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Lokales Ausgebremst: Kein Geld für den Südpark
Dresden Lokales Ausgebremst: Kein Geld für den Südpark
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07:37 09.04.2019
Beste Lage, toller Blick: Auf rund 37 Hektar Fläche will die Stadt den Südpark entwickeln. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Monatelang tüftelten die Planer der Stadtverwaltung, ließen die Dresdner intensiv mitreden. Die Vision vom Südpark hat längst konkrete Konturen angenommen, in Kürze soll sogar mit dem Bau der ersten beiden neuen We­ge für den riesigen Landschaftspark begonnen werden. Doch bei allem Elan: Viel mehr wird in absehbarer Zeit auf der fast 40 Hektar großen Fläche zwischen Nöthnitzer Straße, Bergstraße und Kohlenstraße vorerst nicht passieren – weil im Haushalt dafür schlichtweg kein Geld da ist.

Zu­nächst nicht mehr als eine Vision

Von vornherein war klar, dass sich die Planungen und die Umsetzung des neuen Parks – der immerhin einmal fast doppelt so groß wie der Waldpark in Blasewitz und damit nach dem Großen Garten die größter Anlage ihrer Art werden soll – nur über hinweg in einzelnen Etappen erfolgen kann. Die ersten Schritte sollten dieses und kommendes Jahr angepackt werden, quasi als Startschuss für das Großprojekt.

Nach Informationen der Dresdner Neuesten Nachrichten hatte das dafür zuständige Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft im vergangenen Jahr 600.000 Euro Mehrbedarf im Haushalt beantragt. Doch im Entscheidungsverfahren zum Etat 2019/2020 wurden die Gelder nicht bewilligt. Auch der Stadtrat half nicht nach und ordnete für den Südpark keine zusätzlichen Mittel ins Zahlenwerk ein. Heißt: Der Landschaftspark mit den vielen angedachten Möglichkeiten für Erholung, Freizeit und Sport bleibt zu­nächst nicht mehr als eine Vision.

Immerhin will die Stadt im Juni und Juli einen ersten Teil eines neuen Nord-Süd-Weges mit Treppe und Aussichtspunkt in Angriff nehmen und zwischen Au­gust und Ok­tober eine zentrale Ost-West-Achse bauen, voraussichtlich 320.000 Eu­­ro werden beide Vorhaben kosten. Das Geld wollte die Verwaltung ur­sprünglich an an­derer Stelle ausgeben. Die Mittel waren für Projekte am Alaunplatz, an den Hufewiesen, im Leutewitzer Park und in einem Park im Osten vorgesehen – die laut Stadt aus verschiedenen Gründen jedoch auf der Strecke blieben. Der Stadtrat hatte daraufhin im September die so freigewordenen Mittel per Be­schluss umgeschichtet.

Eindrücke vom Gelände

Hier soll der Südpark entstehen

Doch die beiden zentralen Wege waren nicht die einzigen Vorhaben, die das Amt für Stadtgrün dieses und nächstes Jahr anpacken wollte. Mit den beantragten 600 000 Euro wollten die Verantwortlichen kleinere Aufenthaltsplätze entlang der neuen Wege sowie einen weitereren Ab­schnitt der neuen Nord-Süd-Verbindung errichten lassen. „Dringend nötig wäre weiterhin die Planung für die Entwässerungsmulden im ge­samten Südpark gewesen“, erklären die Mitarbeiter vom Amt für Stadtgrün auf Anfrage.

Es fehlen Gutachten und Zuarbeiten

Auch die Planung und der Bau eines Waldspielplatzes und des zentralen Mittelplatzes – dort, wo die vorhandenen Fernwärmeleitungen aufeinandertreffen – bleiben liegen. Gestrichen ist vorerst zudem das Aufstellen einer alten Lok mit Lore der Trümmerbahn, die daran erinnern sollen, dass im westlichen Teil des Areals, in der alten Lehmgrube, einst große Mengen vom Kriegsschutt verklappt wurden. Al­les Vorhaben, die unabhängig da­von, dass die Ge­samtplanung für den Südpark noch nicht komplett durch ist, be­reits hätten realisiert werden können.

Hier soll irgendwann ein Freizeit- und Erholungspark entstehen. Quelle: Anja Schneider

Tatsächlich sind laut Verwaltung immerhin be­reits 70 Prozent des Ge­samtentwicklungskonzepts ab­gear­beitet, nachdem der Stadtrat erst 2017 be­schlossen hatte, die Planungen für den Park am langgestreckten Hang im Dresdner Süden wieder aufzunehmen. Bereits 1990 war be­schlossen worden, das Areal in einen Park zu verwandeln, bevor das Projekt dann allerdings für lange Zeit in der Schublade verschwand. Aktuell fehlen der Stadt zufolge noch verschiedene Gutachten und Zuarbeiten, die aber dieses Jahr vorliegen sollen und mit denen das Gesamtkonzept fertiggestellt werden kann.

Ob und wie es nach 2020 weitergeht, ist offen. Detaillierte Planungen für den neuen Haushalt gibt es noch nicht. Dass zuvor noch einmal Mittel von anderen, geplatzten Projekten um­geschichtet werden, um zumindest weitere kleinere Schritte zu ma­chen, sei nicht zu erwarten.

Von Sebastian Kositz

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