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Ausgrabungsarbeiten am Dresdner Antonsplatz sind beendet

„Mahnende Zeigefinger der Geschichte“ Ausgrabungsarbeiten am Dresdner Antonsplatz sind beendet

Nach zweimonatiger Tätigkeit haben Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie am Freitag die Ausgrabungsarbeiten auf dem Antonsplatz an der Wallstraße beendet – und dabei „mahnende Zeigefinger der Geschichte“ zu Tage befördert, wie es Sprecher Dr. Christoph Heiermann ausdrückt.

Ausgrabungsleiterin Nicole Eichhorn mit einem der drei zu Tage geförderten Statuenkopf.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Nach zweimonatiger Tätigkeit haben Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie am Freitag die Ausgrabungsarbeiten auf dem Antonsplatz an der Wallstraße beendet – und dabei „mahnende Zeigefinger der Geschichte“ zu Tage befördert, wie es Sprecher Dr. Christoph Heiermann ausdrückt. Denn unter den Fundstücken befinden sich auch Gegenstände, die einen Eindruck der Feuerstürme während des Bombardements Dresdens im Februar 1945 vermitteln.

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Bevor im Frühjahr der Bau eines Wohnhauses am Antonsplatz beginnen kann, waren zunächst Archäologen gefragt. In den vergangenen zwei Monaten durchsiebten sie das Areal an der Wallstraße und brachten so manchen stillen Zeugen Dresdner Geschichte zum Vorschein.

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Der Antonsplatz entstand am Anfang des 19. Jahrhunderts und wurde als weiterer Marktplatz neben dem Altmarkt angelegt. Zwischen 1891 und 1893 entstand hier die erste städtische Markthalle im neobarocken Stil, die als „Antons Markthalle“ bekannt wurde. Vom damaligen regen Handel auf dem Areal zeugen während der Grabung gefundene Preisschilder aus Kunststoff – so kosteten etwa 100 Gramm Leberwurst nach Thüringer Art 24 Pfennig –, Geschirr, Besteck und Reichspfennige. Auch drei Statuenköpfe, die einst die Fassade der Markthalle schmückten, fanden die drei auf dem rund 2200 Quadratmeter großen Grundstück arbeitenden Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie.

Zudem gab die Erde weitere Schilder preis, die belegen, dass sich in dem Gebäude während des Zweiten Weltkriegs Luftschutzkeller befunden haben. Sie sind mit Bedienungsanweisungen bestückt und zeigen, dass die Keller mit einer Belüftungsanlage ausgestattet waren. „Antons Markthalle“ wurde im Februar 1945 stark beschädigt. „Geschmolzene Flaschen und Gewichte einer Waage machen deutlich, wie stark der Feuersturm wütete“, sagt Grabungsleiterin Nicole Eichhorn. Gerade, weil diese Funde das Grauen des Krieges anschaulich mache, seien diese Stücke bei Ausstellern sehr beliebt.

Unter den Fundamenten der Markthalle, die schließlich 1951 gesprengt und abgetragen wurde, stießen Eichhorn und ihr Team – wie zu erwarten – auf die alte Bastionsbefestigung aus dem 16. Jahrhundert. Sie liegt knapp acht Meter unter dem heutigen Straßenniveau, ist rund 50 Meter lang und 2,10 Meter breit. Dieser Abschnitt der jüngsten Stadtbefestigung Dresdens südlich des Wilsdruffer Tores ist auch auf einem Bild Canalettos aus dem Jahr 1749/1750 dargestellt. Von dieser Mauer sind am Antonsplatz heute nur noch die untersten Steinlagen bzw. Fundamente erhalten, weil Napoleon Bonaparte sie 1809 während der sogenannten „Demolition“ abbrechen ließ. Deshalb hieß der Antonsplatz zunächst Demolitionsplatz.

Das Ende der Ausgrabungsarbeiten bedeutet gleichzeitig den Startschuss für Berndt Dietze. Der Geschäftsführer der Baywobau GmbH will auf dem Antons-platz sowie auf dem angrenzenden Areal zwei weitere Wohnhäuser bauen. Nachdem Merkur I bereits fertiggestellt ist und im Januar die ersten Mieter begrüßt, soll es im Frühjahr mit Merkur II losgehen. Bis zum Herbst 2018 folgt Merkur III, insgesamt entstehen so 284 Wohnungen sowie Einzelhandels- und Büroflächen. „Damit bekommt die Prager Straße ein kleines Pendant, das Areal wird belebt und wie durch ein Wunder entsteht ein neuer Stadtteil“, zeigt sich der Baywobau-Geschäftsführer begeistert von seinem Projekt.

Von Christin Grödel

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