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Lokales Auktionshaus Günther bietet Druckgrafiken von Gauguin an
Dresden Lokales Auktionshaus Günther bietet Druckgrafiken von Gauguin an
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13:36 05.12.2018
Gaugin-Grafik „Soyez amoureuses, vous serez heureuses“, was übersetzt in etwa heißt „Liebt euch, und ihr werdet glücklich sein“. Es ist die Nr. 378 im Auktionskatalog. Quelle: Auktionshaus Günther
Dresden

Am 8. Dezember, 10 Uhr veranstaltet das Kunstauktionshaus Günther im Parkhotel auf dem Weißen Hirsch an der Bautzner Landstraße 7 in Dresden wieder eine Kunstauktion. Unter den Hammer kommen diesmal unter anderem Abzüge von Holzschnitten von Paul Gauguin (geb. 1848 in Paris, gest. 1903 in Atuona). Konkret handelt es sich um fünf Drucke auf Bütten (Lose 374-378). Der Aufrufpreis für alle fünf Grafiken von Paul Gauguin liegt jeweils bei 600 Euro. Das kann man dem Auktionskatalog entnehmen, der online einsehbar ist.

Spannende Herkunftsgeschichte

Die Geschichte der Herkunft der Gauguin-Kunstdrucke ist spannend und steht im Zusammenhang mit dem Wirken von Gauguin auf Tahiti. „Wie nur sehr wenige seiner Zeitgenossen lebte der Franzose seinen Traum von der ursprünglichen, zivilisationsabgekehrten Existenz radikal, indem er 1891 nach Ozeanien auswanderte. Tatsächlich war die Idylle im tropischen Paradies überschattet: in der französischen Kolonie Tahiti gab es verlogene Beamte, Kleriker und Lokalpolitiker, die die Rechte der Ureinwohner verletzten. Außerdem kämpfte Gauguin mit großen gesundheitlichen und finanziellen Problemen. Um die politischen Missstände radikal anzuprangern, entschloss sich der Künstler 1899 zur Gründung einer Zeitung mit dem ironischen Titel ,Le Sourire – Das Lächeln’“, teilt das Auktionshaus mit.

Seltene Exemplare

Gauguin habe als „Journalist, Drucker und Illustrator in Personalunion neun Ausgaben realisiert, die er mithilfe eines Edison-Mimeographen, dem von Thomas Alva Edison erfundenen, ersten Kopierapparat, vervielfältigte“, heißt es in der Mitteilung weiter. Für jede der Ausgaben habe der Maler einen Titelholzschnitt geschaffen, von denen er letztendlich nur zwei jemals verwendete. Zwei solcher Arbeiten, von denen sich nur wenige Exemplare erhalten hätten, biete das Dresdener Kunstauktionshaus Günther nun in seiner Auktion am 8. Dezember an.

Gauguin, „La Sourire“, Kat. Nr. 377. Quelle: Auktionshaus Günther

Drei weitere Blätter stünden im Zusammenhang mit einem Fund des slowakischen Astronomen M.R. Stefanik. Dieser habe 1910 Ozeanien besucht, um nach Spuren des Wirkens Paul Gauguins zu suchen.

Druckstöcke waren zu Zaunslatten verarbeitet

„Im Dorf Atuana auf der Insel Dominica fand er 11 inzwischen zu Zaunslatten und ähnlichem verarbeitete Druckstöcke. Stefanik brachte diese nach Prag und ließ dort eine Kleinstauflage drucken. Die in der Auktion angebotenen Blätter mit den Titeln „Personnages Comiques“, „Jeune Fille agenouillée“ und „La petite fille“ stammen aus dieser Charge“, so das Auktionshaus Günther.

Das Angebot an bedeutenden Druckgrafiken werde bei der Versteigerung am 8. Dezember durch Werke der Expressionisten Otto Dix, Ernst Barlach, George Grosz, Edmund Kesting, Alfred Kubin, Karl Schmidt-Rotluff u.a. ergänzt.

Auch Musikspielautomaten im Angebot

Neben Grafik und Gemälden können u.a. Meissener Porzellan, Keramik, Glas, erzgebirgische Weihnachtsfiguren, Zinn, Gefäße aus sächsischem Serpentin sowie zwei schrankgroße Musikspielautomaten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ersteigert werden.

Auf Live-Bieter gespannt

„Schriftliche Geboten liegen uns bisher noch keine vor, aber wir sind auf die Live-Bieter im Internet gespannt“, so Katja Peschel vom Auktionshaus Günther. „Im Saal selbst kommen in der Regel ca. 50 Leute zur Auktion, mal mehr, mal weniger. Das hängt vom Angebot ab.“

http://www.dresden-kunstauktion.de

Von cat.

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