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Lokales Augen zu und durch beim Dresdner Rathaus: Weitere Sanierung kostet 100 Millionen Euro
Dresden Lokales Augen zu und durch beim Dresdner Rathaus: Weitere Sanierung kostet 100 Millionen Euro
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17:24 09.09.2015
Der «Goldene Rathausmann» auf dem Turm des Neuen Rathauses in Dresden vor dunklem Himmel. Quelle: dpa
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Danach kosten die jetzt laufenden Arbeiten am Ost- und Südostflügel 36,5 Millionen Euro. Im zweiten Halbjahr 2015 soll alles fertig sein. Dann kann der Stadtrat auch wieder im Plenarsaal tagen und muss nicht in Kulturrathaus oder Messe ausweichen. Auch der Finanzbürgermeister kann vom Ferdinandplatz zurück ins Rathaus ziehen.

Aber auch in den anderen Flügeln des Rathauses bröckelt der Putz von den Wänden. Das sieht nicht schön aus, wäre aber zu verschmerzen. Doch die eigentlichen Probleme sind unsichtbar: Der Brandschutz in dem Gebäude ist nicht gewährleistet, es gibt gravierende Mängel bei der Standsicherheit. Ein Raum musste bereits gesperrt werden, weil die Decke dramatisch durchhängt. Es besteht die permanente Gefahr, dass Dachziegel herabfallen, heißt es in dem Papier.

Mithin: Es gibt keine Alternative zur Sanierung des Gebäudes. Geplant wird mit drei Varianten. Bei der ersten geht es nach dem Motto: „Augen zu und durch“. Was heißt: Die Flügel werden geräumt und auf einen Ritt saniert – von 2018 bis 2020. Variante zwei verfolgt eine Salami-Taktik mit mehreren Bauabschnitten von 2017 bis 2024, bei Variante drei gibt es noch mehr Bauabschnitte und das Geschehen spielt sich von 2017 bis 2026 ab. Vorteile der scheibchenweisen Sanierung: Das Verwaltungspersonal muss nicht komplett die Büros verlassen. Und: Die hohen Kosten werden auf mehrere Jahre verteilt.

Nachteile: Je länger gebaut wird, um so teurer wird es insgesamt. Variante eins kommt mit 99,9 Millionen Euro aus, Variante 2 benötigt bereits rund 8 Millionen Euro mehr, Variante drei gar 9,6 Millionen Euro im Vergleich zum schnellen Bauen. Die reinen Baukosten bei der ersten Variante sind mit etwas mehr als 70 Millionen Euro angegeben, gleichzeitig wird aber noch ein Risikobudget von 19,9 Millionen Euro eingepreist. Was Sinn macht bei einem Gebäude, das nach dem Krieg mit dem damaligen technischen Know-how und den damaligen Baustoffen mehr schlecht als recht saniert wurde.

Beim Südost- und Ostflügel schlummerten etliche böse Überraschungen in der Bausubstanz, die ursprünglich geplanten Kosten von 25 Millionen Euro wurden deutlich überschritten. Das will Vorjohann bei der weiteren Sanierung vermeiden. Von den Stadträten will der Finanzbürgermeister zunächst die Grundsatzentscheidung zu einer der untersuchten Varianten – er empfiehlt das Prinzip „Augen zu und durch“. Außerdem will Vorjohann, dass der Stadtrat Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) beauftragt, die notwendigen Planungsleistungen zu erbringen und ein Konzept zur Herstellung der notwendigen Baufreiheit zu erarbeiten.

Vermieter mit größeren Posten an Bürofläche in Dresden werden sich freuen: Sie können ein Geschäft über mindestens drei Jahre mit dem Rathaus machen. Vorjohann plant mit knapp zehn Millionen Euro für Umzug und Mietkosten bei Variante eins. Für die Planungsleistungen will er schon nächstes Jahr 798.000 Euro ausgeben, 2016 1,6 Millionen Euro und 2017 2,4 Millionen Euro. Falls der Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung folgen sollte.

Thomas Baumann-Hartwig

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