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Lokales Anhaltende Hitze bedroht Fische in Dresden und der Region
Dresden Lokales Anhaltende Hitze bedroht Fische in Dresden und der Region
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11:51 27.07.2018
Eine tote Bachforelle in der Prießnitz. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Heiß und trocken: Dieser Sommer hat es in sich. Darunter haben auch die Fische zu leiden. Das sonst so kühle Nass erwärmt sich und enthält zu wenig Sauerstoff oder versiegt gleich ganz. Besserung ist zunächst nicht in Sicht.

In der Prießnitz in Dresden trieben unlängst etliche verendete Bachforellen. Dem Umweltamt liegen bisher allerdings keine weiteren Meldungen zu toten Fischen aufgrund der hohen Temperaturen in Dresdner Fließ- und anderen Gewässern vor, wie Amtsleiter Dr. Christian Korndörfer auf Anfrage mitteilt. Sollte sich das ändern, müssten die Tiere – nach einer Einzelfallprüfung, etwa wegen Geruchsbelästigungen oder hygienischen Beeinträchtigungen – aufgesammelt und einer sachgerechten Entsorgung zugeführt werden. Schnell wirksame Gegenmaßnahmen seien bei Fischsterben durch Wassermangel oder zu hohe Wassertemperaturen jedoch kaum möglich.

Fischereibetriebe versuchen zum Teil mit Notabfischungen zu retten, was zu retten ist. Andreas Stummer, Geschäftsführer des Sächsischen Landesfischereiverbands, der gut 90 Prozent der sächsischen Fischereibetriebe vertritt, hat einen Überblick über die Lage. Schon über 60 Tonnen Fisch seien sachsenweit nicht mehr zu retten gewesen. Tendenz steigend, denn ein Ende der Hitze ist in den nächsten Tagen nicht absehbar. Dabei trifft es besonders Gewässer, die keinen ständigen Zulauf haben.

Zahlreiche Betriebe hätten schon Notabfischungen veranlasst, um ihre Tiere nicht verenden zu lassen. „Bei dieser Hitze ist aber auch das ein Risiko, denn die Tiere werden geschwächt und damit anfälliger für Krankheiten“, erklärt Stummer. Doch oft bleibt keine Wahl.

In den Moritzburger Teichen wurden bisher noch keine toten Fische gesehen, die Temperaturen der Gewässer seien aber bereits auf 27 Grad angestiegen, berichtet Henry Lindner, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Moritzburg. Zudem sinken die Wasserstände täglich um einen Zentimeter, so dass bei kleineren Teichen die Ränder schon trocken liegen.

„Als Gegenmaßnahme haben wir die Fütterung der Fische eingestellt. Da die Fische mit der Nahrungsaufnahme mehr Sauerstoff benötigen, möchten wir damit vermeiden, dass die Fische ersticken“, so Lindner.

Aus der Seidewitz, die bei Pirna in die Gottleuba mündet, mussten bereits Tiere von Mitarbeitern der AVD Angel-Service GmbH abgefischt werden. In den eigenen Teichen des Unternehmens, zu denen auch der vom Schlösserland Sachsen gepachtete Zwingerteich gehört, sei hingegen noch alles im Rahmen, so Geschäftsführer Toni Sachse.

Entwarnung verheißt das für Karpfen und Co. allerdings bei Weitem noch nicht. Die Lage sei durchaus dramatisch und die weitere Entwicklung ganz schwer abzusehen. „Wir erleben eine Trockenheit, wie es sie bis jetzt noch nicht gegeben hat“, schätzt Stummer ein.

Von Franziska Schmieder und Aaron Wieland

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