Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Ansturm auf das Sozialticket in Dresden
Dresden Lokales Ansturm auf das Sozialticket in Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:29 24.10.2017
Das Sozialticket ist ein Erfolgsmodell. Für 4er-Karten gibt es 25 Prozent Rabatt.  Quelle: Tanja Tröger
Anzeige
Dresden

 Fast 16 000 Menschen nutzen das Sozialticket. Hatte der Geschäftsbereich Soziales von Bürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) für die Planung der Mittel mit 12 129 Nutzern im Jahresdurchschnitt geplant, so wurde diese Zahl mit durchschnittlich 15 828 Personen deutlich übertroffen. Das heißt aber auch: Die für das Sozialticket eingeplanten Mittel reichen nicht aus. Die Sozialbürgermeisterin rechnet mit einem Mehrbedarf von 771 000 Euro. Der Stadtrat hatte 1,47 Millionen Euro im Haushalt für das Sozialticket eingestellt.

Inhaber des Dresden.Passes erhalten beim Kauf von Abo-Monatskarten in bestimmten Preisstufen 50 Prozent Rabatt. Beim Kauf einer sogenannten Bar-Monatskarte oder einer 4er-Karte gibt es 25 Prozent Rabatt. Wer mit einem Sozialticket Busse und Straßenbahnen nutzt, muss im Besitz eines gültigen Dresden-Passes sein. Das Sozialticket in seiner jetzigen Form war von der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit eingeführt worden. Das Rabattmodell hatte dazu geführt, dass die Zahl der Abo-Monatskarten deutlich gestiegen ist, während weniger Bar-Monatskarten verkauft werden.

Für die Mehrkosten macht der Geschäftsbereich Soziales auch die Fahrpreiserhöhung der Dresdner Verkehrsbetriebe verantwortlich. Dadurch sei der Finanzierungsanteil der Stadt gestiegen. Es handele sich um Kostensteigerungen in Höhe von 4000 bis 5000 Euro pro Monat.

Insgesamt rechnet der Sozialbereich mit Mehrkosten von 2,884 Millionen Euro in diesem Jahr. Der größte Posten entfällt mit 1,65 Millionen Euro auf die einmaligen Leistungen für die Erstausstattung einer Wohnung und Bekleidung. „Der Mehrbedarf begründet sich insbesondere mit der gestiegenen Anzahl anerkannter Flüchtlinge, welche Wohnraum anmieten“, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat. Im März habe es 2521 Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften mit anerkannten Flüchtlingen gegeben.

Für die Verwaltungskosten des Jobcenters muss die Landeshauptstadt einen Anteil von 8,2 Millionen Euro zahlen, das sind 163 000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Für die Deckung der Mehrkosten muss Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) keine kreativen Ideen entwickeln – der Geschäftsbereich kann die Gelder mit eigenen Mehrerträgen aufbringen. Der Freistaat überweist rund fünf Millionen Euro mehr als geplant für die Kosten der Unterkunft, ein Teil des Geldes soll für die Mehrkosten in den anderen Bereichen verwendet werden. Das letzte Wort darüber hat der Finanzausschuss des Stadtrates.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Mindestens fünf Millionen Euro Schaden - Staatsoperette arbeitet an Interimsspielplan nach Havarie

Die Havarie in der Dresdner Staatsoperette hat Schäden in Höhe von mindestens fünf Millionen Euro angerichtet. Scheinwerfer, Audio- und Videoanlage, Bühnenboden, Instrumente und die Unterbühnenmaschinerie wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Leitung des Hauses hofft nun auf Interimsspielorte.

24.10.2017

Seit drei Jahren demonstriert das islamfeindliche Bündnis Pegida auf den Innenstadtplätzen Dresdens. Frank Richter, Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche, hält das islamkritische Bündnis für eine Form des neuen Nationalismus’. Frauenkirche-Pfarrer Sebastian Feydt wünscht sich in der Auseinandersetzung „neue Vorbilder“.

27.10.2017

Für den Samstag sind in der Dresdner Innenstadt zahlreiche Demos und Kundgebungen angezeigt. Grund dafür ist der dritte Pegida-Geburtstag. Das asyl- und islamfeindliche Bündnis kassierte im Vorfeld die erste Niederlage: Den gewünschten Altmarkt bekommt Pegida nicht.

25.10.2017
Anzeige