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Lokales Aufatmen: Der Dresdner Nordwesten trotzt den Fluten
Dresden Lokales Aufatmen: Der Dresdner Nordwesten trotzt den Fluten
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17:55 09.09.2015
Der rechtselbische Nordwesten Dresdens trotzt bislang erfolgreich dem Hochwasser. Quelle: Stefan Schramm

Rekruten eines Bad Salzunger Bataillons der Bundeswehr bewachen die Flutschutzmauer an der Kötzschenbroder Straße und Böcklinstraße in Mickten. Das für einen Pegel von 9,25 Meter ausgelegte Bauwerk steht während des Scheiteldurchgangs stabil. Das wenige Wasser, das seit Mittwoch hindurchrinnt, nehmen die Einläufe der Gullis problemlos auf.

An der Straße An der Flutrinne erhöhten und beschwerten mehr als 1000 Freiwillige bis zum späten Mittwochabend den dortigen Deich bis in Höhe Washingtonstraße mit Sandsäcken. Die Bundeswehr sowie zahllose Privatpersonen und Firmen lieferten pausenlos Nachschub. Der dortige Deichabschnitt war beim Elbhochwasser 2002 gebrochen, was zur Überflutung des Elbeparks, von Neukaditz sowie Teilen Micktens und Trachaus geführt hatte.

Kritischer, aber unter Kontrolle ist die Situation auf der "Kohlrabiinsel" Übigau. Dort, zwischen der Kaditzer Flutrinne und der Elbe, benötigen speziell die Ortskerne Altmickten und Altübigau besonderen Schutz. In Altübigau waren es vor allem die fluterprobten Anwohner, die unter Mithilfe der Humuswirtschaft einen gewaltigen Sandsackwall errichteten. In Altmickten und der benachbarten Scharfenberger Straße helfen Feuerwehren aus dem Raum Kamenz sowie aus Dresden-Weißig bei der Sicherung der dortigen Wälle und pumpen Wasser aus den Kellern in die Elbe zurück.

Am anderen Ende der Scharfenberger Straße hat sich die Kläranlage Kaditz gegen die Fluten gewappnet. Dort steht seit mehreren Tagen ein hunderte Meter langer Notdeich aus abgestützten und mit Planen bespannten Holzpaletten, der seinen Zweck vollends erfüllt. Die Kläranlage muss nicht wie im Jahre 2002 den Fluten preisgegeben werden und Fäkalien ungereinigt in den Fluss leiten, sondern arbeitet weiter.Noch weiter elbabwärts, in Altkaditz, steht unter anderem der unmittelbar an der Emmauskirche gelegene Friedhof unter Wasser. Die Serkowitzer Straße ist nicht mehr passierbar, weil das Wasser in die benachbarten Äcker gelaufen ist. Das Kaditzer Frühgemüsezentrum muss dadurch nach den Einbußen durch den langen Winter nun einen weiteren harten Rückschlag hinnehmen.

Im äußersten Westen von Kaditz, im Bereich Am Vorwerksfeld/Serkowitzer Straße, sind zahlreiche Grundstücke und Keller überflutet. Ab dort bis hinüber nach Radebeul-Serkowitz ist die Kötzschenbroder Straße gesperrt. Der Grund: Auf der Straße steht seit Montag ein kontinuierlich vergrößerter, mittlerweile drei Meter hoher Erdwall. Er riegelt die bereits mehr als zwei Meter überfluteten Seewiesen ab, einen alten Elbarm, der bis in den Bereich der Autobahnanschlussstelle Dresden-Neustadt reicht. Dadurch blieben bislang unter anderem die Anlieger im Ortskern Alt-Radebeul (Am Kreis) und in der Kaditzer Siedlung (Gleinaer Straße) vom Hochwasser verschont.

Stefan Schramm

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