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Aus für Sozial-Bus und Kontaktladen: Förderung für „MJA Jumbo“ eingestellt

Streetwork in der Dresdner Neustadt Aus für Sozial-Bus und Kontaktladen: Förderung für „MJA Jumbo“ eingestellt

Nach zwanzig Jahren Förderung stellt das ab Jugendamt Juli 2017 die Finanzierung der „MJA Jumbo“ in der Neustadt ein. Die Treberhilfe Dresden unterstützt mit diesem Projekt wohnungslose und hilfesuchende Jugendliche und junge Erwachsene. Die MJA Jumbo ist ein Projekt, das sich speziell an Hilfsbedürftige in der Neustadt richtet.

Keith Peters (l.) und Dieter Wolfer von der Treberhilfe.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Jetzt hieß es Abschied nehmen im Kontaktladen der Treberhilfe Dresden. Nach 20 Jahren Förderung stellt das Jugendamt ab Juli die Finanzierung der „MJA Jumbo“ in der Neustadt ein. Die Treberhilfe Dresden unterstützt mit diesem Projekt wohnungslose und hilfesuchende Jugendliche und junge Erwachsene. Die „MJA Jumbo“ ist ein Projekt, das sich speziell an Hilfsbedürftige in der Neustadt richtet. Im Kontaktladen betreuen und beraten vier Sozialarbeiter wohnungslose und hilfesuchende Jugendliche und junge Erwachsene. Als mobile Anlaufstelle dient der Sozial-Bus, der jeden Dienstag im Alaunpark steht. Das Team der „MJA Jumbo“ unterstützt bei Amtsfragen, Arbeits- und Wohnungssuche, aber auch bei persönlichen und familiären Problemen.

Für die „MJA Jumbo“ bedeutet die wegfallende Förderung, dass die Projekte Kontaktladen und SozialBus in der Neustadt vorerst geschlossen werden müssen. „Ich wohne hier seit 1999 und der Kontaktladen war immer eine Anlaufstelle für Leute, die in der Neustadt gestrandet sind“, erzählt uns Keith. Er war selbst in früheren Jahren wohnungslos und engagiert sich mittlerweile ehrenamtlich für die Treberhilfe Dresden. „Ich habe das Gefühl, die Stadt hat für alles einen Haufen Geld, aber für Leute, die nichts haben und nicht wissen, wo sie hin sollen, ist nichts da.“

Bisher hat das Jugendamt die „MJA Jumbo“ mit zwei Vollzeitstellen à 80 Stunden für den Bereich Neustadt und Johannstadt gefördert. Die beiden Stellen konnten sich die vier Sozialarbeiter untereinander aufteilen. Das Jugendamt beteiligt sich außerdem anteilig an den Mietkosten für die Räumlichkeiten der Treberhilfe. Nun solle die Förderung der Jugendsozialarbeit dem Bedarf angepasst werden, so das Jugendamt. Mit der Jugendarbeit des Diakonischen Werkes der Stadtmission Dresden gäbe es nämlich bereits ein Angebot für mobile Jugendarbeit in der Neustadt. Das Jugendamt stellt zwar die Finanzierung für das Personal der „MJA Jumbo“ in der Neustadt ein, kürzt jedoch auf den gesamten Stadtraum bezogen keine Stellen bei der Treberhilfe Dresden. Die freiwerdenden Personalstellen sollen bedarfsgerecht auf andere Projekte der Treberhilfe, konkret die Streetwork-City in der Altstadt und das Westhangmobil in Cotta, umverteilt werden.

Diese Bedarfsberechnung des Jugendamts sieht die Treberhilfe kritisch. „Die meisten Jugendlichen, die zu uns in die Neustadt kommen, tauchen in keiner Statistik auf – einmal, weil manche von ihnen nirgends gemeldet sind, zum anderen, weil die Neustadt ein beliebter Treffpunkt Jugendliche aus anderen Stadtteilen ist“, sagt Dieter Wolfer, Geschäftsführer der Treberhilfe Dresden.. Die „MJA Jumbo“ sei daher nie ein stadtteilbezogenes, sondern ein stadtweites Projekt. Eine stadtraumübergreifende Jugendsozialarbeit erachtet das Jugendamt aber weder als sinnvoll noch als erforderlich. Man befürchte Zuständigkeitskonflikte zwischen den einzelnen Streetworker-Teams in den verschiedenen Stadtteilen.

Wie es mit der „MJA Jumbo“ in der Neustadt weitergeht, ist unklar. Wolfer hofft, dass sich für die Zukunft eine ämterübergreifende Finanzierung für den Kontaktladen und den SozialBus ergibt.

Von Louisa Schmökel

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