Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Autorin Petra Sprenger erklärt jungen Leuten die Geheimnisse der Oper
Dresden Lokales Autorin Petra Sprenger erklärt jungen Leuten die Geheimnisse der Oper
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:13 16.11.2015
Giacomo Puccinis Oper "Turandot" leicht erklärt: Kalaf und Turandot finden mit einem "Knuuuutsch" ihr Happy End! Quelle: PR
Dresden

Detailverliebt und witzig - die kleinen Heftchen mit niedlichen Comiczeichnungen von Petra Sprenger machen selbst Lust auf die staubigsten Vorstellungen der Oper. Seit Ende September gibt es die ersten drei Exemplare der Reihe "Opern einfach erklärt" bereits zu kaufen. Mit kultigen Illustrationen werden dort bekannte Opern verständlich für jedermann. Als erstes erschienen sind "Turandot, Carmen und Der Freischütz". Die Bücher sind alle verziert mit einer kleinen Maus mit großen Kulleraugen - der "Opernmouth".

"Ich wusste nur, dass ich gerne das Wort 'Mund' mit verwenden wollte. Aus dem Englischen heraus ist dann dieses Wortspiel entstanden und zugleich hatte ich damit ein Tierchen erschaffen, dass durch das Büchlein führt", erklärt Petra Sprenger. Idee, Konzept, Text, Gestaltung und Illustration der kleinen Opernführer kommen dabei von ihr selbst. Nur für den Feinschliff des Textes hat sie sich Hilfe von ihrem Kollegen Jörg Wagner, mit dem sie gemeinsam eine Werbeagentur betreibt, geholt.

Drei Jahre des Grübelns mussten vergehen, erst dann traute sich Petra Sprenger, ihren Traum in Erfüllung gehen zu lassen. Über die Schönheit der Geschichte will sie vor allem jungen Menschen den Zugang zur Oper erleichtern. "Einem extrem intellektuellen Anspruch werden die Bücher nicht gerecht", sagt sie. Vielmehr sollen die Bücher Kinder und Jugendliche an das Thema heranführen.

Bei ihrem Projekt handle es sich um keinen reinen Opernführer, Bücher sind für alle Altersgruppen gedacht - egal ob zehnjährige Kunstbanausin oder opernverliebter Greis. Petra Sprengers Opern-Erklärer halten winzige und ausgeklügelte Überraschungen bereit, die definitiv zum Schmunzeln anregen. "Mir war in erster Linie die Geschichte hinter der jeweiligen Oper wichtig. Wenn ich nicht weiß, was da auf der Bühne passiert, ist es schwer, die Musik entsprechend nachzuvollziehen", findet die 52-jährige Grafikerin.

Der Aufbau der kleinen Büchlein ist bei jedem Exemplar durch eine Art Rahmen vorgegeben und somit von Buch zu Buch identisch. Zunächst folgt ein kurzer Text, der Neugier wecken soll. Der lautet zum Beispiel so: "Wenn Max zu Recht in die Verbannung gehört, aber milde davonkommt, kann es nur eins sein: Große Oper!" (Auszug aus "Der Freischütz). Die darauf folgenden Seiten beschäftigen sich mit den Fragen: Wie läuft eine Oper überhaupt ab? Gibt es Pausen? Wer agiert? - "Also Dinge, die vor allem das junge Publikum interessieren", findet Petra.

Die Hauptakteure stellt die Grafikern in den Büchern liebevoll illustriert vor. Obwohl die kleinen Männlein und Weiblein mit den Kreuzaugen auf den ersten Blick optisch gleich scheinen, so sind sie bei genauerem Hinsehen deutlich individueller und mit charakteristischen Feinheiten gekennzeichnet. "Beim Aufbau der Bücherreihe ist mir wichtig, dass der Leser auf jeder Seite weiß, welche Figur gerade mit wem agiert. Daher werden die Akteure auch auf jeder Seite noch einmal mit Namen genannt", berichtet Petra Sprenger.

Ihre Operngeschichten sind ohnehin symbolträchtig - eine Folge der Brutalität und Dramatik vieler Stücke, bei der die Grafikerin aber grafisch kontert und viel Humor beweist. "Prügel, prügel" steht dann da in der Sprechblase zum Beispiel, wenn Zuniga und José und Carmen kämpfen. Oder "Knuuuutsch" wenn Turandot und Kalaf ihr Happy End finden. Hauptsache nicht kitschig. Dafür einfach und witzig. Deswegen eröffnen auch in jedem Buch der kleine Ohrwurm und die süße Opernmaus den Vorhang, damit die Vorstellung beginnt.

Und weil die Herausgeberin sich wünscht, dass sich auch in Zukunft noch viele Vorhänge öffnen, plant sie erste Kooperationen mit Schulen und Opernhäusern: "Bei dieser ganzen Fülle an Informationen ist es schwer, Orientierung zu finden. Es wäre wirklich tragisch, wenn Opern aussterben, weil junge Menschen keinen Sinn mehr darin sehen", findet Petra Sprenger. Wenn sie jedoch Neugier wecken könne, sei bereits der erste Schritt getan. Und genau damit möchte die Illustratorin ihren Beitrag zum Erhalt der Oper leisten.

Ende des Jahres gibt's dann noch mehr Auswahl. "Der Barbier von Sevilla" und "Die Hochzeit des Figaro" feiern Uraufführung auf der Bühne der kleinen Opernmouth. Im kommenden Jahr stehen dann "Die Zauberflöte", "Rigoletto", "Der Rosenkavalier", "Tosca" sowie "La Traviata" auf dem Spielplan von Petra Sprenger. Eine Fortführung der Reihe mit weiteren Opern oder in anderen Sprachen kann sich die Grafikern gut vorstellen. Also: Applaus, Applaus und Vorhang auf für die kleine Opernmouth!

Zu kaufen gibt es die hilfreichen Begleiter bereits in den Neustädter Lädchen Pusteblume, Catapult und Büchers Best. Oder im Netz unter www.opern-mouth.de.

Laura Thiele

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Trotz mancher Zweifler gilt der Fall Infinus als einer der größten Anlegerskandale Deutschlands. Zehntausende Anleger sollen mit einem Schneeballsystem um viele Millionen Euro geprellt worden sein. Am heutigen Montag beginnt am Dresdner Landgericht der Strafprozess.

16.11.2015

Seit zehn Jahren verhilft das Bauforum Dresden Menschen zu ihrem Wohneigentum. In Zeiten steigender Mietpreise und den momentan günstigen Zinsen lohnt sich der Wohnungskauf. Alleine bei großen Wohnflächen stiegen seit 2011 die durchschnittlichen Mietpreise um mehr als 40 Prozent.

16.11.2015

Die Kommunikationstrainerin Nadja Sidikjar aus Dresden hat mit 1538450 Euro die höchste Gewinnsumme der Geschichte beim RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" gewonnen. Im Jackpot-Special mit Günther Jauch erspielte sich Sidikjar sogar ganz ohne Millionenfrage die hohe Summe.

16.11.2015