Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Auch Elbradweg im Stadtkern und wichtige Radrouten werden geräumt und gestreut
Dresden Lokales Auch Elbradweg im Stadtkern und wichtige Radrouten werden geräumt und gestreut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:21 09.11.2018
Thomas Saupe, Mitarbeiter der Zentrale Technische Dienstleistungen der Stadt Dresden, steht auf dem Gelände der Straßenmeisterei in einem Streusalzlager. Quelle: Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild
Dresden

„Wer hätte das gedacht? ,Eis im November’ heißt Schlangestehen am Eiscafé...Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Dresdner Straßenmeistereien lassen sich von solchen meteorologischen Täuschungsmanövern nicht beeindrucken und rüsten sich für den Winterdienst“, formuliert launig Stadtsprecher Kai Schulz.

Ja, 3000 Tonnen Salz sind gebunkert, die Einordnung der Dringlichkeit der einzelnen Straßen in Sachen Winterdienst ist überarbeitet, 44 Fahrzeuge stehen bereit, um die Dresdner Straßen im Zweischichtbetrieb zu beräumen. „Wenn es die Situation erfordert, starten die Kollegen durchaus 2 Uhr früh oder wir räumen 24 Stunden“, macht Prof. Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes deutlich.

Zahlen & Fakten zum Winterdienst

Rund 718 Kilometer des 1400 Kilometer langen Straßennetzes der Stadt Dresden werden vom Winterdienst betreut.

Etwa 66 Kilometer davon dürfen – zum Beispiel um den Baumbestand zu schützen – nur mit Blähtonschiefergranulat oder ähnlichem gestreut werden, nicht aber mit Salz

265 000 Quadratmeter beträgt die Gesamtfläche an Geh- und Radwegen, Treppen und Überwegen, die zum Verantwortungsbereich des städtischen Winterdienstes gehören.

1,5 Millionen Euro hat die Stadt im Haushalt für den städtischen Straßenwinterdienst eingeplant. Hinzu kommen 1,5 Millionen Euro für Fremdleistungen und 500 000 Euro für den Materialeinkauf. Weitere 150 000 Euro stehen für das Räumen und Streuen des Elbradweges zur Verfügung. Im Winter 2017/18 wurden 1,44 Millionen Euro für städtische Winterdienstleistungen, 1,37 Millionen Euro für externe Auftragnehmer und 109 000 Euro für Material ausgegeben.

Quelle: Stadtverwaltung Dresden

Die für den Winterdienst Verantwortlichen verfolgen nicht nur die aktuellen Wetterdaten und -prognosen, um sofort reagieren zu können. Sie haben auch die Daten im Blick, die Glättemeldeanlagen auf Dresdens kältesten Straßen liefern.

 Die sechs kältesten Straßen der Stadt

Die ermittelten kältesten Punkte der Stadt befinden sich auf der Stuttgarter Straße, der Pillnitzer Landstraße, der Weißiger Landstraße in Schönfeld, der Unkersdorfer Landstraße, auf der Brücke der Königsbrücker Straße im Industriegelände und auf der Radeburger Straße, erklärt Koettnitz. „Wenn der Schnee fällt, sind wir schon unterwegs.“ Und auch wenn kein Schnee fällt, aber aufgrund Nässe und niedriger Temperaturen Glätte droht. Vor allem Brückenbauwerke kühlen aufgrund der geringen Bauhöhe schneller aus.

„Wir können nicht jede Schneeflocke wegfangen“

„Wir können aber nicht überall sein, jede Schneeflocke wegfangen und für sommerliche Verhältnisse auf den Straßen sorgen“, macht Koettnitz klar. Die Schiebeschilder greifen erst ab einer Schneehöhe von etwa sechs Zentimetern. „Und wenn während des Berufsverkehrs 20 Zentimeter Schnee fallen, ist alles zu spät.“ Denn so schnell kommen die Mitarbeiter des Winterdienstes im dichten Verkehr dann nicht hinterher.

Jeder müsse sich zudem mit der eigenen Kleidung, der Ausrüstung seines Fahrzeuges und dem Fahrstil auf den Winter einstellen und darauf, dass eben manchmal bei starkem Schneefall und Frost „die Uhren etwas anders ticken“.

