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Lokales Baby mit Schädelhirntrauma: Vater präsentiert vor Gericht diverse Erklärungen
Dresden Lokales Baby mit Schädelhirntrauma: Vater präsentiert vor Gericht diverse Erklärungen
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08:44 24.01.2018
Der Prozess wird fortgesetzt, dann soll auch der Gerichtsmediziner zu den Verletzungen der kleinen Tochter gehört werden. Quelle: dpa
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Dresden

Das Angeklagte vor Gericht mauern und auch mal Stuss erzählen, wenn es um ihre Taten geht, ist nichts Neues. Felix M. hebt das Spiel um seltsame Ausreden allerdings in völlig neue Dimensionen. „Wenn Sie sechsmal etwas anderes erzählen, warum soll man Ihnen dann beim siebten Mal glauben, dass es jetzt die Wahrheit ist,“ fragte selbst sein Verteidiger. Denkt Felix M.wirklich, dass man ihm glaubt, was er da erzählt? Auch wenn er das bei den Händen seiner Tochter schwört? Das kleine Mädchen wurde mit gerade einmal drei Monaten ins Krankenhaus gebracht. Die Ärzte diagnostizierten ein Schädelhirntrauma, Einblutungen und eine halbseitige Lähmung.

Sie sei ihm vom Wickeltisch gefallen, erklärte der 22-Jährige den Ärzten und später auch der Polizei. Diese Aussage passt nicht zu den Verletzungen, erkennen die Ärzte in der Uni-Klinik. Sie vermuten, dass das Baby stark geschüttelt wurde und erstatten Anzeige wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung.

Das wies Felix M. am Dienstag im Amtsgericht entschieden zurück und präsentierte eine völlig neue Variante. Er habe die Kleine auf dem Arm gehabt, sei in der Wohnung gestolpert und mit ihr hingefallen. Aber irgendwie passt auch das nicht richtig und warum wurde erst Stunden nach dem Sturz der Notarzt gerufen?. „Sie war danach schon komisch, aber ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich war das erste Mal allein mit ihr, weil meine Freundin einen Termin hatte. Ich war total überfordert.“

Felix M. hat von den ersten drei Lebensmonaten seiner Tochter wirklich nicht viel mitbekommen – die meiste Zeit saß er im Knast. Übrigens nicht zum ersten Mal, der 22-Jährige hat schon eine kriminelle Karriere hingelegt. Gestern folgten noch weitere Anklagen. 2014 soll er mehrere Wohnungen mit zwei Kumpanen ausgeräumt haben. Einer von ihnen, Fabian W., fragte Freunde und Bekannte aus und stahl ihnen die Wohnungsschlüssel – dann ging man auf Diebestour. Geklaut wurde Schmuck, Computertechnik, Kameras, Handys, Bargeld, einmal sogar ein kompletter Tresor. Die Beute wurde dann verkauft. „Ich wollte da eigentlich nicht mitmachen, weil die mich nur ausnutzen und ich nur Klimpergeld bekam und die Tausende hatten“ beschwerte sich der Angeklagte. Warum hat er dann mitgemacht? Von Fabian W., inzwischen verurteilt, habe er sich dann getrennt, weil der auch ihn beklaut habe.

Dabei klaute Felix M. selbst wie ein Rabe. Er stahl sogar seinem besten Freund die EC-Karte, räumte dessen Konto leer und schob dann seinem eigenen Bruder die Sache in die Schuhe. Erst die Bilder auf den Überwachungskameras zeigten, wer wirklich das Geld abhob.

Sein Bruder scheint ihm das nicht übel genommen zu haben und ist offenbar bereit, einen Diebstahl von Felix M. auf sich zu nehmen, den der zurückweist. Alexis M. bettelte am Dienstag regelrecht darum, in einer Kinderarztpraxis ein Handy geklaut zu haben, obwohl alle Aussagen und Fakten dagegen und eher für seinen Bruder sprechen. Der 21-Jährige sitzt derzeit wegen anderer Sachen im Gefängnis. Einige Kinder der Großfamilie M. beschäftigen Polizei und Justiz schon längere Zeit. „Wir waren alle sehr auffällig, haben viel geklaut, schon die Kleinsten“, sagte Felix M. .Der Prozess wird fortgesetzt, dann soll auch der Gerichtsmediziner zu den Verletzungen der kleinen Tochter gehört werden.

Von Monika Löffler

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