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Lokales „Bärenstarker August“ hilft Kindern
Dresden Lokales „Bärenstarker August“ hilft Kindern
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05:56 23.09.2018
Bürgermeister Detlef Sittel, Marit Kunis-Michel von der Bibo, Gründerin Annett Grundmann, Heike Heubner-Christa und Anett Dahl mit Polizeipräsident Horst Kretzschmar (v.l.). Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Es war der schlimmste Fall in der zehnjährigen Geschichte des Dresdner Kinderschutzprojekts „Bärenstarker August“: Ein Kind wird von den eigenen Eltern im Streit vor die Tür gesetzt, läuft verängstigt durch Dresden und weiß nicht wohin. Dann entdeckt es das dreieckige Symbol an der Tür einer Apotheke und bittet die Mitarbeiter um Hilfe, die sich um das aufgewühlte Kind kümmern und die Polizei rufen.

2007 hat sich die Elterninitiative „Bärenstarker August“ um Projektkoordinatorin Annett Grundmann gegründet. Mittlerweile beteiligen sich rund 120 Geschäfte und Einrichtungen in der Landeshauptstadt an der Initiative, darunter das Stadion oder die Wohnungsbaugenossenschaft „WGS“. Mit der Aufnahme der Hauptbibliothek im Kulturpalast am Freitag sind nun alle städtischen Bibliotheken Partner von „Bärenstarker August“. „Hauptsächlich helfen die Partner bei kleineren Problemen“, sagt Grundmann. „Zum Beispiel, wenn der Schlüssel vergessen wurde oder ein Kind sehr großen Durst hat.“ Zusammen mit anderen Vereinen und Unternehmen unterstützt auch die Dresdner Polizei das Präventionsprojekt für Kinder. Die Geschäfte mit dem Symbol sollen Kindern einen Ankerpunkt auf dem Schulweg oder dem Weg zu Aktivitäten am Nachmittag bieten. Die Kinder sollen wissen, dass sie hier einen Ansprechpartner und einen geschützten Raum finden können, beispielsweise wenn sie einen schlimmen Verkehrsunfall mit ansehen mussten.

„In Einzelfällen haben die Projektpartner in den vergangenen zehn Jahren schon die Polizei informiert“, berichtet Polizeipräsident Horst Kretzschmar. Zum Beispiel, wenn Kinder meldeten, dass sie von einem fremden Mann angesprochen wurden.

"Das dreieckige Symbol auf gelbem Grund weist Kindern den Weg zu sicheren Orten. Quelle: Anja Schneider

Das war auch der Ausgangspunkt für die Gründungsidee von „Bärenstarker August“. Grundmann, selber Mutter, hörte zusammen mit bekannten Eltern von ihren Kindern, dass sie auf dem Schulweg von fremden Männern angesprochen wurden. Sie wollten etwas unternehmen, um die Sicherheit ihrer Kinder zu erhöhen und riefen das Projekt „Bärenstarker August“ ins Leben. Knapp zehn Eltern engagieren sich aktuell ehrenamtlich für das Projekt. „Dass das Projekt aus einer Elterninitiave heraus entstanden ist, macht es deutschlandweit einmalig“, sagt Grundmann.

Zielgruppe der Dresdner Präventionsinitiative sind Kinder zwischen fünf und 16 Jahren. Da in Dresden aktuell viele Babys geboren werden, soll das Projekt auch nach zehn Jahren stetig weiter wachsen. Ein Ziel ist es, noch mehr Geschäfte und Einrichtungen mit regelmäßigem Publikumsverkehr mit dem Siegel „Bärenstarker August“ auszustatten – und so Kindern mehr Sicherheit und dadurch auch mehr Selbstständigkeit ermöglichen.

Von Tomke Giedigkeit

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