Südseite des Altmarkts in einem traurigen Zustand. „Die Sorgfalt, die wir am Neumarkt walten lassen, sollten wir auch hier an den Tag legen“, findet er und verweist auf das Wohnungsbauvorhaben der Revitalis Real Estate AG, die 213 hochwertige Wohnungen im letzten freien Baufeld errichtet. „Hier werden Menschen wohnen, hier muss das Wohnumfeld gestaltet werden“, findet der SPD-Stadtrat.

Das Straßenbaumkonzept bedürfe dringend einer Überarbeitung und einer klaren Prioritätensetzung, so Stalmann-Fischer. „Wir brauchen Grün dort, wo die Menschen wohnen, also an den Nebenstraßen.“ Die Kosten für einen neuen Straßenbaum seien mit 1000 Euro im Konzept berechnet worden. Eine Summe, die längst nicht mehr mit der Realität übereinstimme. Teilweise würden bis zu 4500 Euro pro neuem Baum fällig, gerade dort, wo Leitungen verlegt werden müssten.

„Wir befinden uns im historischen Zentrum von Dresden und müssen hohe Ansprüche stellen“, fordert Löser. Deshalb sollten auch private Initiativen wie die Pflanzkübel vor Gaststätten oder Kübelbäume koordiniert werden. „Wir wollen aber auch, dass die Anwohner ein Wörtchen bei der Gestaltung mitreden können.„

Der Antrag wird jetzt im Ortsbeirat Altstadt und den Ausschüssen beraten. Das letzte Wort soll am 1. November der Stadtrat haben.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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