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Lokales Azubis übernehmen Kinderstation des Dresdner Uniklinikums
Dresden Lokales Azubis übernehmen Kinderstation des Dresdner Uniklinikums
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18:03 17.04.2019
Auszubildende Tina Illmann und Patient Theo waren ein gutes Team. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Für Tina, Theo und Linda war der Dienstag ein sehr aufregender Tag: Der acht Monate alte Theo wurde von Mutter Linda Semm in den OP des Dresdner Uniklinikums begleitet. Dem Kleinen musste ein verkümmerter Hoden entfernt werden. Tina Illmann hat Theo für die Operation vorbereitet. Das klingt im ersten Moment nicht sonderlich aufregend, doch Tina ist Auszubildende der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und steht kurz vor ihren Prüfungen. An diesem Tag war sie nicht nur für Theo verantwortlich, sondern noch für fünf weitere Patienten und auch dafür, dass die Station der Bronchopneumologie und Kinderkardiologie funktioniert.

Azubis verbringen nur wenige Wochen der Ausbildung auf der Station

„Auszubildende leiten eine Station“ heißt das neue Projekt des Uniklinikums, welches zwei Tage lang auf zwei Stationen der Kinderklinik durchgeführt wurde. Vier Auszubildende pro Schicht übernahmen dabei die Aufgaben der Pflegekräfte. Wann bekommt welches Kind die nächsten Medikamente? Sind die Betten und Zimmer für Neuankömmlinge vorbereitet? Und wird der kleine Patient gegenüber rechtzeitig für die OP vorbereitet? All diese Fragen mussten sich die Lehrlinge selbst beantworten und Aufgaben delegieren, anstatt Anweisungen zu erhalten.

Währenddessen stand ihnen unter anderem Praxisanleiterin Karen Opara zur Seite. Sie hat das Projekt gemeinsam mit drei Kollegen akribisch vorbereitet. „Nach vielen Besprechungen ging es am Montag los mit einer Begrüßungsrunde. Dort haben wir auch noch mal das Fachliche besprochen, damit sich die Azubis gut vorbereitet fühlen“, erzählt sie. Denn die meisten verbringen während der Ausbildung nur sechs bis acht Wochen auf der Station, die sie einen Tag später schon leiten sollen.

„Keinem Patienten geht es schlechter“

Dienstag sechs Uhr morgens wurde es für die ersten Azubis schließlich ernst. Die Schicht begann mit der Patientenübergabe und der Zuteilung. Auch zur Visite mussten die Lehrlinge den Ärzten die kleinen Patienten vorstellen und Fragen beantworten können.

„Normalerweise leere ich zwischendurch auch mal den Müll aus oder wische Staub. Aber für sowas hatte ich überhaupt keine Zeit“, erinnert sich Tina an den Tag. Statt die Aufgaben selbst zu übernehmen, musste die 19-Jährige diese an anderes Pflegepersonal delegieren. Keine leichte Aufgabe, weder für die Azubis, noch für die Kollegen. „Es war auch für die Pfleger nicht leicht, sich zurückzunehmen“, sagt Opara. Zum Schichtende purzelten reihenweise Steine von den Azubiherzen: „Am Ende der Schicht konnte ich alle Patienten übergeben und niemandem ging es schlechter. Das ist ein tolles Gefühl“, sagt Tina mit einem breiten Lachen im Gesicht. Sie fühlt sich nun besser auf ihre praktische Prüfung vorbereitet, das Projekt habe ihr noch Schwachstellen aufgezeigt, an denen sie noch arbeiten kann. Und auch der kleine Theo konnte die Station nach Tinas Schichtende mit einem breiten Grinsen gesund und munter wieder verlassen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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