Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Autoknacker, Messerstecher, Dieb und Motzer in Personalunion
Dresden Lokales Autoknacker, Messerstecher, Dieb und Motzer in Personalunion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:51 11.05.2017
Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Issam A. hat nicht viel ausgelassen, die Anklage, die nun im Amtsgericht verlesen wurde, war ein bunter Cocktail und umfasste 30 Vorwürfe – einmal quer durchs Strafgesetzbuch. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung, Betrug, Diebstahl, Beleidigung, Drogendelikte, Sachbeschädigung und Schwarzfahren vor.

Der Tunesier war vor allem am Wiener Platz, der Prager Straße und in der Neustadt unterwegs. Er knackte Autos und stahl was drin war, klaute Klamotten, verwüstete einen Döner-Imbiss, demolierte die Eingangstür eines Cafes, klaute in einer Spielothek zuerst die Trinkgelder, beschimpfte dann die Mitarbeiter als „Nazis“und „Schlampen“als er Hausverbot bekam, drohte sie zu töten, zerschlug zwei Glastüren und zerdrosch einen Automaten, an dem er gespielt hatte.

Der 30-Jährige randalierte nicht nur, er schlug auch wahllos und ohne Grund auf Menschen ein - Deutsche, andere Araber, völlig egal. Er beschimpfte und attackierte einen Jugendlichen am Wiener Platz und warf eine Bierflasche nach ihm, die den 18-Jährigen nur knapp verfehlte. Eine Mitarbeiterin des DRK und ihr Kollege, die nachts mit der Bahn auf dem Heimweg waren, wurden bepöpelt, und zu Boden gestoßen. Grund:. Er hatte der Frau 20 Euro fürs „f...“angeboten und sie hatte abgelehnt, was ihn wütend machte. Er beleidigte einen jungen Mann auf der Louisenstraße und schlug ihm einen Zahn aus. Als der ihn aufzuheben wollte, schlitzte ihm der Angeklagte die rechte Schläfe, das Ohr und den Nacken bis auf die Schädeldecke auf.

Issam A. räumte mit dem Hinweis, er könne sich nur schwer erinnern, die Vorwürfe ein. Nur die Sache in der Straßenbahn wies er zurück. „Sie lügt, ich habe sie nicht angegriffen und kein solches Angebot gemacht“. Die junge Frau schilderte den Vorfall sehr glaubhaft. Zudem spricht sie selbst arabisch, hat also verstanden, was er sagte. Auch ansonsten gab es keine Reue oder Entschuldigung.

Er sei drogensüchtig, begründete er seine Taten, deshalb stehle er und sei so aggressiv. Der Tunesier war im Oktober 2014 aus der Schweiz nach Deutschland eingereist, wurde nach Genf ausgeflogen, war aber einen Tag später wieder hier. Er beging Straftaten, wurde verurteilt, setzte sich in die Niederlande ab und wurde nach Deutschland zurückgeschickt. Sein Asylantrag wurde hier abgewiesen und die Abschiebung angeordnet, die scheiterte allerdings an einer klaren Identitätsfeststellung. Der Angeklagte hat vergessen, wo sein Pass ist. Darüber kann er jetzt nachdenken. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die SRH Hotel-Akademie Dresden lädt am Sonnabend, 13. Mai, zu einem Tag der offenen Tür auf die Georgenstraße 7 ein. Die Hochschule gibt Einblick in Studienmöglichkeiten, Weiterbildungsangebote am Campus in Dresden und informiert über weltweite Einsatzmöglichkeiten und Karrierechancen.

11.05.2017

Dresden ist am Donnerstag in die Riege der „Fairtrade-Städte“ aufgenommen worden. Den Titel tragen weltweit jetzt über 1100 Kommunen. Es ist eine Auszeichnung für bereits entfaltete Aktivitäten und soll Startschuss für ein noch breiteres Engagement für fairen Handel und nachhaltiges Wirtschaften in unserer Stadt sein.

11.05.2017

Der Stadtrat hat mit den Stimmen der rot-grün-roten Kooperation erwartungsgemäß die Änderungen bei der Bettensteuer vertagt. In den Ausschüssen sollen nun zunächst offene Fragen geklärt werden.

11.05.2017
Anzeige