Anlieger müssen Pflichten nachkommen

Zudem hätten Grundstückseigentümer Anliegerpflichten. Immer wieder gebe es Fälle, wo diesen nicht nachgekommen werde. „Wir haben im Schnitt pro Jahr 60 so genannte Ersatzvornahmen. Das heißt, dass wir dann zum Beispiel Gehwege räumen, weil es der Grundstückseigentümer nicht macht.“ Das stelle man dem Betreffenden aber in Rechnung.

Anliegerpflichten

In Dresden sind Anlieger im Winter verpflichtet, montags bis sonnabends bis 7 Uhr und sonn- und feiertags bis 9 Uhr öffentliche Wege entlang ihrer Grundstücksgrenzen auf einer Breite von 1,50 Meter, bei Bedarf breiter, von Schnee zu beräumen bzw. bei Eisglätte abzustumpfen. Sooft es die Sicherheit erfordert, ist dies tagsüber bis 20 Uhr zu wiederholen.

Der Einsatz von Tausalz oder schmutzenden Stoffen wie Asche oder Kohlengrus ist verboten. Erlaubt sind abstumpfende Materialien wie Sand, Splitt oder salzfreies Granulat. Nur im Ausnahmefall, wenn die Freihaltung anders nicht gewährleistet werden kann, darf Auftausalz an Hydranten, Absperrschiebern und Treppen benutzt werden.

Schnee und Eis dürfen nicht auf die Fahrbahn geschoben werden, sondern nur an den Gehwegrand oder, sofern der Platz dort nicht ausreicht, an den Fahrbahnrand. An stark frequentierten Übergangsstellen wie Haltestellen, Fußgängerüberwegen, Kreuzungen und Einmündungen müssen ausreichend Durchgänge im Schneewall eingerichtet sein. Außerdem sind Straßeneinläufe, Schaltkästen und Hydranten freizuhalten.

Gefährliche Eiszapfen an Dächern und Dachrinnen sind zu beseitigen. Außerdem müssen Gefahrenstellen, die etwa durch drohenden Schnee- oder Eisabgang von Dächern oder Überfrierungen nach Rohrbrüchen entstehen, abgesichert werden. Nach der Winterperiode sind die Reste von Streugut zu entfernen.

Quelle: Stadtverwaltung Dresden

Die Stadt selbst werde pro Jahr zwei bis drei Mal verklagt, weil sie ihrer Räumpflicht nicht nachkomme. In seinen vielen Dienstjahren habe es aber nicht mal eine Handvoll Fälle gegeben, wo die Kläger Recht bekamen“, sagt Koettnitz. Mittlerweile hat die Stadt alle Winterdienstfahrzeuge elektronisch aufgerüstet, kann ganz genau nachweisen, wann welches Fahrzeug wo war, ob z. B. das Schiebeschild eingesetzt und/oder gestreut wurde.

Städtischer Winterdienst für 718 Straßenkilometer zuständig

Vom 1400 Kilometer langen Straßennetz betreut der Winterdienst der Landeshauptstadt Dresden rund 718 Kilometer. Zudem zählen öffentliche Gehwege, Treppen und Überwege sowie Radwege in seinen Verantwortungsbereich. Zum einen handelt es sich um Radwege, die baugleich mit der Fahrbahn verlaufen ohnehin geräumt werden. Zum anderen gibt es eine Liste mit 20 wichtigen betreuten (Geh-/)Radwegen wie an der Dohnaer und der Teplitzer Straße, auf der Flügelweg- und der Nossener Brücke.

