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Anwohner, Händler, Künstler klagen über Genehmigungschaos zur Dresdner BRN

Bunte Republik Neustadt Anwohner, Händler, Künstler klagen über Genehmigungschaos zur Dresdner BRN

„So grottig wie noch nie“, fällt Scheune-Vorstand Magnus Hecht ein vernichtendes Urteil über das Anmeldeprozedere zur diesjährigen Bunten Republik Neustadt (BRN). Genehmigungen für das in vier Tagen beginnende Stadtteilfest werden in diesem Jahr erstmals nicht vom Ordnungsamt, sondern vom Straßen- und Tiefbauamt (STA) erteilt.

Die BRN in der Dresdner Neustadt.

Quelle: Archiv

Dresden.  „So grottig wie noch nie“, fällt Scheune-Vorstand Magnus Hecht ein vernichtendes Urteil über das Anmeldeprozedere zur diesjährigen Bunten Republik Neustadt (BRN). Genehmigungen für das in vier Tagen beginnende Stadtteilfest werden in diesem Jahr erstmals nicht vom Ordnungsamt, sondern vom Straßen- und Tiefbauamt (STA) erteilt. Und während es in den letzten Jahren immer wieder Gemecker im Vorfeld der BRN gab, ist die Stimmung in diesem Jahr am Tiefpunkt angekommen. „Ich bin erstaunt, wie schlecht das laufen kann“, sagt Hecht, der in diesem Jahr eigentlich damit betraut ist, eine verbindliche Koordination zu entwickeln.

Davon kann nun keine Rede sein. So hat das STA erst vor wenigen Tagen begonnen, die teils seit Monaten vorliegenden Anträge für Stände, Bühnen und Buden zu bearbeiten. „Fehlendes Personal, großer Krankheitsstand, Überlastung“, begründet das Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Betroffen sei nicht nur die BRN, sondern auch das Beach-Volleyballfest auf dem Altmarkt, das am Freitag beginnt. Am Montag gab es dafür die Genehmigung, wie Schmidt-Lamontain sagt. Bei der BRN treibt das besonders seltsame Blüten.

So haben Gastronomen an Eckkneipen vor wenigen Tagen erfahren, dass ihre das ganze Jahr laufende Genehmigung für Tische und Stühle auf dem Fußweg für die BRN nicht mehr gilt. Im vorigen Jahr war das noch anders und kommt daher für viele überraschend. Betroffen sind unter anderen das Bon Voyage, das Café Eckstein und das Café Continental. Nach einer Krisensitzung am Montag will Schmidt-Lamontain am Dienstag entscheiden, ob sie ihre Freisitze behalten dürfen.

Chaotisch geht es auch auf dem Martin-Luther-Platz zu. Dort hat ein Verein als Alleinverantwortlicher den Zuschlag erhalten. Und noch für ein paar umliegende Straßen, wie er völlig überraschend vor ein paar Tagen erfuhr. Anwohner, die dort etwas auf die Beine stellen wollten, haben dafür Absagen bekommen. Sie sind auf den Verein sauer, der gar nicht weiß, ob er in so kurzer Zeit einen derart großen Raum bespielen kann. Hecht spricht insgesamt von wenigstens 20 Künstlern, die der BRN fernbleiben, weil es überraschend keine Genehmigung gab. Der Baubürgermeister verspricht, sich strittige Fälle noch einmal anzusehen, „wenn das jemanden noch etwas bringt“.

Und warum dieses Chaos? Weil niemand in der Stadt für die BRN zuständig sein will. Seit Herbst 2016 wird über einen Wechsel zum STA diskutiert, vollzogen wurde er erst, als OB Dirk Hilbert (FDP) Mitte März ein Machtwort sprach. Viele halten das Durcheinander deswegen für selbstorganisiert. „Sabotage“, nennt es Hecht, der vermutet, dass „jemand“ der BRN einen Alleinveranstalter aufzwingen will, den es seit 2001 nicht gibt. „Genau der ist für die Klärung solcher Probleme da“, findet Ordnungsamtsleiter Ralf Lübs.

Von Uwe Hofmann

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