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Ausraster im Asia-Imbiss – Inhaber mit Messer bedroht

„Geld oder Tod“ Ausraster im Asia-Imbiss – Inhaber mit Messer bedroht

Wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung musste sich ein 51-Jähriger jetzt in Dresden vor Gericht verantworten. Er hatte den Inhaber eines Asia-Imbiss’ mit dem Messer bedroht und „Geld oder Leben“ geschrien. Ihm selbst ist sein Ausraster bis heute unerklärlich.

Sechs Monate Haft für die versuchte räuberische Erpressung wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Quelle: dpa

Dresden. „Es ist mir unbegreiflich, wie das passieren konnte. Ich dachte danach, was hast du hier für eine Schei... gebaut“, erzählte gestern Torsten H. im Landgericht. Der 51-Jährige musste sich wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung und Bedrohung verantworten.

Eine Tat, die eigentlich gar nicht zu ihm passt. Der Angeklagte ist ein ruhiger, bedächtiger, höflicher Typ, nicht aggressiv, und kein Schläger – sein Strafregister ist ohne Einträge. Nachbarn beschrieben ihn als einen netten Menschen, und auch die als Zeugen vernommenen Polizisten bezeichneten ihn als ruhig, friedfertig und kooperativ. Was den Angeklagten am 29. November 2014 in einem Asia-Imbiss auf der Königsbrücker Landstraße geritten hat, kann er sich selbst nicht recht erklären. Die anderen Prozessbeteiligten wohl auch nicht.

An jenem Tag war Torsten H. mittags in den Imbiss spaziert, hatte sich ein Bier und etwas zu essen bestellt und freundlich mit dem Inhaber geplauscht. Als der den Gastraum in Richtung Küche verließ, und die anderen Gäste gingen, stand Torsten H. auf, lief zu einer Angestellten zum Tresen und griff sich dort ein Hackmesser. Die 39-Jährige lief schreiend nach hinten zu ihrem Chef und rannte dann aus der Gaststätte. Der Angeklagte war ihr gefolgt, hielt dem Chef das Messer an den Hals und sagte: „Geld oder Tod.“ Der Mann erklärte Tosten H., dass das Geld in der Kasse am Tresen sei. Als der sich daraufhin umdrehte, entriss ihm der Imbissbetreiber das Messer und flüchtete durch die Vordertür. „Ich war erschrocken, aber so tragisch war das für mich nicht, ich bin ein Mann, und er war sehr langsam.“

Für seine Mitarbeiterin war es nicht so einfach, sie leidet noch heute, obwohl der Angeklagte zu ihr weder etwas gesagt, noch sie attackiert hatte. „Es war furchtbar, als er nach dem Messer griff. Ich hatte Angst um mein Leben, noch heute habe ich ein Angstgefühl, wenn ich auf Arbeit bin, und auch jetzt, wenn ich ihn ansehe“, sagte die kleine zierliche Frau.

Der Angeklagte flüchtete danach nicht, sondern blieb in dem Imbiss. „Ich merkte, wie sinnlos das gewesen war, ging zurück an den Tresen, setzte mich, trank mein Bier aus und wartete auf die Polizei“, erzählte er. Als die Beamten anrückten, ging er nach draußen und räumte die Tat ein. „Er kam auf uns zu, sagte, dass er die Leute bedroht habe und ließ sich anstandslos festnehmen. Er war völlig friedfertig, alles lief ganz geordnet ab. Völlig untypisch zu dem, was dort vorher passiert war“, erinnerte sich ein Polizeibeamter.

Torsten H. war zur Tatzeit alkoholisiert, aber nicht total betrunken und durchaus Herr seiner Sinne, wie ein Gutachter erklärte. Er hatte, als er allein in dem Imbiss war, auch durchaus die Chance, Geld aus der Kasse zu nehmen und damit durch die geöffnete Hintertür zur verschwinden, während die anderen an der Vordertür standen.

Er tat es nicht, sondern wartete geduldig auf die Polizei. Dies wertete die Kammer positiv, sie sah darin einen straffbefreienden Rücktritt vom Versuch der räuberischen Erpressung. Es blieb die Bedrohung des Imbissbetreibers, dafür wurde der 51- Jährige zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Von Monika Löffler

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