150 000 Euro für Beräumung des Elbradweges in der Innenstadt

Des Weiteren wird der Elbradweg linkselbisch zwischen Steinstraße und Blauem Wunder, rechtselbisch zwischen Waldschlösschenbrücke und Molenbrücke vom Winterdienst betreut. Allein dafür gibt die Stadt rund 150 000 Euro aus. Um ein geschlossenes Radwegesystem in der Stadt von Schnee zu befreien und/oder zu streuen, wäre rund eine Million Euro zusätzlich nötig, so der Straßen- und Tiefbauamtsleiter. „Außerdem brauchen wir dann andere Technik.“

Diese Radwege betreut der Winterdienst

Gebiet West: Geh-/Radweg Fröbelstraße (1350 m²), Geh-/Radeweg Coventrystr. südl. Seite (4590 m²), Geh-/Radweg Nossener Brücke (beidseitig/3165 m²)

Gebiet Nord: Geh-/Radweg Hermann-Reichelt-Straße (2400 m²), Geh-/Radweg Königsbrücker Landstraße (beidseitig / 1320 m²), Geh-/Radweg Flügelwegbrücke (3750 m²)

Gebiet Süd: Radweg Teplitzer Straße (beidseitig / 6000 m²), Geh-/Radweg Dohnaer Straße (beidseitig / 11400 m²)

Gebiet Ost: Geh-/Radweg Bautzner Landstraße / OA Bühlau bis OE Weißig (2000 m²), Geh-/Radweg Bautzner Landstr. / von Radeberger Str. bis an der Prießnitzaue (1930 m²), Geh-/Radweg Weißiger Landstraße / von Bahnhofstr. bis Zum Turmberg (2460 m²), Geh-/Radweg Pappritzer Straße / von Kirschallee bis Straße des Friedens (2875 m²)

Gebiet Mitte: Geh-/Radwege Basteiplatz (542 m²), Geh-/Radwege Marienbrücke (900 m²), Budapester Straße Geh-/Radwege im Brückenbereich (1250 m²), Albertbrücke (1220 m²), Geh-/Radweg Käthe-Kollwitz-Ufer (3353 m²).

Elbradweg: Im Auftrag der Stadt räumt ein Unternehmen den Elbradweg linkselbisch zwischen Steinstraße und Blauem Wunder und rechtselbisch zwischen Waldschlößchenbrücke und Molenbrücke.

Radwege, die baugleich mit der Fahrbahn verlaufen und in dieser Auflistung nicht enthalten sind, werden trotzdem nachrangig in der jeweiligen Winterdiensttour mit betreut.

Quelle: Stadtverwaltung Dresden

Die Mitarbeiter des Regiebetriebes Zentrale Technische Dienstleistungen werden von sechs mittelständischen Unternehmen aus der Stadt unterstützt, die eigenverantwortlich den Winterdienst auf festgelegten Strecken durchführen.

Wurzener Straße hat jetzt Priorität A

In welcher Rangfolge der Winterdienst erfolgt, ist genau festgelegt. Hauptverkehrsstraßen, wichtige Verkehrswege in höheren Lagen und solche mit stärkerem Gefälle und natürlich Straßen, auf denen Buslinien fahren, sind zuerst an der Reihe. In Dringlichkeitsstufe A aufgerückt ist in diesem Jahr die Wurzener Straße, weil dort jetzt eine Buslinie fährt.

Von Catrin Steinbach

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lange war es still um den Fernsehturm. Geht nicht, zu teuer, hieß es. Das hat sich geändert: Aus Berlin kommen 12,8 Millionen Euro für die Sanierung des Wahrzeichens. SPD-Abgeordneter Thomas Jurk hat für die Mittel gekämpft.

08.11.2018
Lokales Dresdner Linke will Einvernehmen mit SPD und Grünen - Bekenntnis zum Ferdinandplatz

Mieten oder Bauen? Diese Frage stellen sich nicht nur Familien. Auch der Stadtrat muss sich entscheiden: Baut die Verwaltung ein neues Rathaus auf dem Ferdinandplatz? Oder mietet sie sich im World Trade Center ein? Die Tendenz geht klar in eine Richtung.

08.11.2018

Wie die Justiz jetzt bestätigt, ist es in Sachsens Strafvollzug zu einer Kommunikationspanne gekommen. Der mutmaßliche Rädelsführer der rechtsextremen „Freien Kameradschaft Dresden“ soll aus der Untersuchungshaft heraus monatelang über einen Internetzugang Kontakt zu Mitangeklagten und Kameraden gepflegt haben.

08.11.2018