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Lokales Auffangstation des Umweltzentrums nach Sanierung neu eröffnet
Dresden Lokales Auffangstation des Umweltzentrums nach Sanierung neu eröffnet
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09:15 11.09.2018
Saskia Keller, die Leiterin der Wildvogelauffangstation Dresden, kümmert sich um einen etwa acht Monate alten Rotmilan, dem ein Stück Flügel fehlt. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Erste Hilfe für „Pechvögel“ bietet die Wildvogelauffangtation des Dresdner Um­­weltzentrums. Nach einer umfangreichen Sanierung wurde die Station am Montag im Beisein von Tom Umbreit, Geschäftsführer des Umweltzentrums, der Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) und Ralf Strothteicher, Ge­schäftsführer der Stadtentwässerung, eingeweiht.

Die Auffangstation für kranke, flugunfähige Vögel befindet sich in der Kläranlage Kaditz. Sie bietet Pfleglingen vor allem Ruhe zur Genesung. Seit 2007 besteht die Einrichtung bereits, die nun etwa ein halbes Jahr lang saniert wurde.

Nach elf Jahren war das Holz der Vo­lieren morsch und faul geworden. Die An­lage war laut Steffen Keller, Gründer der Auffangstation, bereits für die Betreiber und die Tiere nicht mehr sicher. Durch eine Förderung der Stadt in Höhe von 50 000 Euro konnte die Instandsetzung vorgenommen werden. Die alten Vogelkäfige wurden abgerissen und neu er­baut. Außerdem hat das Dresdner Um­weltzentrum die Dachkonstruktion verbessern und Regenabdeckungen installieren lassen. Die Station umfasst nun ins­gesamt 550 Quadratmeter Fläche mit et­wa 50 Volieren.

Kein Obdach für Haustauben

Auch Fleckenkauz Kenya hat in der Station ein Obdach gefunden. Quelle: Anja Schneider

Jeden Tag bringen Keller zufolge Menschen tierische Notfälle in die Station. In zehn Jahren wurden bereits 8848 Wildvögel behandelt. Bisher ist die Anlage die einzige Auffangstation dieser Art, erzählt Keller. Die Station habe deswegen auch ein großes Einzugsgebiet, etwa 100 Kilometer im Umkreis von Dresden.

Fragt man Keller nach seiner Philosophie, erzählt er, dass die Station tätig werden möchte, um den Tieren wieder zu­rück ins Leben zu verhelfen. „Für viele ist das Eingreifen unnatürlich, da das schließlich der Lauf der Natur ist“, sagt er. Dieser Aussage würde er durchaus zu­stimmen, wenn es noch ein funktionierendes Ökosystem gäbe. „Das ist aber nicht der Fall“, so Keller. „Für die Tierart an sich ist das Schicksal eines einzelnen Vogels unerheblich. Aber für den einzelnen Vogel bedeutet unsere Hilfe 100 Prozent Leben“, begründet Keller seine Motivation.

Seit fünf Jahren leitet seine Tochter Saskia Keller nun die Station. Von März bis August dieses Jahres konnten ihr zu­folge bereits 800 Tiere gerettet werden. Ne­ben der Leiterin arbeitet noch eine weitere Festangestellte in der Station. Der Rest sind freiwillige Mitarbeiter: Viele verüben hier ihren Bundesfreiwilligendienst, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder ein Praktikum. Aber auch Studenten der TU Dresden oder der HTW engagieren sich in der Anlage. Sogar Bachelorarbeiten sind hier möglich. Außerdem lädt die Notfallstation jederzeit auch Be­suchergruppen und Schulklassen zu Führungen ein.

Findet man selbst einen verletzten Vogel, raten die Kellers, zuerst die Station anzurufen und das Tier aus dem Gefahrenbereich zu bergen. Dennoch warnen sie davor, im Sommer nicht alle Jungvögel aufzulesen, da die Eltern auch auf Futtersuche sein könnten. Haustauben nimmt die Auffangstation indes generell nicht auf.

Notfalltelefon: 0172/6 45 43 12. Spendenservice: spenden@uzdresden.de.

Von Annafried Schmidt

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