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Lokales Angriff auf Postplatzkonzerte: Kritik von Politikerin Friedel an Polizeieinsatz
Dresden Lokales Angriff auf Postplatzkonzerte: Kritik von Politikerin Friedel an Polizeieinsatz
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10:16 22.10.2015
Quelle: Archiv
Dresden

Die Kritik an der Sächsischen Polizei nach dem Einsatz am Montag beim Pegida-Jahrestag und den Gegendemonstrationen wächst. Nun meldet sich die Landtagsabgeordnete Sabine Friedel (SPD), Anmelderin der Sternmarsch-Route ab Bahnhof Mitte, zu Wort. Am Dienstag hatten sich bereits die Sprecher der Postplatzkonzerte mit kritischen Worten zum Einsatz der Beamten am Postplatz geäußert.

Die Polizeidirektion Dresden hat die Vorwürfe am Dienstag auf Anfrage von DNN.de jedoch klar zurück gewiesen. Ihr seien keine versuchten Überfälle auf das Postplatzkonzert bekannt. Es hätte weder einen Anruf noch eine Anzeige im Nachgang gegeben. Ebenso wenig sei es vorstellbar, dass keinerlei Polizeibeamte vor Ort gewesen seien sollen, so Pressesprecher Thomas Geithner, der nach eigener Aussage selbst von 21.30 Uhr bis nach 22 Uhr vor Ort war.  

„Mit Unverständnis haben wir, die Anmelder der Demonstrationsroute vom Bahnhof Mitte zum Postplatz, die in den Medien zitierten Äußerungen des Polizeisprechers Thomas Geithner aufgenommen. Entgegen der Darstellung von Herrn Geithner war unserem Eindruck nach am Postplatz zu wenig Polizei vor Ort, um nach Ende der Pegida-Versammlung unsere angemeldete Kundgebung zu schützen“, so Friedel und ihr Mitanmelder Steve Hollasky.
Zwei Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen hätten den Demozug ab Bahnhof Mitte betreut, die Zusammenarbeit sei gut und verlässlich gewesen. Gegen 19.30 Uhr hätten sich die beiden Beamten vom Postplatz verabschiedet mit dem Hinweis auf einen weiteren Auftrag, so Sabine Friedel.

Während des Postplatzkonzertes sei es zu Beginn nicht zu Störungen gekommen, so dass die Abwesenheit von Einsatzkräften kein Problem darstellte. Doch ab 21 Uhr liefen immer wieder größere Gruppen, offenbar Pegida-Anhänger die Ostra-Allee entlang und unmittelbar am Postplatz vorbei, beschreibt die Politikerin die Situation. Es sei der Besonnenheit der Demoteilnehmer am Postplatz und der Ordner zu verdanken, dass es nicht zu Auseinandersetzungen der Lager kam, Polizei sei zu diesem Zeitpunkt nicht in Sichtweite gewesen.

Die Postplatzkonzerte seien aus Richtung Freiberger Straße mit Böllerwürfen attackiert worden, so Friedel. Die DNN war mit mehreren Kollegen vor Ort und auch wir haben diese Böllerwürfe gesehen. Auch hier waren keine Kräfte vor Ort. „Unseren Ordnern und uns ist es nicht gelungen, in unmittelbarer Nähe Polizeibeamte zu entdecken oder zu verständigen“, so Friedel in Richtung der Polizei. Aufgrund der heiklen Sicherheitslage hätten die Anmelder um Sabine Friedel sich dann entschlossen, die Versammlung am Postplatz zu beenden. Auf der Suche nach einem sicheren Abreiseweg für die Demoteilnehmer habe man mehrere Beamte um Auskunft oder Hilfe gebeten, aber ohne Erfolg.

Für die Strecke vom Postplatz hin zum Schlossplatz, die die Demoteilnehmer aus Sicherheitsgründen geschlossen zurücklegten, konnte die Polizei ebenso keine Begleitung organisieren, kritisiert Friedel. Eingegriffen hätten die Polizisten dann aber, als 300 bis 400 gewaltbereite Hooligans, die Versammlung angreifen wollten.

„Wir haben im Ergebnis nicht den Eindruck gehabt, dass genügend Polizeikräfte vor Ort waren bzw. dass die Polizeikräfte, die zeitweise vor Ort waren, in der Lage waren, unsere Versammlung zu schützen und dass wir ausreichend Informationen erhalten hätten, um unsere Versammlung selbst zu schützen“, prangert Sabine Friedel an. Man sei vielen Beamten begegnet, die „uns mit äußerster Unfreundlichkeit behandelt haben.“  

„In Anbetracht unserer Erfahrungen empfinden wir den veröffentlichten Polizeibericht als unangebrachte Herabwürdigung all derer, die sich an diesem Tag gegen Pegida und Rassismus engagiert haben. Wir halten es für erforderlich, dass die sächsische Polizei ihr Einsatz- und Sicherheitskonzept überdenkt“, fordert die Politikerin.

DNN

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