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Angeklagter soll 18 PKW auf der Alaunstraße beschädigt haben

Aggression gegen Autos Angeklagter soll 18 PKW auf der Alaunstraße beschädigt haben

André J. machte im Gerichtssaal einen ruhigen, gefassten, fast in sich gekehrten Eindruck. Der täuscht aber offenbar. Der 31-Jährige kann wohl auch anders. Der Angeklagte muss sich wegen Sachbeschädigung und Beleidigung verantworten. Seine Aggressionen richteten sich vor allem gegen Autos.


Quelle: dpa

Dresden. André J. machte im Gerichtssaal einen ruhigen, gefassten, fast in sich gekehrten Eindruck. Der täuscht aber offenbar. Der 31-Jährige kann wohl auch anders. Alle Zeugen, die mit ihm außerhalb des Gerichts zu tun hatten, beschrieben den jungen Mann als „aggressiv“, „pampig“, „unverschämt“ oder „provozierend“. Der Angeklagte muss sich wegen Sachbeschädigung und Beleidigung verantworten. Seine Aggressionen richteten sich vor allem gegen Autos und dies wohl ausschließlich auf der Alaunstraße in der Neustadt, also vor seiner Haustür, denn dort wohnt er. Laut Polizei, die die Resultate seiner Wutausbrüche aufnahm, wurden zwischen Mai 2014 und Juli 2016 18 Autos beschädigt. Der Schaden war erheblich – fast 10 000 Euro.

André J. zog nachts die Alaunstraße entlang und trat oder drehte die Rückspiegel von parkenden Wagen ab. Mehrmals warf er auch Bierflaschen und andere Gegenstände aus dem Fenster seiner Wohnung auf die davor parkenden Autos. „Wir wurden von der Bereitschaftspolizei gerufen. Als wir eintrafen, lag eine Matratze, ein Buch, ein Kaktus, und jede Menge Münzgeld auf einem Mazda und auf dem ganzen Auto war Blumenerde verteilt“, erinnerte sich eine Polizeibeamtin an einen Einsatz am 10. März 2016. Im Juli zerkratzte der Angeklagte einem BMW mit seinem Schlüssel die komplette rechte Seite. Dabei war er beobachtet worden, unter anderem vom Besitzer des Wagens, der ihn mit anderen festhielt.

André J. wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. So kann man über den wahren Grund nur spekulieren. Offenbar hat er ein „Autoproblem“. In der Neustadt sind Parkplätze rar, da wird schnell mal geparkt, wo es nicht gestattet ist. Vielleicht haben sich deshalb einige der betroffenen Besitzer mit Anzeigen auch zurückgehalten. Aber der Angeklagte hat sich nicht nur an den Autos von „Falschparkern“ ausgelassen, sondern auch an Wagen, die ordnungsgemäß abgeparkt waren. Ihn störte wohl generell der Autoverkehr. „Er stellte sich manchmal mitten auf die Straße, hielt die Autos an und hinderte sie am Weiterfahren“, erzählte der Betreiber einer Bar. Der Gastronom hatte mehrfach beobachtet, wie André J. Autos bespuckte und beschädigte und dann die Polizei gerufen. „Er wirkte manchmal etwas verwirrt und wurde sehr aggressiv, wenn man ihn ansprach, bekam Wutanfälle und schrie, wurde aber Personen gegenüber nie handgreiflich.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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