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Lokales Aus den Regalen des Stadtarchivs: Die Straßenbeleuchtung vor 190 Jahren
Dresden Lokales Aus den Regalen des Stadtarchivs: Die Straßenbeleuchtung vor 190 Jahren
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08:37 25.09.2018
Die erste Gasbeleuchtungsanstalt Dresdens Quelle: Der Sammler für Geschichte und Alterthum, Kunst und Natur im Elbthale, Dresden 1837, Stadtarchiv Dresden, 18 Bibliothek, Nr. Z.188.4a, S.25
Dresden

Wir haben die Mitarbeiter des Dresdner Stadtarchivs gebeten, aus den 40 Regalkilometern an Beständen ihre Lieblingsstücke auszugraben. Diese stellen wir nun in loser Folge vor. Heute: Dresdens erste Schritte zu einer beleuchteten Innenstadt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sorgten Laternen für eine eher dürftige Beleuchtung der Dresdner Innenstadt. Angeregt durch die in London eingeführte Straßenbeleuchtung mit Steinkohlengas schlug der Geheime Rat dem sächsischen König vor, die Anwendbarkeit dieser Beleuchtungsart für Dresden zu prüfen. Der König erwärmte sich für die Idee, und so wurde das für die Straßenbeleuchtung zuständige Stadtpolizei-Kollegium im Juni 1816 beauftragt, sich mit Professor Wilhelm August Lampadius in Freiberg in Verbindung zu setzen, der eine englische Abhandlung zu diesem Thema bearbeitet und übersetzt hatte. Das Stadtpolizei-Kollegium war eine Behörde, der Staatsbeamte und Ratsmitglieder angehörten.

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile sprachen sich Landesregierung und Stadtpolizei-Kollegium für die Einführung der Gasbeleuchtung in Dresden aus. Im Dezember 1820 genehmigte König Friedrich August I. von Sachsen (1750-1827) den Versuch, die Plätze um das Theater, die Hofkirche und das Schloss mit Gaslicht beleuchten zu lassen. Der Gasorgelbauer Johann Andreas Uthe und Inspektor Rudolf Sigismund Blochmann vom Königlich-Mathematisch-Physikalischen Salon hatten sich bereits seit einigen Jahren mit dieser Beleuchtungsart beschäftigt und ihre Werkstätten damit ausgestattet. Nach einem Test ihrer Apparaturen wurde Blochmann 1825 mit der Ausführung des Projekts betraut.

Blochmann (1784-1871) war ein Pfarrerssohn aus Reichstädt bei Dippoldiswalde. Er hatte eine Ausbildung am Mathematisch-Mechanischen Institut in München bei George von Reichenbach absolviert und seit 1809 eine mechanische Werkstatt bei Fraunhofer betrieben, wo er auch Beleuchtungsversuche mit Gas durchführte. Seine Pläne für die Gasbereitungsanstalt am nordöstlichen Ende des Zwingerwalls wurden von König Anton (1755-1836) am 14. Juni 1827 bestätigt, nachdem sein Bruder König Friedrich August I. verstorben war.

Am 27. April 1828 wurde der Betrieb aufgenommen und der Schlossplatz beleuchtet. Anlass waren die Feierlichkeiten zur Geburt des Thronfolgers, der vier Tage zuvor das Licht der Welt erblickt hatte. Bis Jahresende folgten weitere Straßen und Plätze, wie die Schloßgasse, der Altmarkt und die Augustusstraße. 1833 ging das Gaswerk in städtisches Eigentum über.
Blochmann wurde die Leitung übertragen. Seine Planungen aus dem Jahr 1831 für die Erweiterung der Gasbereitungsanstalt sind im Stadtarchiv überliefert. Blochmann übernahm auch die Leitung des 1839 erbauten neuen Gaswerkes an der Stiftsstraße.

Von Christine Stade

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