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Lokales Angeklagter war fünf Monate auf Diebestour
Dresden Lokales Angeklagter war fünf Monate auf Diebestour
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10:00 16.02.2016
Quelle: dpa

 Alexander G. ist gelernter Koch, zu Ruhm und Ehre oder gar einem Stern hat er es nicht gebracht - aber zu einer beachtliche Karriere als Dieb. Allerdings war die auch nicht sehr erfolgreich, deshalb sitzt er seit einigen Monaten in der Justizvollzugsanstalt und derzeit wegen schweren räuberischen Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank des Dresdner Landgerichts. Für den Mann war die ganze Welt wohl ein einziger Selbstbedienungsladen. Ein klaute was er zum Leben brauchte und nicht niet und nagelfest war. Der Angeklagte hatte für alles Verwendung. Die Staatsanwältin hatte da einiges zu verlesen. 27 Punkte umfasste die Anklage – und alles spielte innerhalb von fünf Monaten ab.

Alexander G. war auf Droge, er konsumierte reichlich Crystal, stand neben sich, kümmerte sich einen Dreck um Recht und Gesetz, dafür intensiv um die Sachen anderer Leute. Er fuhr gern Auto, allerdings fehlte ihm die nötige Fahrerlaubnis und ein eigenes Auto, so bediente er sich bei anderen. Einen Wagen, wenn der auch nicht mehr viel wert war, stahl er von der Straße. Bei zwei weiteren Auto, einem Mercedes und einem Seat, klaute er den Besitzern zuvor die Autoschlüssel und fuhr, bevor die den Diebstahl bemerkten davon.

Damit die ganze Sache nicht so auffiel, ließ er die Kennzeichen von anderen Autos mitgehen, da war er sachsenweit unterwegs, und schraubte sie dann an die gestohlenen Wagen an. Beim Tanken „vergaß“ er dann oft das Bezahlen. Nicht nur Autos, sondern auch deren Innenleben ließ er mitgehen – zum Beispiel eine Handtasche mit Geldbörse, Bargeld, EC-Karte und Handy aus einem PKW an der Reichenbachstraße.

So großzügig er war, wenn es um das Eigentum anderer Leute ging, so bösartig wurde Alexander G. bei seinem Diebesgut. Was er einmal hatte, rückte er nicht wieder raus, da kämpfte er eisern. Er wurde bei einigen Ladendiebstählen erwischt und jedes Mal attackierte er die Ladendetektive mit Messern oder versuchte ihnen eine Bierflasche auf den Kopf zu schlagen - selbst gestohlene Lebensmittel für 6,60 Euro verteidigte er mit dem Messer. Als er einen Detektiv mit einem Seitenschneider verletzte, klickten die Handschellen.

Heute, so der Angeklagte, nehme er keine Drogen mehr, zudem sei ihm die ganze Sache peinlich. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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