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Lokales Anwohner in Cossebaude kämpfen für ihre Rechte
Dresden Lokales Anwohner in Cossebaude kämpfen für ihre Rechte
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10:25 25.01.2018
Die Bundesstraße 6 in Cossebaude soll verlegt werden.  Quelle: Eylert
Dresden

Christine Püschmann wohnt in Cossebaude, Peter Bartels in Mobschatz und Andreas Berger in Stetzsch. Entlang dieser Wohnorte soll eines Tages die neue Bundesstraße 6 führen, die die Anwohner von Cossebaude von Lärm und Dreck entlasten soll. „Dass eine Entlastung stattfinden muss, ist uns allen klar“, sagt Püschmann. „Aber wir wollen, dass unsere Belange gehört werden und Eingang in die Planungen finden.“

„Was einen emotional so angreift, ist diese totale Ignoranz“, erklärt Berger und verweist auf Unterlagen des Freistaats. Dort ist zu lesen, dass die Trassenführung nur indirekte Betroffenheit verursachen wird. „Die Belastungen führen in keinem Fall zu signifikanten nachteiligen Wirkungen“, heißt es wörtlich. Nicht ein Einwohner werde von Verkehrslärm betroffen sein.

Für die Anwohner der neuen Trasse klingt das wie blanker Hohn. „Es sind – diplomatisch formuliert – schöngerechnete Daten“, erklärt Bartels. Tatsächlich seien rund 500 Haushalte unmittelbar von der neuen Straße betroffen. „Ortschaften werden durch bis zu sechs Meter hohe Lärmschutzwände geteilt, Bürger müssen ihre Grundstücke hergeben, der Verkehrslärm wird zunehmen. Was soll eigentlich noch eine signifikante nachteilige Wirkung sein?“, fragt Bartels und verweist auf nur ein gravierendes Problem für die Mobschatzer: Der Bahnübergang an der Straße Am Urnenfeld wird den Planungen zufolge unterbrochen. „Das würde für die Einwohner von Mobschatz große Umwege bedeuten“, erklärt er die Folgen. Etwa, wenn sie ihre Kinder in die 77. Grundschule direkt hinter dem Bahnübergang bringen wollen. Oder beim Einkaufen und bei Arztbesuchen.

Statt des Bahnübergangs soll ein Fußgängertunnel gebaut werden. „Der so verwinkelt ist, dass die Fahrradfahrer absteigen müssen“, schüttelt Berger den Kopf. Im Stadtzentrum sei jüngst ein Fußgängertunnel zugeschüttet worden, weil diese Form der Verkehrsführung nicht mehr zeitgemäß sei. „Und jetzt soll bei uns ein neuer Tunnel gebaut werden?“, fragt sich der Stetzscher.

Berger erinnert an seine Einwände gegen den Bau der Niederwarthaer Brücke und nennt die Planungen für die neue Bundesstraße 6 „Salamitaktik“. „Damals wurde alles zurückgewiesen, weil es nur um die Brücke gehen würde. Aber eine Brücke hat Zu- und Abfahrten. Und um genau diese geht es jetzt.“ Vor dem Brückenbau hatte es noch eine gemeinsame Initiative von Cossebaudern und den Anwohnern der umliegenden Ortschaften und Ortsteile gegeben. Jetzt befürwortet eine Mehrheit die Umverlegung der Bundesstraße 6. „B 6 macht krank“ ist entlang der alten Trasse auf Transparenten und Schildern zu lesen, die Anwohner hoffen auf schnelle Besserung.

„Es liegt uns fern, die Mehrheit zu kritisieren“, sagt Püschmann, „wir klagen unsere Minderheitenrechte ein.“ Was für die betroffenen Anwohner heißt: „Es muss eine bessere Planung her“, so Bartels. Die Folgen der neuen Trasse müssten für die Betroffenen auf ein erträgliches Maß reduziert werden. „Wir wollen, dass die Änderungen eingearbeitet werden, ehe die Planungen öffentlich ausgelegt werden.“ Von der Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) versprechen sich die Anwohner Unterstützung.

Einen Erfolg haben sie bereits erreicht: Der Ortschaftsrat Mobschatz stellte sich jüngst mit großer Mehrheit hinter die Forderungen der Anwohner. „Wir werden alle Wege beschreiten, die in einem Rechtsstaat möglich sind“, kündigt Püschmann an. Erst vor wenigen Tagen erhielt sie ein Schreiben aus Berlin: Ihre Petition beim Deutschen Bundestag hat das Aktenzeichen 1-19-12-9110-001930 erhalten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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