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Lokales „Bäckman-Bus“ macht Station auf dem Altmarkt
Dresden Lokales „Bäckman-Bus“ macht Station auf dem Altmarkt
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09:59 22.04.2017
Qualitätsprüfer Michael Isensee vom Dt. Brotinstitut (l.) prüft mit Bäckermeister Rico Uhlig Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Zwei Tage lang können Dresdner Profi- und Nachwuchsbäcker ihre Brote und Brötchen von Experten testen lassen. Bis Samstagabend macht das Institut für Qualitätssicherung von Backwaren auf dem Altmarkt Station. Drei ausgebildete Fachmänner probieren und bewerten die Produkte in einem umgebauten Doppelstockbus, dem sogenannten „Bäckman-Bus“. Erstmalig können auch Hobbybäcker ihre Kreationen vorzeigen.

Qualitätstester Michael Isensee vom deutschen Brotinstitut nimmt jedes Brötchen genau unter die Lupe. Für die Qualität sind dabei mehrere Kriterien entscheidend: Form und Aussehen, Oberfläche, Lockerung, Struktur und Elastizität, Geruch und nicht zuletzt das Aroma. Die Kriterien werden mithilfe aller fünf Sinne überprüft. Sogar die Ohren tragen ihren Teil zum Qualitätstest bei: „Ein Weizenbrötchen ist nur perfekt, wenn es beim Hineinbeißen das klassische Knack-Geräusch macht“, erklärt der Fachmann. Gerade schneidet er ein Roggenbrötchen auf. Seinem kritischen Blick entgeht dabei nichts: „Fünf Minuten länger im Backofen hätten dem guten Stück sicher gut getan. Das Brötchen ist gerade so ausgebacken“, meint er zu seinen beiden Kollegen und notiert die Kritik in seiner Liste.

Am Freitag und Samstag konnten Profi- und Hobbybäcker ihre Kreationen von Experten prüfen lassen. Zwei Tage lang machte der "Bäckman-Bus" Station auf dem Dresdner Altmarkt.

Der „Bäckman-Bus“ ist im Auftrag der Bäckerinnung in ganz Deutschland unterwegs. Einmal jährlich bekommen die Dresdner Innungsbäcker die Möglichkeit ihre Produkte vom Institut für Qualitätssicherung von Backwaren (IQ Back)  prüfen zu lassen. Der Test ist für die Bäckereien kostenfrei. „Uns geht es letztlich nicht darum, Brote oder Brötchen zu kritisieren. Wir wollen den Kollegen nur Vorschläge geben, was sie künftig noch besser machen können“, erklärt Isensee.

Gleichzeitig will der deutsche Brotverband die Verbraucher anregen, sich wieder mehr auf die heimischen Bäckereien zu besinnen. Viele kleine Betriebe fallen aufgrund von Fusionierungen weg. „Es ist schade, dass immer mehr an Vielfalt verloren geht“, meint der Fachmann. Viele Bäckereien haben so zum Beispiel eine besondere Spezialität, die nur an bestimmten Tagen angeboten wird, weiß Rico Uhlig von der Dresdner Bäckerei Uhlig aus eigener Erfahrung. „Wir haben immer nur freitags und samstags unsere Walnusskrüstchen im Angebot. Die gehen weg wie warme Semmeln“, erklärt der Bäckermeister mit einem Schmunzeln im Gesicht. Damit diese Vielfalt nicht verloren gehe, sei es demnach umso wichtiger, dass die Kunden weiterhin zum kleinen Bäcker-Betrieb ihres Vertrauens gehen.

Die hohe Qualität der Dresdner Brötchen könne auch in diesem Jahr bestätigt werden. Bis auf eine Ausnahme erhielten alle zum Testen eingereichten Brötchen mindestens die Note „gut“. Bemerkenswerte 74 Prozent wurden sogar als „sehr gut“ empfunden. Fragt man den Qualitätstester am Ende des Tages nach seinem Favoriten, muss er nicht lange überlegen. Mit nur einem kurzen Griff zur Seite hat Isensee ein Rosinenbrötchen in der Hand: „Die sind hier so gut, dass ich mir eins für den Heimweg mitnehme. Ich glaube, die gute Qualität der Rosinen hängt mit dem Dresdner Stollen zusammen. Die Dresdner wissen da ganz genau, was gut ist.“

Insgesamt haben über 20 verschiedene Bäcker ihre Brötchen testen lassen. „Das reicht für heute“, meint Isensee. Vom ganzen Probieren sei er sicher noch den Rest des Tages mehr als satt. Am Samstag geht es dann den Broten an den Kragen. „Die müssen schon einen Tag liegen bleiben können, ohne trocken zu werden. Die Kunden essen an einem Tag ja auch nicht gleich ein ganzes Brot“, meint Isensee zum Abschluss.

jbü

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