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Lokales Augustusbrücke bekommt Ende 2019 die Verkehrsfreigabe
Dresden Lokales Augustusbrücke bekommt Ende 2019 die Verkehrsfreigabe
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15:32 11.04.2018
Blick von der Behelfsbrücke auf den Bogen eins. Ende des Jahres sollen dort Fußgänger und Radler unterwegs sein können. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

„Ende 2019 gibt es auf der Augustusbrücke die Verkehrsfreigabe“, sagt Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz. Die Arbeiten auf Dresdens prominentester Baustelle sind damit knapp ein Jahr im Verzug. Mit vielen weiteren Restarbeiten etwa an der Brüstung und unter der Brücke werden sie sich bis weit ins Jahr 2020 ziehen, prognostiziert Koettnitz. Das Budget von 23 Millionen Euro werde deswegen aber nicht überschritten.

Bogen eins wird betoniert

Beim Aufbau des abgerissenen Brückenbogens über dem Terrassenufer nehmen jetzt auf 650 Quadratmetern die Schalungen Form an, auf die Anfang Mai der Beton gegossen wird. Für Baustellenkiebitze bieten sich jetzt dort interessante Ansichten. Einmal, weil sich das Kassettenmuster der künftigen Brückenunterseite gut ausmachen lässt, in den nächsten Wochen allerdings unter 180 Tonnen Bewehrungsstahl verschwindet. Zudem werden die letzten Sandsteine an den Stirnseiten gesetzt. Wer Richtung Schloss blickt, kann außerdem noch einen vergleichsweise schmalen mittelalterlichen Brückenaufbau erkennen, der unter dem Schlossplatz verschwindet. Damals erstreckte sich die Dresdner Steinbrücke vom Blockhaus über 561 Meter bis zum Georgentor und war damit eine der längsten Brücken Europas. Später wurden einige der Bögen auf Altstädter Seite unter anderem mit dem Schutt der Hofkirchenbaustelle zugeschüttet, um Platzfläche zu gewinnen. Auch die Verbreiterung der Brücke aus Pöppelmanns Zeiten lässt sich derzeit gut nachvollziehen.

Terrassenufer im Mai gesperrt

Bis Anfang Mai wird das Stahlgeflecht auf die Verschalung des ersten Bogens gesetzt, dann werden etwa 720 Tonnen Beton gegossen. Es handelt sich dabei um eine spezielle, mit dem Denkmalschutz abgestimmte Mischung, deren Färbung sich an die des letzten Brückenbaus von 1907 bis 1910 orientiert. Weil die Betonpumpe für die Arbeiten unter der Brücke aufgestellt wird, muss das Terrassenufer gesperrt werden. Das wird am Wochenende 5./6. Mai passieren, vielleicht auch schon einige Tage davor oder danach, so die derzeitige Planung. Weitere Sperrungen sind im Juli nötig, wenn die Verschalung abgebaut wird.

Quelle: Dietrich Flechtner

Kämpfergelenke machen’s schwer

Dort, wo Brückenbogen auf Pfeiler treffen, hat die Augustusbrücke sogenannte Kämpfergelenke. Sie ermöglichen, dass sich die Brückenbögen bei Fahrbahnerschütterungen und Wärmeausdehnung bewegen können und sollen die Rissbildung verhindern. Deshalb und auch, um durch den Schwund beim Trocknen von Beton auftretende Spannungsrisse auszuschließen, werden sie extra betoniert, wenn der eigentliche Bogen schon gegossen und getrocknet ist. Am Bogen eins soll es Anfang Juni so weit sein. Im weiteren Brückenaufbau sind sie durch eine Fuge überall dort zu erkennen, wo ein Bogen auf einen Pfeiler stößt. Diese verschwindet später unter dem Fahrbahnaufbau.

Oberstromseite bis Ende 2018 fertig

Auf einem kleinen Rest der Carolabrücke zugewandten Seite (Oberstrom) muss noch Stampfbeton abgetragen werden. Dessen Widerstandskraft ist übrigens ein wesentlicher Grund für die Verzögerungen im Bauablauf. Außerdem zählt Amtsleiter Koettnitz einen verspäteten Baubeginn wegen ausbleibender Fördermittel, eine unerwartet dicke Dichtschicht und erstaunlich klobige Sandsteinblöcke auf, deren Ausmaße durch eingemeißelte Fugen kaschiert und von außen nicht zu erkennen waren. Wer von der Altstadt in Richtung Neustadt geht, kann wegen des unterschiedlichen Baufortschritts die einzelnen Schichten des Brückenaufbaus gut erkennen. Es werden Stahlbetonplatten verlegt – mit den angesprochenen Fugen an den Kämpferlagern. Darauf kommen eine rötliche Schicht mit Epoxidharz, dann die eigentliche Dichtungsschicht aus einer Bitumenschweißbahn. Später folgen lose Auffüllung und Fahrbahnaufbau, darauf Pflaster, Gleise und Krustenplatten für die Gehwege. Ebenso müssen noch die Sandsteinbrüstungen wieder aufgemauert werden. Das soll bis Ende des Jahres erledigt werden, dann wird 2019 auf der unterstromigen Seite genauso verfahren. „Dort erwarten wir keine weiteren Überraschungen, wir haben ja auf der oberstromigen Seite jetzt einmal alles durch“, sagt Koettnitz.

Straßenbahnen könnten länger pausieren

Ende 2019 können Radler und Fußgänger fast die ganze Augustusbrücke wieder nutzen. Ob dann auch Straßenbahnen wieder fahren, ist fraglich. Die Dresdner Verkehrsbetriebe wollen das Gleisdreieck am Neustädter Markt sanieren und dort auch zwei Haltestellen barrierefrei ausbauen. Diese Arbeiten sollen sich, so hat es Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) gesagt, idealerweise an die Sanierung der Augustusbrücke anschließen. Allerdings fehlt dafür noch der Planfeststellungsbeschluss und damit das Baurecht. Für Autos – Ausnahmen sind Taxis und Stadtrundfahrtsbusse – bleibt die Augustusbrücke nach der Sanierung ohnehin gesperrt.

Blick in die Vergangenheit der Brücke: an der rechten Bruchkante ist in der Mitte ein Pfeiler aus mittelalterlicher Zeit, links und rechts davon die Pöppelmann’sche Brückenverbreiterung (mit glatter Wand) zu erkennen. Beide wurden verschüttet, um Platz vor dem Schloss zu gewinnen. Quelle: Dietrich Flechtner

Von Uwe Hofmann

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