Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Aus Afghanistan nach Dresden: „Ich möchte gern Fußballer werden“

„Mein Weg in die Sicherheit“ Aus Afghanistan nach Dresden: „Ich möchte gern Fußballer werden“

Mein Weg in die Sicherheit“ heißt ein Wandkalender, der allen Dresdner Schulen zur Verfügung gestellt wird. Darin erzählen zwölf Kinder und Jugendliche aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien und anderen Ländern von ihrer Heimat und ihrem Weg. Die DNN veröffentlichen die Interviews. Heute: Mortaza Afzali aus Afghanistan.

Mortaza Afzali lebt seit zwei Jahren in Deutschland und möchte „für immer hier bleiben“, wie er sagt.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Mortaza Afzali ist zehn Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Er hat sechs Geschwister und lebt seit zwei Jahren in Deutschland. In Dresden darf er nun endlich zur Schule gehen, seine Lehrer sind sehr stolz auf seine Entwicklung.

Wo kommst Du ursprünglich her?

Ich komme aus Afghanistan, aus der Provinz Parwan. Das liegt ungefähr bei der Hauptstadt Kabul.

Warum bist Du aus Deiner Heimat geflohen?

In Afghanistan war es nicht sicher, meine Familie hatte ständig Angst. Als mein Großvater gestorben ist, hat man uns das Haus weggenommen. Deshalb ist meine Familie dann auch weggegangen, in den Iran.

Wer gehört alles zu deiner Familie?

Meine Eltern, ich und meine sechs Geschwister. Ich habe drei Brüder und drei Schwestern.

Wie seid ihr nach Deutschland gekommen?

Zuerst haben wir vier Jahre im Iran gelebt. Dort konnten wir aber auch nicht bleiben, weil wir als Afghanen dort nicht willkommen waren. Wir Kinder durften nicht zur Schule gehen und mein Vater durfte auch nicht arbeiten. Deshalb wollten wir nach Deutschland. Wir sind zuerst in die Türkei gelaufen und von dort mit einem Boot nach Griechenland gefahren. Dann sind wir weiter gelaufen und irgendwann mit einem Zug nach Chemnitz gefahren. Eine Schwester von mir hat aber im Iran geheiratet und ist dort geblieben.

Wie hast Du Dich auf dem Boot gefühlt?

Ich hatte Angst, dass wir untergehen.

Seit wann wohnt Deine Familie in Dresden?

Zuerst waren wir einen Monat in einer Aufnahmeeinrichtung in Chemnitz. Das war ungefähr zu Silvester 2015. Dann haben wir gleich in Dresden eine Wohnung bekommen.

Gehst Du zur Schule?

Ja. Ich freue mich sehr, dass ich endlich in eine Schule gehen und lernen kann. Ich bin gleich in die zweite Klasse gekommen und habe einen Deutschkurs besucht.

Ist Deutsch für Dich eine schwere Sprache?

Am Anfang war es sehr schwer, es hat ein bisschen gedauert. Jetzt klappt es aber schon sehr gut und ich kann mich mit allen Leuten unterhalten und am Unterricht ohne Probleme teilnehmen.

Macht die Schule Spaß? Was sind denn Deine Lieblingsfächer?

Es macht mir sehr viel Spaß, ich lerne den ganzen Tag. Mathe ist mein Lieblingsfach, da bekomme ich immer die Note 1 oder 2. Die Lehrer sind auch sehr nett, manche ein bisschen streng.

Sprichst Du noch Deine Muttersprache?

Ja, ich spreche auch Persisch.

Wie sprecht ihr zuhause?

Mit meinen Eltern spreche ich Persisch, mit meinen Geschwistern versuche ich Deutsch zu sprechen.

Habt ihr schon Ausflüge in Dresden gemacht?

Ja, ich war schon im Zoo. Bald möchte ich einmal in das Fußballstadion gehen.

Bist Du großer Fußballfan?

Ja. Wenn ich groß bin, möchte ich Fußballer werden, so wie Messi.

Besuchst Du einen Fußballverein?

Nein noch nicht, ich weiß nicht, wie das funktioniert. Aber in der Schule spiele ich immer in den Pausen und am Nachmittag.

Haben Deine Eltern schon eine Arbeit gefunden?

Meine Mama ist zuhause bei uns. Mein Papa macht Arbeit bei dem Sozialamt, bekommt aber kein Geld dafür.

Möchtest Du später wieder in Deine Heimat Afghanistan zurück?

Nein, auf keinen Fall. Ich fühle mich in Dresden sehr wohl. Ich will jetzt in die Schule gehen und dann für immer hier bleiben.

Von Sebastian Burkhardt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.