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Assistent wollte Nacktfotos von Mädchen bei der Dresdner Parkeisenbahn

Neuer Vorfall Assistent wollte Nacktfotos von Mädchen bei der Dresdner Parkeisenbahn

Vor einem Jahr kam es heraus: Bei der Dresdner Parkeisenbahn hat es offenbar über Jahre Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben. Nun ist ein neuer Vorfall bekannt geworden.

Die Dresdner Parkeisenbahn kämpft um ihren guten Ruf.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  Bei den Dresdner Parkeisenbahnern ist es erneut zu einem schwerwiegenden Zwischenfall gekommen. Ein Assistent hat offenbar eine jugendliche Parkeisenbahnerin aufgefordert, ihm Nacktfotos von ihr zu schicken. Das beschreibt in ihrem zweiten Bericht die Steuergruppe, die vor einem halben Jahr eingesetzt worden war, nachdem Fälle von sexuellen Übergriffen gegen junge Parkeisenbahner bekannt wurden, die allerdings schon Jahre zurückliegen.

Ein solches „Verlangen bzw. eine Unterhaltung, die darauf abzielt, in den privaten Bereich eines anderen so weit vorzudringen“, sei gerade für die Dienststellung eines Assistenten der Parkeisenbahn nicht akzeptabel, kritisiert die Steuergruppe. Sie habe empfohlen, den Mann für den Rest der Saison zu suspendieren. Der Täter hat sich nach Angaben der Gruppe inzwischen bei der Betroffenen und ihren Eltern entschuldigt. Er wird sich außerdem bei der Parkeisenbahn mit seinem Verhalten in einem Gespräch „kritisch auseinandersetzen“ müssen.

Ansonsten ist die Steuergruppe derzeit dabei, einen Leitfaden für die zukünftige Form der Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen und Jugendlichen zu erarbeiten, „insbesondere den Umgang mit Parkeisenbahnern und Erwachsenen bei grenzverletzendem Verhalten“. Erste Ergebnisse sollen auf einem Elternabend besprochen werden, der am 11. September in der Ausbildungsstätte Ostra-Allee stattfindet. Dabei wird es auch darum gehen, wie die Sicherheit der Kinder bei der Parkeisenbahn gewährleistet werden kann.

Ein Thema wird sein, wie verfahren werden soll, wenn ein Kind nicht wie vorgesehen zum Dienst erscheint. Wenn es unentschuldigt fehlt, sollen die Sorgeberechtigten 60 Minuten nach Dienstbeginn informiert werden; innerhalb der Woche werde schulbedingt nicht vor 16 Uhr angerufen. Für Entschuldigungen wird eine einheitliche und „zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehbare“ Form gefunden werden – sie muss schriftlich erfolgen und im Falle einer E-Mail nur an die Adresse parkeisenbahn@schloesserland-sachsen.de gehen.

In ihrem Zwischenbericht bilanziert die Steuergruppe, die Planungen zur Unterstützung und Begleitung der Parkeisenbahner, Mitarbeiter und Fördervereinsmitglieder durch pädagogische Fachkräfte seien vorangekommen. Die Schlösser, Gärten und Burgen gGmbH (SBG), zu der auch die Parkeisenbahn gehört, arbeitet dabei unter anderem auch zusammen mit der Beratungsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch Shukura. Es ist geplant, dass pädagogische Fachkräfte, falls die Stadt die Fördermittel bewilligt, über eine unabhängige Institution für die Parkeisenbahn tätig werden. Das war eine der Schwachstellen, die im Zuge der Aufarbeitung der Ereignisse erkannt worden waren: Es fehle an pädagogisch geschultem Personal.

Ins Rollen gekommen war der Skandal, als ein junger Parkeisenbahner sich Ende vergangenen Jahres offenbarte und gestand, er sei über Jahre von einem Mitglied des Fördervereins sexuell missbraucht worden. Der Mann war damals Ende 30, wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert und nahm sich vor gut einem Jahr das Leben. Nach dem ersten Fall ergaben sich Hinweise auf mindestens vier weitere.

Von Bernd Hempelmann

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