Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Armenische Familie kein Härtefall - Antrag auf Bleiberecht abgelehnt
Dresden Lokales Armenische Familie kein Härtefall - Antrag auf Bleiberecht abgelehnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:53 20.11.2017
Die Abschiebung der Familie hatte im Hechtviertel hohe Anteilnahme ausgelöst.  Quelle: Tino Plunert
Anzeige
Dresden

 Auch Mutter und Tochter der durch Abschiebung getrennten fünfköpfigen armenischen Familie aus Dresden müssen in ihre Heimat zurück. Die Härtefallkommission hat den Antrag auf ein Bleiberecht abgelehnt, wie ein Sprecher des Sächsischen Ausländerbeauftragten am Montag sagte. Darüber berichtete zuvor die „Dresdner Morgenpost“. Der Sächsische Flüchtlingsrat bedauerte die Entscheidung. Damit seien alle Möglichkeiten ausgereizt, die Familie in Deutschland wieder zusammenzuführen, sagte ein Sprecher.

Der 37 Jahre alte Vater sowie die sechs und acht Jahre alten Söhne waren Mitte September nach Armenien abgeschoben worden. Die 34 Jahre alte Mutter kam wegen psychischer Probleme ins Krankenhaus, die zehn Jahre alte Tochter war zunächst verschwunden. „Die Familie hat die Entscheidung gefasst aufgenommen“, sagte der Flüchtlingsrat-Sprecher. Die Chancen und Hoffnungen, doch in Deutschland zu bleiben, seien gering. Mutter und Tochter überlegten nun, freiwillig zurückzugehen.

Zahlreiche Menschen haben am Montagabend gegen die Abschiebung einer Familie aus dem Dresdner Hechtviertel demonstriert

Die Eltern waren 2006 nach Deutschland gekommen und hatten sich als Iraker ausgegeben, was sich erst 2014 als unwahr herausstellte. Nach Ansicht der Landesdirektion hat das Ehepaar die Behörden jahrelang über ihre Identität getäuscht. Die drei in Deutschland geborenen Kinder haben auch die armenische Staatsbürgerschaft. Aus Sicht des Flüchtlingsrates waren alle Integrationsanforderungen erfüllt.

Dresdner demonstrieren erneut gegen Abschiebung einer armenischen Familie

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Die sächsische Härtefallkommission beschäftigt sich mit dem Fall der teilweise aus Dresden abgeschobenen armenischen Familie. Einen entsprechenden Antrag habe Ali Moradi vom Sächsischen Flüchtringsrat eingebracht, bestätigt Markus Guffler, Pressesprecher des sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth (CDU) auf Anfrage.

26.09.2017

Nach der Trennung und teilweisen Abschiebung einer seit elf Jahren in Dresden lebenden Familie, die Montagabend heftigen Protest im Hechtviertel provoziert hatte, wird die Kritik am Vorgehen der Landesdirektion Sachsen nicht leise. Im DNN-Interview meldet sich der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth (CDU) zu Wort.

21.09.2017

Nach der Abschiebung einer Familie aus dem Dresdner Hechtviertel am Montagabend wird Kritik an den sächsischen Behörden laut. Auch Sachsens Ausländerbeauftragter füchtet "mehrfach fehlerhaftes Behördenhandeln".

20.09.2017

Immer mehr Sachsen legen sich einen Kleinen Waffenschein zu. Allein in diesem Jahr stieg die Zahl um 2479 auf 16 995. Vor allem in Dresden stieg die Zahl der Waffenscheine deutlich an. Sachsens Innenministerium versucht, die Zahlen zu relativieren.

20.11.2017

Der Dresdner Wohnungsmarkt ist angespannt. Mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum wird sich diese Situation noch verschärfen. Der Immobiliendienstleister Aengevelt hat jetzt Prognosen für den Wohnungsbedarf vorgelegt.

19.04.2018

Gefühlte Minusgrade, Herrnhuter Sterne, Glühwein und sogar ein geschmückter Weihnachtsbaum: Obwohl der erste Advent noch knapp zwei Wochen in der Zukunft liegt, präsentierte sich der Konzertplatz auf dem Weißen Hirsch am Sonntagabend schon einmal in winterlicher Hochform – auch wenn es den Schnee zunächst nur von unten gab.

20.11.2017
Anzeige