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Lokales Asyl-Debatte: Bierdeckel sollen mit Vorurteilen aufräumen
Dresden Lokales Asyl-Debatte: Bierdeckel sollen mit Vorurteilen aufräumen
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14:25 13.07.2016
Mit Hilfe von Bierdeckeln soll die Asyl-Debatte in Sachsen künftig ein wenig sachlicher werden.   Quelle: SMGI
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Dresden

 Mit Hilfe von Bierdeckeln soll die Asyl-Debatte in Sachsen künftig ein wenig sachlicher werden. Insgesamt sechs verschiedene Motive sollen in ganz Sachsen verteilt werden, wobei unter anderem der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hilft. Die Deckel sollen dort landen, wo gern über Flüchtlinge gesprochen wird: in Kneipen und Biergärten.

Auf der einen Seite der Bierdeckel steht jeweils ein Vorurteil wie „Flüchtlinge kriegen mehr im Monat als einer mit Hartz IV…“, auf der anderen Seite wird das Vorurteil mit nachprüfbaren Fakten entkräftet. „Ich wünsche mir, dass wir miteinander im Gespräch bleiben und so den Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder stärken. Das gilt besonders dann, wenn die Meinungen auseinandergehen“, so Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD), deren Ministerium an der Aktion beteiligt ist.

Mit Hilfe von Bierdeckeln sollen in Sachsen jetzt Vorurteile gegenüber Asylsuchenden abgebaut werden. Ziel ist, Sachlichkeit in die oft aufgeheizte Debatte zu bringen. Deshalb wurden konkrete, nachprüfbaren Zahlen und Zitate gewählt. Die sechs unterschiedlichen Motive beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Arbeitsmarkt, Kriminalität und Fluchtursachen.

Die Idee stammt von der AG Asyl der TU Dresden. „Durch die tolle Zusammenarbeit mit den anderen Kooperationspartnern konnte daraus eine sachsenweite Kampagne entstehen, über die wir uns sehr freuen“, so Student Till Neumeier.

„Um mehr Klarheit in eine Debatte zu bringen, die allzu oft von Ängsten und Vorurteilen bestimmt wird, unterstützen wir die Kampagne“, meint auch Marlen Schröder, Bezirksjugendsekretärin beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen. „Das derzeitige gesellschaftliche Klima ist nicht zuletzt durch falsche Zahlen und Behauptungen vergiftet. Die Kampagne soll genau dort ansetzen, wo über Geflüchtete meist nur spekuliert wird: an den Stammtischen. Belegte Fakten und Statistiken ersetzen das gegenseitige Gespräch nicht, bilden aber eine wichtige Grundlage von Diskussion und Verständnis. Wir brauchen mehr Sachlichkeit und weniger Spekulationen“, so Eric Hattke vom Verein Atticus.

Neben den Bierdeckeln wurden auch kleine Videoclips gedreht, die im Fahrgastfernsehen der DVB-Straßenbahnen gezeigt werden.

Von sl

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