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Lokales Arabisch für Anfänger an der TU Dresden
Dresden Lokales Arabisch für Anfänger an der TU Dresden
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09:54 14.12.2016
Mahmoud Alkhalaf erklärt einer Studentin seine Sprache.  Quelle: Hauke Heuer
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Dresden

 Mahmoud Alkhalaf steht vor seiner Klasse und blickt in die Stuhlreihen. Sein Finger deutet auf ein arabisches Schriftzeichen an der Tafel. „Seht ihr dieses doppelte Häkchen. Das ist ein Tschadid. An dieser Stelle müsst ihr den Konsonanten doppelt aussprechen. Versuch es einmal mit diesem Beispiel“, sagt der junge Mann mit schwarzem Vollbart und wachen Augen. Er deutet auf eine junge Studentin in der ersten Reihe, die sich gleich darauf an dem schwierigen Wort versucht. Mahmoud lächelt ein wenig mitleidig, korrigiert und die Studentin spricht ihm konzentriert nach. „Super!“, sagt Mahmoud und ruft in den Raum, „und jetzt alle“. Weiter hinten tuscheln zwei Männer in ihren Zwanzigern. „Ein bisschen Konzentration bitte“ – Mahmoud hat seine Klasse im Griff.

Der junge Mann ist im Sommer vergangenen Jahres vor dem Bürgerkrieg aus Syrien geflohen. Monatelang hat der Chemie-Ingenieur Deutsch gelernt. Jetzt steht er auf der anderen Seite und die Leute hängen an seinen Lippen. „Die Studenten machen das nur zum Spaß. Für mich war das Deutschlernen eine absolute Notwendigkeit“, sagt der 23-Jährige, grinst kurz in sich hinein und meint, „vielleicht machen sie deshalb fast nie die Hausaufgaben“.

Seit einigen Wochen bietet die Hochschulgruppe IDA an der Universität Arabischkurse an. Die Lehrer sind Flüchtlinge.

„Arabischkurs von Geflüchteten“ heißt das neue Angebot der Hochschulgruppe „Initiative Deutschkurse für Asylsuchende“ (IDA) an der TU Dresden, die in den vergangen Jahren vor allem niederschwellige Deutschkurse und Lernangebote für Flüchtlinge auf die Beine gestellt hat. Seit einigen Wochen bringt nun Mahmoud für IDA jeden Mittwochabend um 18.30 Uhr allen Interessenten im Seminargebäude 1. am Zelleschen Weg seine Muttersprache näher.

„Hier bei uns wird die viel beschworene Phrase ‚Integration ist keine Einbahnstraße’ gelebt. Beispielsweise mit unserem „Buddy-Programm“ bringen wir schon seit April Flüchtlinge und Deutsche in einem „Sprachtandem“ zusammen, um die Teilhabe der Asylsuchenden an unserer Gesellschaft durch den sprachlichen und kulturellen Austausch zu verbessern. Jetzt auch Arabisch-Unterricht anzubieten, ist da nur folgerichtig“, sagt Christine Mantu von IDA, die selber an dem Kurs teilnimmt.

Besonders motiviert scheint Jakob Fiedler zu sein. Der 22-Jährige sitzt in der ersten Reihe und hebt immer wieder seine Hand. Ein bisschen Persisch spricht Fiedler, der sich in der Flüchtlingshilfe engagiert, schon – jetzt soll es Arabisch sein. „Mir ist es wichtig, wenigstens etwas sprechen zu können. So kann ich den Menschen auf Augenhöhe begegnen“, sagt der Bauingenieurstudent. Leicht von der Zunge geht ihm die neue Sprache allerdings noch nicht: „Es ist schon sehr schwer, von rechts nach links zu lesen. Und das neue Alphabet hat es auch in sich“, sagt Fiedler.

„Wir können uns vorstellen, künftig auch einen Arabisch-Kurs für Fortgeschrittene anzubieten. Dafür fehlt allerdings das Geld“, erklärt Mantu. Bisher wird IDA vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) unterstützt. Sechs studentische Hilfskräfte organisieren die verschiedenen Angebote des Vereins. Doch die Förderung läuft zum Ende des Jahres aus – die Verlängerung ist ungewiss. Jetzt hofft die Hochschulgruppe auf Spenden. Das entsprechende Konto sowie die Angebote der Initiative können auf der Homepage von IDA eingesehen werden.

www.initiative-deutschkurse.de

Von Hauke Heuer

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