Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Aufbau von „Lampedusa 361“ vor der Semperoper startet mit Wachschutz
Dresden Lokales Aufbau von „Lampedusa 361“ vor der Semperoper startet mit Wachschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:24 10.02.2017
Auf dem Theaterplatz hat der Aufbau von Lampedusa 361 begonnen. Quelle: sl
Dresden

In Dresdens Altstadt wird nach dem „Monument“ am Freitagmorgen eine zweite umstrittene Kunstinstallation aufgebaut. Auf dem Theaterplatz entsteht eine ungewöhnliche Fotoausstellung mit dem Namen „Lampedusa 361“. Auf 90 großformatigen Matten werden Fotografien von Flüchtlings-Gräbern auf Sizilien gezeigt. Allein im vergangenen Jahr ertranken auf ihrer Flucht über das Mittelmeer mehr als 5000 Menschen. Die Ausstellung soll die große Leistung der italienischen Gesellschaft dokumentieren, den Opfern einer der großen Tragödien in der Geschichte der Menschheit im Tod ein Stück Würde zurückzugeben.

Anlässlich der Verleihung des Dresden-Preises am 12. Februar wird in Dresden die Ausstellung "Lampedusa 361" aufgebaut. Am Freitagmorgen wurde damit begonnen, die Foto-Matten auf dem Theaterplatz auszulegen.

Nach den massiven Protesten von Pegida-Anhängern gegen das „Monument“ am Dresdner Neumarkt (DNN berichteten) sind die Initiatoren von „Lampedusa 361“ gewarnt. Der Aufbau der Installation auf dem Theaterplatz wird permanent bewacht und auch während der fünftägigen Ausstellungszeit bis zum 14. Februar wird rund um die Uhr Wachschutz anwesend sein. Die offizielle Einweihung der Installation findet am Freitag um 14 Uhr statt. Dirk Hilbert eröffnet die Ausstellung, für die musikalische Umrahmung sorgt die „Banda Internationale“.

Die Organisatoren stellten klar, dass Protest gegen das Projekt selbstverständlich möglich ist. Wenn die Eröffnung allerdings bewusst gestört werde, würden Organisatoren und Polizei das Hausrecht durchsetzen. Zahlreiche Hilfsorganisationen rufen auf, zur Eröffnung zu kommen, um den Projektgegnern nicht das Feld zu überlassen. "Lassen Sie uns dieses Mahnmal vor Beschimpfungen und Drohungen schützen. Lassen Sie uns zusammenstehen gegen Gewalt und eintreten für Respekt", heißt es beim Bündnis "Dresden.Respekt".

Die Fotografien von Carsten Sander und Oliver Killig wurden in der Dresdner Firma Pigmentpol gedruckt. Quelle: Foto Pigmentpol

Anlass für die Kunstinstallation ist die Vergabe des Dresden-Preises am Sonntag in der Semperoper. Der Friedenspreis, der vom Verein „Friends of Dresden Deutschland“ vergeben und von der Klaus-Tschira-Stiftung mit 10.000 Euro dotiert ist, geht in diesem Jahr an Domenico Lucano, der als Bürgermeister von Riace in Kalabrien ein einzigartiges Modell des Willkommens für Flüchtlinge geschaffen hat. Seit 18 Jahren werden die dort aufgenommenen Migranten mit Wohnung, Arbeit sowie Sprachunterricht in das Dorfleben integriert. Von derzeit 1800 Einwohnern kamen 550 als Flüchtlinge.

In diesem Jahr wird zudem ein Sonderpreis an Amalia und Guiseppe Gelardi vergeben. Das Ehepaar hatte im Oktober 2013 Kiflay aus Eritrea in ihrem sizilianischen Familiengrab bestattet. Das 17-jährige Mädchen war mit weiteren 367 Flüchtlingen am 3. Oktober 2013 vor Lampedusa ertrunken.

Von August Modersohn (mit sl)

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Dresdner Chiphersteller Globalfoundries will seinen Standort ausbauen. Bis 2020 soll die Produktionskapazität um 40 Prozent auf rund eine Million Wafer pro Jahr erhöht werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

10.02.2017

Tattoos sind in. Etwa neun Prozent der Deutschen sind tätowiert. Doch nicht bei allen währt das Glück über den permanenten Körperschmuck ewig. So boomen nicht nur Studios, die Tattoos stechen, sondern auch solche, die Tattoos wieder aufwändig entfernen. Am Sonnabend öffnet eins in der Dresdner Neustadt.

10.02.2017

Brauchte man eine spezielle Information zur Historie des Weißen Hirsches, gab es Fragen zum Lahmann-Sanatorium, zu Häusern und Menschen am Elbhang, dann hieß es oft, frage doch mal Herrn Milde. Der Philatelist und langjährige Ladenbesitzer, Ortschronist und Heimatforscher wusste Bescheid. Nun ist Horst Milde 92-jährig verstorben.

10.02.2017