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Lokales Aus dem Amtsgericht Dresden: Schläger auf Rentner gehetzt
Dresden Lokales Aus dem Amtsgericht Dresden: Schläger auf Rentner gehetzt
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11:56 16.07.2016
Wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung und Diebstahls stand Jaqueline M. vor Amtsrichterin Daniela Lindemann. Quelle: dpa
Dresden

Manchmal fragt man sich schon, wie unterschiedlich Lebenswege seien können. Am Freitag saßen sich im Gerichtssaal zwei etwa gleichaltrige junge Frauen gegenüber. Beide sind gerichtserfahren, allerdings mit extrem unterschiedlichen „Karrieren“ – die eine Richterin, die andere Dauerangeklagte.

Wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung und Diebstahls stand Jaqueline M. vor Amtsrichterin Daniela Lindemann. Auch am Morgen des 23. September 2014 musste sich die Angeklagte vor Gericht verantworten. Die 32-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, was sie nicht sonderlich tangierte. Am selben Abend wurde sie erneut straffällig. Die Angeklagte hatte mit zwei Kumpanen reichlich gebechert und dann in einem Park an der Hubertusstraße krakeelt, randaliert,die Anwohner beschimpft. Ein älterer Herr, der vorbeikam, blieb stehen und schaute sich das Ganze aus einiger Entfernung an. Das gefiel Jaqueline M. nicht. Sie schrie den Rentner an, erklärte ihren Kumpanen, die – wie sie selbst sagt – ohnehin auf Brass waren, dass der Mann sie beleidigt hätte und feuerte sie an, etwas zu unternehmen. Das taten die beiden sofort. Der über 70-Jährige wurde mit Fäusten attackiert, bis Passanten einschritten.

Jaqueline W. räumte alles mehr oder weniger ein, will oder kann sich aber nicht so recht erinnern. Grund: Teufel Alkohol. Sie hat jahrelang nicht nur getrunken, sondern regelrecht gesoffen.

Ihr Alkoholkonsum muss allerdings als Entschuldigung für alles herhalten, was in ihrem Leben schief gelaufen ist, und das ist eine Menge. Man nahm ihr die Kinder weg, sie war obdachlos, klaute, stand immer wieder vor Gericht. Ein Teufelskreis, aber Hilfe nahm sie nicht an. Sie brach Behandlungen ab, ignorierte Bewährungshelfer und -auflagen sowie ihren Betreuer. Eine günstige Prognose konnte ihr Richterin Lindemann nicht bescheinigen. Sie verurteilte Jaqueline M. zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung. Es war zu viel zusammengekommen und es stehen noch zwei Bewährungswiderrufe im Raum.

Von Monika Löffler

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