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Lokales Anschlag auf Dresdner Moschee: Ministerium sieht keine Fehler bei Tatort-Absperrung
Dresden Lokales Anschlag auf Dresdner Moschee: Ministerium sieht keine Fehler bei Tatort-Absperrung
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17:58 01.11.2016
Der Sohn des Imans hatte nach Ende der nächtlichen Spurensicherung noch Teile des Sprengsatzes gefunden. Quelle: Flechtner (Archiv)
Dresden

Die Tatort-Absperrung an der Dresdner Fatih-Camii-Moschee nach dem Sprengstoffanschlag im September wurde am Morgen bewusst abgebaut. Wie Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Valentin Lippmann (Grüne) jetzt mitteilte, sei die eigentliche Spurensicherung bereits um 6 Uhr abgeschlossen gewesen. Erst als der Sohn des in dem Haus lebenden Imans selbst Teile der Sprengvorrichtung fand, habe das Operative Abwehrzentrum der Polizei OAZ) eine zweite Spurensicherung beauftragt.

In der Nacht zum 25. September hatten Unbekannte zwei Sprengstoffanschläge auf das Kongresszentrum und die Fatih-Camii-Moschee in Cotta verübt. An dem muslimischen Gotteshaus sorgte die Polizei für Verwunderung, da sie am Mittag danach noch einmal Spuren sicherte, nachdem bereits Dutzende Journalisten, Politiker und Passanten vor Ort waren. Das Landeskriminalamt teilte später mit, dass mögliche „ablauforganisatorische Fehler bei der Stellung einer geeigneten Absperrung“ geprüft würden.

Unbekannte haben am Montagabend in Dresden zwei Sprengstoffanschläge verübt. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, detonierte kurz vor 22 Uhr ein Sprengsatz an der Moschee an der Hühndorfer Straße in Cotta. Kurze Zeit später explodierte eine weitere Bombe am Kongresszentrum

Das Ministerium sieht jedoch keine Fehler. Im Fall der Moschee seien im Nachgang der eigentlichen Spurensicherung, an der fünf Kriminaltechniker beteiligt waren, noch Gegenstände gefunden worden. In so einem Fall sei dann „unverzüglich“ eine erneute Spurensicherung durchzuführen. Es gebe an vielen Tatorten bereits „Veränderungen“ durch Eigentümer oder Rettungskräfte, so das Innenministerium. Solche Veränderungen festzustellen sei Aufgabe der Ermittler. Durch die bei der ersten Spurensicherung in der Nacht erfolgten Fotos vom Tatort könnten Verunreinigungen auch nachvollzogen werden. Die später festgestellten Spuren könnten weiter zur Beweissicherung beitragen. Es gebe keine generelle Pflicht, einen nächtlichen Tatort noch einmal bei Tageslicht zu untersuchen. Die Entscheidung dazu liege bei den Ermittlern und Kriminaltechnikern.

Kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit in Dresden hatte der Fall bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zwar veröffentlichte die Polizei wenige Tage nach dem Anschlag ein Bild des Täters. Gefasst ist dieser allerdings noch immer nicht.

Von S. Lohse

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