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Lokales Auch im Herbst Rhabarber ernten
Dresden Lokales Auch im Herbst Rhabarber ernten
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17:46 20.09.2016
‚Livingstone’ ermöglicht eine Rhabarberernte von April bis Oktober. Quelle: Foto: Lubera
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Dresden

In den Keltereien läutet in der Regel die Rhabarberernte, die Ende April beginnt, die Saftsaison ein. Geerntet und hauptsächlich zu Süßspeisen verarbeitet wird das Stängelgemüse bis Ende Juni. Dann ist Schluss. Eine alte Regel nennt den Johannistag – also den 24. Juni – als Stichtag. Doch warum?

Zum einen heißt es in zahlreichen Veröffentlichungen, dass dann der Oxalsäuregehalt im Rhabarber steigt und das Gemüse deshalb aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verspeist werden sollte. Zum anderen braucht Rheum rhabarbarum den „Johannistrieb“, um ausreichend Kraft fürs Folgejahr zu sammeln. Denn im Winter zieht die Pflanze ein, um dann im Frühjahr aus unterirdischen Knospen wieder auszutreiben.

Doch jetzt ist auch sogenannter Herbstrhabarber auf dem Markt. Er soll eine Ernte von frischen Rhabarberstängeln bis in den Oktober hinein ermöglichen. “Livingstone“ ist zum Beispiel eine solche neue Sorte. Deren Stängel könne man von Mitte April über den gesamten Sommer bis in den Herbst hinein ernten, weil die Pflanze so stark wachse und immer wieder neue Triebe hervorbringe. „Die Pflanze verzeichnet im Herbst sogar ein Ertragshoch“, erklärte Markus Kobelt. Er ist Gründer und Besitzer von Lubera, einem Schweizer Unternehmen, das Obst- und Beerengehölze sowie Blütensträucher züchtet und produziert.

Vermutlich gehe die Genetik von Livingstone auf Rhabarber zurück, den Ende des 19. Jahrhunderts der amerikanische Züchter Luther Burbank entwickelte, erklärt Markus Kobelt in einem Film auf seiner Gartenvideoplattform gartenvideo.com. Der Amerikaner Burbank wiederum habe 1892 Rhizome der damaligen Rhabarberneuheit „Topp’s Winter Rhubarb“ aus dem australischen Buninyong nach Kalifornien geholt. Sowohl der „Topp’s Winter Rhubarb“ als auch der „Crimson Winter Rhubarb“ von Burbank seien damals auch nach Europa und zuerst nach England gelangt.

Also „ein richtig alter Hut in neuer Verpackung“, bestätigt sich die Vermutung von Volker Croy, Dresdner Gartenbauingenieur und Kleingartenfachberater. Er nennt die Arten Rheum australe bzw. R. emodi, die weniger Säure als „unser“ Rheum rhabarberum haben. „Sie werden in der Mongolei als Ganzjahresgemüse angebaut und sind auch in vielen russischen Sorten eingekreuzt. Aber die wurden bei uns aufgrund der dünnen Stiele und des untypischen Geschmackes – seidig, mit Apfelnote – nie etabliert“, weiß Croy.

Für Rhabarberfans: Den Emodi-Rhabarber, den Volker Croy meint, gibt es bei manchen Internetversendern. So schreibt die Aromagärtnerei Deaflora in Werder/Havel zu Emodi-Rhabarber. „Kann das ganze Jahr über gegessen werden, wir haben keine Zunahme der Oxalsäure im Jahresverlauf bemerken können. Emodi-Rhabarber wächst wild in der Mongolei und übersteht Fröste problemlos.“ Viele Möglichkeiten also, um selbst im Garten zu experimentieren.

Von Catrin Steinbach

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