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Lokales Arm und Reich trifft sich in Dresden bei 100-Meter-Tafel
Dresden Lokales Arm und Reich trifft sich in Dresden bei 100-Meter-Tafel
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18:12 09.09.2015
Rund 380 Dresdner besuchten die Tafel am Sonnabend. Quelle: Martin Förster

Zusammen mit ihren drei kleinen Kindern wartet sie auf Würstchen, Schnitten und Getränke. Unter dem Motto "Essen für Alle - für Arm und Reich" hat die Dresdner Tafel am Sonnabend alle Bürger und Bürgerinnen der Elbestadt zum gemeinsamen Speisen eingeladen.

Anja Trad ist seit 1999 arbeitslos und bezieht Hartz IV, genauso wie ihr Mann. Die Familie spare an allen Ecken und Enden, sagt Anja Trad. Um ihren Kindern dennoch ein "normales Essen" bieten zu können, sind die Trads auf die Dresdner Tafel angewiesen. Einmal in der Woche holen sie sich gespendete Lebensmittel aus einem der acht Tafelläden in der Landeshauptstadt, täglich besuchen sie das Lindenhaus in der Mathildenstraße, damit die Kinder eine gesunde Mahlzeit bekommen.

Die Familie Trad ist kein Einzelfall. "Gerade die Kinderarmut ist in den vergangenen Jahren enorm angestiegen", sagt Edith Franke, Vorsitzende und Gründerin der Tafel Dresden. "Rund ein Drittel der Bedürftigen, die wir regelmäßig versorgen, sind Kinder." Ein weiteres Drittel setzt sich aus älteren Menschen und Senioren zusammen. Von 25 auf 35 Prozent sei die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahren in den vergangenen fünf Jahren in Dresden angestiegen. "Es jammert einen Hund", sagt Edith Franke. "Da ist Altersarmut schon vorprogrammiert."

Edith Franke (parteilos) sitzt für die Linken im sächsischen Landtag, die Dresdner Tafel gründete sie 1995. Nach und nach wuchs die Tafel, heute engagieren sich über 120 Ehrenamtliche, 10 Bundesfreiwillige und 8 Festangestellte in den 15 Läden in Dresden und Umland. Erwachsene können sich dort für symbolische 1,50 Euro Essenspakete für vier Tage zusammenstellen lassen, Kinder zahlen 50 Cent. Etwa 2000 Tonnen Lebensmittel wandern jährlich über die Theken oder werden an soziale Einrichtungen verteilt, 12 000 Menschen nutzen diese Hilfe regelmäßig.

Um auf deren Schicksal aufmerksam zu machen, stellte die Dresdner Tafel am Sonnabend ein 100 Meter langes Bankett am Dr. Külz-Ring auf. Über 380 Dresdner nahmen an ihr Platz, um gemeinsam zu essen und zu trinken. Die Aktion wurde im Rahmen des bundesweiten Tags der Deutschen Tafel veranstaltet. "Es war ein Erfolg, dass sich die bedürftigen Menschen in die Öffentlichkeit trauten" sagt Edith Franke. "Und zahlreiche nicht-bedürftige Gäste setzten sich ohne Scheu zu ihnen, um einen Kaffee zu trinken und zu plaudern."

Philipp Nowotny

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