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Lokales Bäder GmbH soll Sachsenbad retten
Dresden Lokales Bäder GmbH soll Sachsenbad retten
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16:52 25.05.2018
Das denkmalgeschützte Sachsenbad verfällt. Quelle: Archiv
Dresden

Überraschende Wendung beim Sachsenbad: Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung der Dresdner Bäder GmbH damit beauftragt, eine inhaltlich und wirtschaftlich tragfähige Betreibungskonzeption für das Sachsenbad zu erarbeiten. Das Unternehmen, das zum städtischen Konzern Technische Werke Dresden gehört, soll sich auch an einer Konzeptionsausschreibung für das Sachsenbad beteiligen.

Diese Wendung kommt deshalb überraschend, weil drei Ausschüsse des Stadtrats nun gerade nicht dem Wunsch des Ortsbeirats Pieschen nach einer städtischen Beteiligung gefolgt sind. „Wir brauchen dringend die Sicherungsleine eines eigenen Konzeptes“, erklärte Tilo Kießling, Stadtrat von Die Linke und Mitglied im Aufsichtsrat der Bäder GmbH. „Deshalb habe ich den Antrag gestellt, die Geschäftsführung mit einem Konzept zu beauftragen.“

Er gebe sich keinen Illusionen hin, so Kießling: Je mehr ein privater Investor in den denkmalgerechten Erhalt des Sachsenbades investiere, umso weniger lukrativ werde das Vorhaben für ihn. „Wenn wir das Gebäude jetzt an Private vergeben wollen, dann besteht die Gefahr einer denkmalfernen Nutzung. Ich sehe uns aber in der Verantwortung, das Denkmal zu erhalten.“ Die Bäder GmbH solle ein Konzept vorlegen, wie das Sachsenbad als Bad mit welchem Zuschuss betrieben werden könne.

„Wir wollen etwas in der Hinterhand haben, wenn die Konzeptausschreibung erfolglos bleibt oder von Investoren nur inakzeptable Varianten vorgeschlagen werden.“ Das Beispiel Kraftwerk Mitte habe gezeigt, dass städtische Gesellschaften sehr wohl denkmalgeschützte Gebäude sanieren und betreiben könnten, findet Kießling. „Warum soll das nicht auch beim Sachsenbad gelingen?“

CDU-Stadtrat Veit Böhm erklärte, er begrüße prinzipiell jede Initiative zur Rettung des Sachsenbades. „Wenn sich für den Vorschlag eine Mehrheit findet und das erforderliche Geld in den Haushalt eingestellt werden kann, dann ist die Idee der Linken doch eine Lösung.“ Der Plan, das Sachsenbad an private Investoren zu vergeben, sei aber gerade deshalb entstanden, weil städtische Mittel nicht vorhanden sind, so Böhm. Sollte das Sachsenbad als Schwimmbad saniert werden, gebe es keine Möglichkeit mehr, in dem einwohnerstarken Stadtteil Pieschen ein modernes Schwimmbad zu errichten, so der CDU-Stadtrat.

SPD-Stadtrat Vincent Drews erklärte, er halte es nicht für sinnvoll, eine städtische Gesellschaft zur Erstellung eines Konzeptes für das Sachsenbad zu zwingen. „Wenn es diese Möglichkeit gebe, hätten wir das Gebäude nicht ausschreiben müssen.“ Drews verwies darauf, dass es keine Garantie für einen erfolgreichen Verlauf der Konzeptausschreibung gebe.

Der Stadtrat wird voraussichtlich am 7. Juni über die Zukunft des Sachsenbades entscheiden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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